_______/ PRESSEMITTEILUNG

 ______/ Kulturrat Österreich


 __/ Sicherheit und Bleiberecht für alle
 __/ Auch der Kulturrat Österreich ist LAUT gegen das 
 „Fremden“-Unrechtspaket


 _______/ http://kulturrat.at



 In mehreren Tageszeitungen wirbt Österreichs neue Innenministerin 
 Mikl-Leitner großformatig für das erneut verschärfte „Fremden“unrecht – 
 eine Verhöhnung der Teile der Bevölkerung, die mit breiten Bündnissen, 
 Protestbriefen an Mandatar_innen sowie Interventionen bei Minister_innen 
 versucht haben, die menschenverachtende Novelle doch noch zu verhindern.

 Eine vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur 
 eingerichtete interministerielle Arbeitsgruppe zum Themenkomplex 
 Mobilität hat unter Beteiligung von Interessenvertretungen sowie Kunst- 
 und Kulturschaffenden einen Katalog diametral entgegengesetzter 
 Ratschläge an die Regierung formuliert: Maßnahmen FÜR die Ermöglichung 
 von kulturellem Austausch, FÜR kulturelle Vielfalt, FÜR mehr Mobilität – 
 nicht nur! – in Kunst und Kultur.

 Nichts davon wurde auf politischer Ebene gehört, und so erscheint die 
 Gesetzesnovelle auch als ein Akt der Ignoranz gegenüber den 
 interministeriellen Arbeitsgruppen, die als demokratiepolitisch 
 partizipatives Instrument deklariert wurden. Auch die grundlegende 
 Kritik der ARGE UNESCO blieb ungehört: Die geplanten Verschärfungen 
 widersprechen diametral den Zielen der UNESCO-Deklaration zur 
 kulturellen Vielfalt, zu denen sich auch Österreich verpflichtet hat.

 Erneut werden mit dem werbenden Rekurs auf „mehr Sicherheit“ implizit 
 Xenophobie und Rassismus geschürt. Sicher ist einzig, dass auf diese 
 Weise die Sicherheit von Menschen ohne EU/EWR-Pass in Österreich weiter 
 gefährdet wird. Die subversive Botschaft lautet: Macht nur weiter so, 
 wir streicheln mit dieser Novelle und ihrer medialen Propaganda eure 
 Vorurteile und stimmen damit ein auf den Diskurs der Rechten – auf dass 
 der /die/das Fremde noch lange fremd empfunden bleiben mag in 
 Österreich.

 Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann nennt einen solchen Diskurs 
 „kontaminiert“. Er dient der symbolischen, medialen und ideologischen 
 Aufladung – und nicht der Deeskalation nach jahrelanger Hetze.

 Wir verwahren uns entschieden gegen die erfolgte Verschärfung des 
 „Fremden“unrechts! Wir verwahren uns gegen jede Ungleichbehandlung und 
 Diskriminierung aufgrund von Staatsbürger_innenschaft, Hautfarbe, 
 Religion, Geschlecht usw.

 Wir sagen NEIN zu einer solchen Propaganda, die mit unseren 
 Steuermitteln finanziert wird, und fordern auch die Medien entschieden 
 auf, derartige Anzeigenkampagnen nicht zu bedienen!

 NEIN zu Rassismus, Antisemitismus und „Fremden“feindlichkeit.
 JA zu Mobilität, kultureller Vielfalt und offenen Grenzen.

 Bleiberecht für alle!



 __/ Wir sind LAUT gegen das Fremden-Unrechtspaket
 SOS Mitmensch: Lautstarker Protest vor dem Innenministerium
 Bringt alles mit, was euch hörbar macht!
 Freitag 1. Juli, 10.00 Uhr, Minoritenplatz, 1010 Wien
 http://www.sosmitmensch.at/stories/3205/

 __/ Mobilität von Kunst-, Kultur- und Medienschaffenden
 http://kulturrat.at/agenda/imag/mobilitaet



 _______/ Rückfragen:

 Sabine Kock
 Tel. +43 (0) 699 11 30 15 31

 Kulturrat Österreich
 Gumpendorfer Str. 63b
 A-1060 Wien
 [email protected]
 http://kulturrat.at



 _______/ Erklärung gemäß § 107 TKG

 Angesichts einer zunehmend erdrückenden Medienkonzentration leistet der 
 nicht-kommerzielle Versand von kulturpolitischen Informationen einen 
 wichtigen Beitrag zur Herstellung diskursiver Öffentlichkeiten. Die 
 neuen Bestimmungen des Telekommunikationsgesetzes (TKG § 107) bedeuten 
 eine diesbezügliche Einschränkung, denn seit 1. März 2006 dürfen 
 e-Mail-Zusendungen ausschließlich mit dem Einverständnis der 
 EmpfängerInnen zugesendet werden.

 Sollten Sie keine weiteren Informationen des Kulturrat Österreich 
 beziehen wollen, so ersuchen wir Sie um eine kurze Verständigung.
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