Österreichische Gesellschaft für Architektur
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Veranstaltungen Woche 42
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Heute, 12. Oktober 2009, 19 Uhr
/Schwerpunkt Status Quo Vadis - Die Zukunft der Architektur als Prognose und Programm/
*Paradigmenwechsel
*Wilfried Wang, Berlin
Eintritt frei!


Montag, 19. Oktober 2009, 19 Uhr
/Schwerpunkt Status Quo Vadis - Die Zukunft der Architektur als Prognose und Programm/
*Regionale Kreisläufe Güssing
*Christiane Brunner, Wien
Eintritt frei!



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Die
Österreichische Gesellschaft für Architektur
lädt herzlich zu

*Paradigmenwechsel
*Wilfried Wang, Berlin

Zeit: Montag, 12. Oktober 2009, 19 Uhr
Ort: Project Space Kunsthalle Karlsplatz, Karlsplatz, 1040 Wien

Nicht nur in der Alltagspolitik, auch in vielen Fachkreisen der Bauwirtschaft herrscht der Glaube vor, dass angesichts der ökologischen Herausforderung an die Welt der westliche Lebensstandard durch intelligente Technologie nicht nur erhalten, sondern sogar auch noch gesteigert werden kann (E. U. von Weizsäcker et al., Faktor 4, 1997). Ganzheitliche Betrachtungen, also Lebenszyklusanalysen, legen allerdings die Herstellungsenergie neuester Prozesse und Materialien bloß. Klar ist, dass ein fundamentaler Paradigmenwechsel notwendig ist, der auf die Veränderung der Gewohnheiten zielt, anstatt die ressourcenintensive Technologie zu bemühen. Diese Gewohnheiten umfassen nicht nur das westliche Verständnis von Komfort einschließlich der geläufigen Selbstverständlichkeit, mit der die Menschheit die Ressource Umwelt konsumiert, sondern fordern spezifisch auch Veränderungen im Selbstverständnis des Berufsstands der ArchitektInnen, welche beruflichen Ziele erstrebenswert sind (der Bau einer Villa im Grünen, die Jagd nach dem höchsten Hochhaus, die Erfindung des neuesten Stils, etc.).

Gewohnheiten haben es an sich, dass sie über lange Zeit angeeignet wurden, was eine der wesentlichen Hürden zur Überwindung derselben darstellt. Zusammen mit der Verbreitung einer Gewohnheit, die dann zum Teil einer Kultur wird, bildet sich der kulturelle Fußabdruck. Dieser Fußabdruck muss gleichzeitig mit dem technischen, dem ökologischen Fußabdruck analysiert werden, bevor sinnvolle Alternativen in Erwägung gezogen werden können. Auch deshalb ist die Fixierung auf die Technologie als sicherer Retter ein Fehler. Gewohnheiten, wie zum Beispiel das Zigarettenrauchen, das Trinken zuckerreicher Getränke oder das Bestaunen von Formel-1-Rennen, sind nun mal die letzten Handlungsformen, die der Mensch freiwillig aufgibt. Viel Zeit bleibt nicht mehr, um den Paradigmenwechsel radikal und konsequent zu durchdenken, geschweige denn überhaupt einzuleiten. Aber vor dem allmählichen und unaufhaltbaren Niedergang der Menschheit werden wir mindestens über die Notwendigkeit zur Änderung gesprochen haben.

Der Realität angepasst werden muss das Aufgabenfeld der ArchitektInnen: weg vom Ideal des Neubaus auf der grünen Wiese, hin zum Umbau. Die Architekturgeschichtsschreibung muss sich ebenfalls der Realität nähern: die meisten Bauten sind umgebaut worden, siehe Flughäfen, Kirchen, Krankenhäuser, Museen, einfache Häuser. Ihre Geschichte harrt noch der Beschreibung. Nehmen wir die Lebenszyklusanalyse ernst, müssen wir bei der Herstellungsenergie von Bauten Einsparungen vornehmen; das heißt mehr rezyklierte, eher regionale Materialien anwenden. Nehmen wir das Prinzip der Nachhaltigkeit ernst, muss jedes Bauvorhaben auf seine angemessene Qualität geprüft werden: lieber mehrfach prüfen und überarbeiten als einmal schlecht bauen; denn je eher ein Gebäude auch von außenstehenden Menschen geschätzt wird, desto eher wird es auch gepflegt und daher erhalten. Es gibt eine Menge Arbeit für ArchitektInnen. Sie wird aber in Zukunft vielfältiger, heterogener und alles andere als mit einfachen geometrischen Formornamenten zu bewerkstelligen sein.

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*Wilfried Wang*
führt seit 2001 mit Barbara Hoidn das Architekturbüro Hoidn Wang Partner in Berlin; seit 2002 O'Neil Ford Centennial Professor in Architecture an der University of Texas at Austin. Geboren in Hamburg; Studium der Architektur in London; Gründungsherausgeber der Zeitschrift 9H Magazine 1979, Ko-Direktor der 9H Gallery in London von 1985-90; Direktor des Deutschen Architektur-Museums von 1995-2000. Autor und Herausgeber verschiedener Mono- und Topographien zur Architektur des 20. Jahrhunderts. Vorstandsvorsitzender der Erich-Schelling Architekturstiftung; Vorsitzender des Weltkulturerbebeirats der Hanse­stadt Wismar; Mitglied des Gestaltungsbeirats des Flughafens München; a.o. Mitglied des BDA; Auslandsmitglied der Königlichen Akademie der Bildenden Künste in Stockholm.

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Die
Österreichische Gesellschaft für Architektur
lädt herzlich zu

*Regionale Kreisläufe Güssing*
Christiane Brunner, Wien

Zeit: Montag, 19. Oktober 2009, 19 Uhr
Ort: Project Space Kunsthalle Karlsplatz, Karlsplatz, 1040 Wien

Güssing ist eine kleine Stadt im Südburgenland mit rund 4.000 EinwohnerInnen inmitten einer tendeziell strukturschwachen Region, die noch im Jahr 1988 zu den ärmsten Regionen Österreichs zählte. Durch die geografisch ungünstige Lage im Grenzgebiet gab es bis zu diesem Zeitpunkt keine größeren Gewerbe- oder Industrieansiedlungen und im gesamten Bezirk keine Verkehrsinfrastruktur -- weder Eisenbahnstrecke noch Autobahn. Die Folgen waren Arbeitsplatzmangel, 70 Prozent Wochenpendler und eine hohe Abwanderungsrate. Zusätzlich zu diesen Problemen gab es eine starke Kapitalabwanderung durch Energiezukäufe, während vorhandene Ressourcen wie die 45 Prozent Waldanteil in der Region kaum genutzt wurden.

1990 wurde in Güssing ein Modell ausgearbeitet, das den 100-prozentigen Ausstieg aus der fossilen Energieversorgung vorsah. Ziel war es, zuerst die Stadt Güssing und in weiterer Folge auch den gesamten Bezirk durch einheimische nachwachsende und damit erneuerbare Energieträger zu versorgen und der Region auf diese Weise eine neue Wertschöpfung zukommen zu lassen. Dieses Modell umfasst die Bereiche Wärme, Kraftstoff und Strom. Erste Umsetzungsmaßnahmen betrafen konsequente Energieeinsparungen in der Stadt Güssing. Durch die energetische Optimierung aller im Gemeindezentrum befindlichen Gebäude konnten die Ausgaben für Energie beinahe halbiert werden. In der Folge wurde die Realisierung des Modells nach und nach mit dem Bau zahlreicher Demonstrationsanlagen zur Energieerzeugung vorangetrieben. 2001 konnte die Energieautarkie schließlich erreicht werden. In Güssing wird heute im Bereich Wärme, Kraftstoff und Strom in der Jahresbilanz mehr Energie aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt, als die Stadt tatsächlich benötigt. Seit dem Ausstieg aus der fossilen Energie wurden in Güssing 1.000 Arbeitsplätze geschaffen, und der jährliche Energieumsatz von 13 Mio. Euro fließt nicht wie zuvor ab, sondern bleibt in der Region. Das hat in vielen Bereichen positive Auswirkungen.

So wurde ein nachhaltiger Regionalentwicklungsprozess in Gang gesetzt, in dessen Zug sich die "sterbende Region" innerhalb von 15 Jahren in eine Region mit hohem Lebensstandard und großer Lebensqualität verwandelte. Güssing wurde in den letzten Jahren zur umweltfreundlichsten Stadt und innovativsten Gemeinde Österreichs gekürt. Die Stadt ist international als Energie- bzw. Biomassezentrum anerkannt und ist an zahlreichen Projekten aktiv beteiligt. Mittlerweile ist in Güssing auch ein Forschungszentrum für erneuerbare Energie entstanden. Viele Menschen kommen als "Ökoenergie-Touristen" nach Güssing, um sich Anregungen zu holen. Güssing zeigt, dass die Energiewende machbar ist und positive Effekte für die gesamte Regionalentwicklung zeigt. Wir müssen nur endlich damit beginnen.
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Mit Auszügen aus "Modellregion Güssing -- Energieautarkie auf Basis regionaler Ressourcen und nachhaltiger Regionalentwicklung", Reinhard Koch/



/Christiane Brunner
geb. 1976 in Güssing; 1995--1996 Studium der Rechtswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz; 1996--2002 Studium der Umweltsystemwissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz (Mag.rer.nat. 2002); seit 2007 Studium der Rechtswissenschaften an der Johannes Kepler Universität Linz. Projektkoordinatorin im Bereich erneuerbare Energie in Güssing seit 2003; 2002--2005 Mitglied des Gemeinderates der Marktgemeinde Mogersdorf, seit 2008 Mitglied des Gemeinderates der Stadtgemeinde Jennersdorf, seit 2005 Bezirksparteisprecherin der Grünen im Bezirk Jennersdorf.
Abg. zum Nationalrat seit 2008.

Europäisches Zentrum für erneuerbare
Energie Güssing, www.eee-info.net/

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Die nächsten Veranstaltungen der ÖGFA (Details siehe ÖGFA-Website <http://www.oegfa.at/index/>)

Montag, 9. November 2009, 19 Uhr
/Schwerpunkt Status Quo Vadis - Die Zukunft der Architektur als Prognose und Programm/
*Multilokal 50+ Wohnen im Wandel
*Nicola Hilti, Zürich*
*Project Space -- Kunsthalle Wien Karlsplatz, 1010 Wien
Eintritt frei!
Weitere Informationen <http://www.oegfa.at/event.php?item=5321>

Freitag, 20. November 2009, 15 Uhr
*Bauvisite 138: "Notationen" - Fußgängerzonengestaltung Wien City*
Architektur: Clemens Kirsch
Eintritt frei!
Weitere Informationen <http://www.oegfa.at/event.php?item=5333>


Freitag, 27. November 2009
*Schindler Lecture #10**  Bestand | Übergang
Carte Blanche für Flora Ruchat Roncati*
Vortrag in deutscher Sprache.
Wir danken Schindler Aufzüge und Fahrtreppen für die Unterstützung.
Weitere Informationen <http://www.oegfa.at/event.php?item=5331>

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*Fördernde Mitglieder der ÖGFA*
A-NULL EDV <http://www.a-null.com/>, BIG - Bundesimmobilien GmbH <http://www.big.at>, Bogner Edelstahl <http://www.bogner.co.at/>, Kallco Projekt <http://www.kallco.at/>, Macke Malerbetrieb <http://www.macke.at/>, Silent Gliss <http://www.silentgliss.at/index.cfm>, proHolz <http://www.proholz.at/>, Wiesner Hager <http://www.wiesner-hager.com/de/home/home.html,1> und Zumtobel Staff <http://www.zumtobel.at/at/de/default.htm>

*ÖGFA-Mitgliedschaft*
Werden Sie Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Architektur, unterstützen Sie damit unser Programm und profitieren Sie von den Vorteilen einer Mitgliedschaft. Informationen über eine Mitgliedschaft erhalten Sie auf der ÖGFA-Website <http://www.oegfa.at> oder unter unserer Mailadresse [email protected].


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