identities empfiehlt

>> William E. Jones. Retrospektive <<
"Killed" and Resurrected

Österreichisches Filmmuseum
2. bis 5. Februar 2011


William E. Jones, identities-BesucherInnen bestens bekannt durch seine 
vielfältigen filmischen Explorationen in der oft verborgenen und vergessenen 
Filmgeschichte - "Abteilung schwule erotische und pornografische Darstellungen" 
- wie z.B. "Finished", "The Fall of Communism as Seen in Gay Pornography", 
"v.O." und zuletzt mit "L.A. Plays Itself" bei identities 2009 - ist eine 
Retrospektive im Filmmuseum gewidmet. 

Geboren 1962 in Ohio, ist Jones einer der vielseitigsten und 
entdeckungsfreudigsten Filmschaffenden (und Filmforschenden) der letzten beiden 
Dekaden - und der rare Fall eines Künstlers, der mit wundersamer Nonchalance so 
unterschiedliche Sphären wie Arthouse-Poesie und Pop-Schönheit, Avantgardekino 
und Galeriekunst, Schwulenporno, Agitprop und Filmdokument aufklärerisch in 
Beziehung zu setzen versteht. Jones macht Filme, rekonstruiert und restauriert 
Werke marginaler Meister, unterrichtet und kuratiert, verfasst Schriften zum 
Kino und kreiert Künstlerbücher ganz so, wie er Filme macht. Ein Kreislauf wird 
sichtbar: Was all diese Tätigkeiten eint, ist das Ringen mit dem Vergessen und 
dem Zerfall, der Kampf wider alle künstlerischen wie gesellschaftlichen 
Marginalisierungen.

Jones' formales Spektrum ist dabei außerordentlich weit. Es reicht von der 
dokumentarischen Erforschung der Fankulturen rund um den Sänger Morrissey über 
klassische, teilweise autobiografische Essayfilme bis hin zur Präsentation von 
Trouvaillen aus dem Filmarchiv der US-Polizei; von Found-Footage-Mash-Ups bis 
zur multipel gestaltbaren, mehrteiligen Installation. Die Grenzen sind dabei 
fließend wie transparent. Der Schlüssel zu Jones' Schaffen und 
Selbstverständnis ist wohl der Film v.o., wo endlich zusammenfindet, was die 
bürgerliche Kultur auseinanderzuhalten beliebt: Porno und Autorenfilm, also Joe 
Gage und Manoel de Oliveira, Tom de Simone und Luis Buñuel; die einen liefern 
das Bild, die anderen den Ton. Das, was hier - miteinander, ineinander, 
zwischen den Ebenen - passiert, was freigesetzt wird an Energien und Ideen: das 
ist Kino.

William E. Jones wird während der gesamten Retrospektive in Wien anwesend sein. 

Mehr zum Programm:
http://www.filmmuseum.at/jart/prj3/filmmuseum/main.jart?rel=de&content-id=1216720898687&schienen_id=1289998529727&reserve-mode=active


>> Österreichisches Filmmuseum <<
(in der Albertina)
Augustinerstr. 1 
1010 Wien
www.filmmuseum.at


Einen spannenden Ausflug in die Filmgeschichte und ins Filmmuseum mit William 
E. Jones wünscht Ihnen 

Barbara Reumüller
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DV8-FILM
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1071 Wien
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F. +43 1 522 98 74
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