<http://dieangewandte.at/jart/prj3/angewandte/main.jart?rel=de&reserve-mode=
active&content-id=1229508255634&aktuelles_id=1292155830054> "Vorsicht Glas!"

Kyunghan Kim / inthia Mitterhuber / Sabine Penz / Hidsch Pink / Alice Proché
/ Stefanie Treml / Oksana Zmiyevska

Ausstellungsdauer

Mo - Do 10:00 - 16:00, Fr 10:00 - 14:00 und nach tel. Vereinbarung

18. November 2010 - 28. Januar 2011

Galerie Geyling, Stiegergasse 15?17/1, 1150 Wien

Workshop und Ausstellung für Studenten der Universität für angewandte Kunst,
Abteilung Malerei, Klasse Univ.Prof. Mag. Johanna Kandl in der Glasmalerei
Geyling


Der neu ins Leben gerufene Glas-Workshop für junge KunststudentInnen aus der
Malerklasse von Univ.Prof. Johanna Kandl vermittelt neben alten Techniken,
wie Malen und Verbleiben, auch neue Techniken, wie das Schmelzen oder
Kleben. Dazu gestalteten die Studenten einen eigenen Entwurf, der von ihnen
selbst unter fachkundiger Anleitung in der Werkstatt ausgeführt wurde und
nun in der zu der Werkstatt gehörigen Galerie ausgestellt ist. Die Werkstatt
stellte Material, Werkzeug und Know-how zur Verfügung. Das Werkstück bleibt
im Eigentum des Künstlers.

Der Workshop ist eine Konsequenz aus der Entwicklung der vergangenen Jahre.
Nachdem die Glasmalerei in der zeitgenössischen Kunst kontinuierlich an
Bedeutung verlor und fast gänzlich aus dem Blickfeld der Kunstszene
verschwand, läßt sich seit einigen Jahren wieder eine vermehrte Diskussion
über die künstlerische Gestaltung mit Glas feststellen. Ein Anstoß dafür
waren u.a. die Glasmalereiprojekte von drei der bekanntesten deutschen
Malern: Markus Lüpertz in der Kölner St. Andreas Kirche, Gerhard Richter im
Kölner Dom sowie die Fenster von Sigmar Polke im Züricher Grossmünster. Nun
stellt sich allgemein die Frage, ob es nicht neue Ideen für die Gestaltung
von Fenstern und Gläsern gibt, die unserer Zeit angemessen sind. Deshalb
erscheint es sinnvoll, eine Brücke von der Glasmalereiwerkstatt zur
Kunstuniversität zu schlagen und dabei zugleich auf bewährte Verbindungen zu
bauen. 

Die Verbindung der Glasmalerei Geyling mit dem Museum und der Universität
für angewandte Kunst hat eine lange Tradition. Schon der Werkstattgründer
Carl Geyling war mit dem Kunsthistoriker Rudolf v. Eitelberger, dem
Gründungsdirektor des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie
(heute MAK), gut bekannt. Seit der Eröffnung 1864 stellte Geyling seine
Produkte dort regelmäßig aus. 1867 wurde die Wiener Kunstgewerbeschule
(heute Universität für angewandte Kunst) zur qualitativen Verbesserung des
Kunstgewerbes gegründet. Ihre Professoren lieferten der Glasmalerei Geyling
zahlreiche Skizzen und Kartons für viele bedeutende Glasmalereien. Ab 1901
wurde im Lehrplan der Kunstgewerbeschule sogar eine eigene Werkstatt für
Kunstverglasungen und die Ausbildung für Glasmalerei eingerichtet. Der Mann
von Carl Geylings Enkelin Therese Bräuer, der akademische Maler und Prof.
Reinhold Klaus, war nicht nur künstlerischer Leiter der Glasmalerei Geyling,
sondern leitete in den 1920er bis 1940er Jahren die Fachklasse für
Glasmalerei und Verbleiung, später auch die für Mosaik an der
Kunstgewerbeschule und ging als deren stellvertretender Direktor in Pension.


Aus der ehemaligen Kunstgewerbeschule hat sich eine Universität für freie
Kunst entwickelt. Die gut ausgebildeten StudentInnen sind unvoreingenommen
und offen für alte und neue Techniken. Jeder Künstler hat für sich eine
andere Ausdrucksform gewählt, deren Vielfalt die unzähligen Möglichkeiten
widerspiegelt, die der Werkstoff Glas bietet. 

Die Glasmalerei Geyling ist die älteste Glasmalereiwerkstatt Österreichs und
kann auf eine lange Tradition hochwertiger Kunstproduktionen zurückblicken.
Sie wurde 1841 vom akademischen Landschaftsmaler Carl Geyling (1814-1880) in
Wien Mariahilf gegründet. Er arbeitete mit allen wichtigen Architekten und
Künstlern seiner Zeit zusammen und seine Werke waren in vielen sakralen und
profanen Bauwerken der österreichisch-ungarischen Monarchie und weit darüber
hinaus vertreten. Auch die nachfolgenden Generationen pflegten den Kontakt
zu den wichtigen Architekten und Künstlern ihrer Zeit und schufen
hochwertige Kunstwerke. Von seinen Erben wurde die Glasmalerei 1997 an das
Stift Schlierbach verkauft, dem die Werkstatt heute gehört.

 

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