Traurig geben wir bekannt, dass Nancy Spero im Alter von 83 Jahren gestorben 
ist.

http://www.christinekoeniggalerie.at/news/09/art21_spero.jpg

Nancy Spero (1926 - 2009)

Die amerikanische Künstlerin und Feministin Nancy Spero, die sich in ihrer 
Kunst mit der Realität politischer Gewalt auseinandersetzte, starb am Sonntag 
den 18. Oktober in Manhattan, New York.

Sie wurde 1926 in Cleveland geboren und studierte gemeinsam mit ihrem späteren 
Ehemann, dem Maler Leon Golub, am Art Institute in Chicago.

Nancy Spero suchte für ihre Arbeit Bildmaterial von Frauen in Vergangenheit und 
Gegenwart, um den geschichtslosen Zustand der Frauen zu ändern. Frauen waren 
zwar immer gegenwärtig, traten aber nur selten als geschichtlich relevante 
Personen in den Vordergrund. Was nicht unbedingt ein Nachteil war, sie konnten 
sich weitgehend von den Negativbelastungen der Geschichte frei fühlen. Nancy 
Speros Figuren bewegten sich deshalb auch vor dem ungestalteten, unspezifischen 
Raum der weißen Papierbahn. Das heißt aber nicht, dass Frauen Geschichte nicht 
erlebt hätten, sondern dass sie meist auf der passiven Seite gestanden sind. 
Das hat ihnen viel Leid eingebracht und gerade das Leid der Frauen und die 
Gewalt, die ihnen angetan wird, war eines der zentralen Themen der Künstlerin.

Ich glaube, meine Kunst kann als Protest bezeichnet werden. Ich sehe Dinge auf 
eine bestimmte Weise und als Künstlerin habe ich das Privileg, zu protestieren 
und öffentlich zu sagen, was ich denke. Meine stärksten Arbeiten entstanden 
wahrscheinlich deswegen, weil sie aus Empörung gemacht wurden. Da ich mich 
selbst als Feministin betrachte, will ich nicht, dass meine Arbeit eine 
Reaktion darauf ist, was männliche Kunst sein könnte oder was Kunst an sich 
wäre. Ich will, dass es einfach nur Kunst ist. (Nancy Spero)

Nancy Spero hatte zahlreiche Einzelausstellungen, unter anderem im Museum of 
Modern Art New York (1992), im Museum of Contemporary Art in Los Angeles (1988) 
und im Museum der Moderne Salzburg (2009), im Zuge dessen sie den Herbert 
Boeckl Preis 2009 erhielt. 1997 nahm sie an der Documenta X in Kassel und 2007 
an der Biennale von Venedig teil. Sie hatte viele gemeinsame Ausstellungen mit 
Leon Golub. Eine große Nancy-Spero-Retrospektive ist im Centre Pompidou für 
2010 geplant. (Zit. v. Artforum news und Grove Art Online)

In der Christine König Galerie gab es seit 1992 mehrere Ausstellungen von Nancy 
Spero und Leon Golub. Christine König ermöglichte auch 4 permanente 
Wandarbeiten Nancy Spero's in Österreich (Ronacher Wien, Heeresspital 
Innsbruck, Jüdisches Museum Wien und in einem Privathaus in Wien).


Video on Nancy Spero
http://blip.tv/file/754038


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