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"Malerei: Prozess und Expansion"

Von den 1950er Jahren bis heute

09.07.-03.10.10

Eröffnung: 08.07.10

Die Ausstellung vertieft und präzisiert zwei zentrale Aspekte der Entwicklung abstrakter Nachkriegsmalerei: Malerei als prozessuales, selbstreflexives Medium, sowie die mit der Auflösung des Bildes einhergehende Expansion der Malerei in objekthafte und räumliche Bezüge. Prozessuale Malerei wird als Versuch vor- gestellt, Bildgestaltung primär aus den fundamentalen Eigenschaften und Reaktionsweisen der Farben zu entwickeln und nicht aus narrativen oder kompositio- nellen Vorstellungen. Durch An- und Zumalen, Zuspachteln, Drippen, Spritzen, Eintauchen, Anschütten etc. entstehen kreativ gelenkte Selbstdarstellungen von Malerei, in denen die Konsistenz der Farbe in ihrem Verhältnis zur Schwerkraft, zur Beschaffenheit des Bildgrundes etc. sichtbar wird. Grundgelegt waren solche Ansätze in der gestisch-prozessualen Malerei des Informell, deren zunehmende Entleerung zur pathetisch-akademischen Attitüde aber zum Gegenbild dieser neuen selbstreflexiven Malerei wurde. Ausgehend von Jackson Pollock, Yves Klein, Morris Louis, Arnulf Rainer, Hermann Nitsch und Max Weiler wird ein dichtes Spektrum unterschiedlichster, individueller Ausformungen des Phänomens bis heute ausgebreitet (u. a. Joseph Marioni, David Reed, Bernard Frize). Leihgaben österreichischer Künstler dokumentieren die Breite und Intensität dieses Diskurses in der heimischen Szene (u. a. Erwin Bohatsch, Herbert Brandl, Jakob Gasteiger,
Hubert Scheibl, Andreas Reiter Raabe, Walter Vopava).

Der zweite Teil der Ausstellung verfolgt die in den 1950er Jahren einsetzende Auflösung des Bildformats. Diese Geschichte lässt sich als Eroberung des Raumes durch die Malerei sowie als deren Transformation in installative und objekthafte Szenarien nachzeichnen. Die in den Bereichen der Pop Art sowie in der Minimal- und Concept Art formulierte Kritik am historischen Bild- und Kompositionsbegriff europäischer Prägung führte zu einer radikalen Neubestimmung von Malerei und Bild in ihrem Verhältnis zum Raum und zum Betrachter. Der Bogen der gezeigten Werke spannt sich von bereits historischen Positionen der 1960er und 1970er Jahre (Robert Rauschenberg, Robert Morris, Joseph Kosuth, Karel Malich, François Morellet, Max Weiler, Alfons Schilling, Jorrit Tornquist) bis in die jüngste Ver- gangenheit und Gegenwart (Imi Knöbel, Heinrich Dunst, Gerwald Rockenschaub, Adrian Schiess, Jessica Stockholder, Heimo Zobernig, Christian Eisenberger).

Kuratoren: Edelbert Köb, Rainer Fuchs





STREET AND STUDIO
VON BASQUIAT BIS SÉRIPOP

KUNSTHALLE wien, halle 1
25.06  - 10.10.2010


"... and the streets look really good to me, they look like art... I wanted to paint the town red, paint the town black."

Jean-Michel Basquiat, Downtown 81 (1981)


"Where only a highway view is the outside and its monotone mobility relaxes me glancing at it, while inside I am in motion to clean up the biggest mess of multidimensional accidents on my paintings - and this is this Brooklyn studio."

Rita Ackermann (2010)


Mit der großen Sommerausstellung Street and Studio holt die Kunst halle Wien den rauen Stil der Straße in die Ausstellungshalle. Urbanität und Mobilität charakterisieren eine zeitgenössische Künstlergeneration, der die Großstadt gleichzeitig als Inspirationsquelle und als Ausdrucksmedium gilt: Der US-amerikanische Maler Jean-Michel Basquiat, dessen Werk richtungsweisend für die unterschied- lichen Formen der Malerei und Videokunst mit Bezug zur urbanen und suburbanen Kultur ist, bildet das Gravitationszentrum der Ausstellung. Von hier ausgehend, wird ein Netz aus künstlerischen Positionen geknüpft, denen eine von Straße und Urbanität geprägte Vitalität gemeinsam ist: seien es Ergebnisse der fruchtbaren Zusammenarbeit Basquiats mit Künstlern wie Andy Warhol, Francesco Clemente oder Keith Haring - oder Arbeiten jüngerer Künstler wie Rita Ackermann oder Séripop. Damals wie heute fließt diese subversive Bildsprache in die Popkultur ein und erzählt von der Suche nach Identität, von politischer Verantwortung, von der Kommerzialisierung des öffentlichen Raums und von einem, von sozialer Ungerechtigkeit geprägten Überlebens-
und Klassenkampf.

Mit 32 künstlerischen Positionen aus 19 Ländern zeigt die Schau kunsthistorische Schlüsselfiguren wie Blek le Rat, Jenny Holzer oder Sophie Calle. Zeitgenössische Positionen von Kader Attia und Brad Downey über Christian Eisenberger, Basim Magdy, Ari Marcopoulos bis zu Evan Roth und Rita Vitorelli sind mit neu für diese Ausstellung geschaffenen Arbeiten vertreten.

Teilnehmende KünstlerInnen:

Rita Ackermann, Charlie Ahearn, Eric Andersen, Kader Attia, Banksy, Jean-Michel Basquiat, Dara Birnbaum, Blek le Rat, BLU, Sophie Calle, Francesco Clemente, Jane Dickson, Brad Downey, Christian Eisenberger, Futura, Dani Gal, Ingo Giezendanner (GRRRR), Shaun Gladwell, Keith Haring, Jenny Holzer, Mark Jenkins, Leopold Kessler, Lady Pink, Sol LeWitt, Basim Magdy, Ari Marcopoulos, miz JUSTICE, Ramm:ell:zee,
Robin Rhode, Evan Roth, Séripop, Rita Vitorelli, Andy Warhol


KuratorInnen: Cathérine Hug, Thomas Mießgang



KUNSTHALLE wien
Museumsplatz 1
A-1070 Wien
Tel. +43-1-52189-1201
[email protected]
www.kunsthallewien.at










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