Montag, 15. November, 19.00 Kunst und Psychiatrie Podiumsdiskussion
Die Auseinandersetzung mit der Kunst psychiatrieerfahrener Personen blickt auf eine über 100-jährige Tradition zurück. Ausgehend von Jean Dubuffet wird im aktuellen Diskurs die Art Brut emanzipiert von psychologisierenden Deutungsversuchen behandelt. Was oberflächlich betrachtet wie eine Erfolgsgeschichte im Sinne einer Aufhebung von Werthierarchen erscheint, kann ebenso als kulturelle Planierung verstanden werden. So hängt Art Brut heute Seite an Seite mit anderer zeitgenössischer Kunst. Wie frei ist der perfekt vermarktete Außenseiter-Künstler in diesem Szenario überhaupt noch?
Werner Moser, Künstler, Atelier Sonnensegel pro mente Wien Elizabeth McGlynn, Künstlerin, Kunsttherapeutin, UniversitätslektorinThomas Stompe, Psychiater, DGPA ? Deutschsprachige Gesellschaft für Kunst & Psychopathologie des Ausdrucks e.V.
Johann Feilacher, Künstler, Psychiater, Art/Brut Center Gugging Dagmar Weidinger, Kunsthistorikerin, Universitätslektorin, Journalistin Moderation: Andrea Reisinger, Kunsthistorikerin Donnerstag, 18. November, 19.00 Die Zeitlichkeit von Zeichen kinokis mikrokino #176Als Chris Marker 1960 mit der Kamera Israel bereiste, betrachtete er das Sichtbare als Zeichenlandschaft: Er entzifferte Zeichen und Chiffren, um aus deren Deutung Fragen zur Zukunft des jungen, utopisch anmutenden Staates zu formulieren. Sein nach einer Erzählung Kafkas benannter Essayfilm Beschreibung eines Kampfes diente fast 50 Jahre später dem israelischen Regisseur Dan Geva als Ausgangspunkt für seinen Film Description of a Memory. In diesem wird Markers Film zu einem Medium für die Konfrontation einer vergangenen Zukunft Israels mit einer Gegenwart, die Kafkas Welten immer ähnlicher sieht.
Einführung: Peter Grabher, kinoki Beschreibung eines Kampfes (F/Israel 1960). Regie: Chris Marker.59 min, DF Description of a Memory (Israel 2006). Regie: Dan Geva. 80 min, OmeU -- Depot Breite Gasse 3 A-1070 Wien Tel: +43 1 522 76 13 Fax: +43 1 522 66 42 E-Mail: [email protected] www.depot.or.atDas Depot wird vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur und der Kulturabteilung der Stadt Wien gefördert.
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