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LCG12339 (KI) (CI)                       Dienstag, 30. Oktober 2012
Wien/Kultur/Literatur/Lokales/Chronik/Leute/Termin


Rafik Schami ist diesjähriger Autor der weltweit erfolgreichsten
Gratis-Buchaktion - BILD

Bilder zur Meldung unter
http://presse.leisuregroup.at/echo/eseb2012/pressefotos

Utl.: „Eine Hand voller Sterne" des damaszener Autors Rafik
      Schami wird ab 22. November 2012 in einer Auflage von 100.000
      Stück gratis in ganz Wien verteilt. Erstmals
      Schülerwettbewerb in Zusammenarbeit mit REWE =

   Wien (LCG) - Das diesjährige Buch der von Bürgermeister Michael Häupl
initiierten Gratis-Buchaktion „Eine Stadt. Ein Buch." könnte aktueller nicht
sein. In seinem Roman „Eine Hand voller Sterne" erzählt der damaszener Autor
Rafik Schami von einem kleinen Bäckerjungen, der den Traum hat, Journalist
zu werden. Neben den üblichen Problemen des Erwachsenwerdens thematisiert
das Buch auch die Zensur in Syrien. „Der Zeitpunkt, dass die Wiener gerade
jetzt 100.000 meiner Bücher drucken, rührt mich über die Maßen. Jetzt, wo
diese Revolution in Syrien ist, dieser Aufstand, dieses Verlangen nach
Demokratie und Freiheit. So weit reicht meine Prophezeiung nicht, das konnte
ich vor 25 Jahren natürlich nicht wissen, dass dieser Roman noch so aktuell
werden sollte. Das Land gärte damals Anfang/Mitte der 1980er Jahre, als der
Roman entstand. Es war Gärung, es war aber noch nicht reif für eine
Revolution", erzählt der Autor. Für ihn ist die Auswahl seines als Tagebuch
formulierten Romans eine Ehrung für alle mutigen Menschen. „Meine Freunde in
Damaskus und im Exil haben gejubelt, denn so eine Initiative gibt Hoffnung.
Wien setzt damit ein Zeichen", sagt der seit 40 Jahren in Deutschland
lebende Schami. Mit seinem Werk möchte er klug unterhalten und ein Fenster
zum Nachdenken über viele Fragen aufmachen. „Literatur soll sowohl ein
Fenster zu anderen Kulturen als auch zu anderen Möglichkeiten in unserem
eigenen Leben öffnen", so der Autor.

   Schami setzt im elften Jahr des Bestehens der erfolgreichen
Gratis-Buchaktion den Reigen international renommierter Autoren fort, in
deren Reihen auch zahlreiche Nobelpreisträger zu finden sind. In den letzten
Jahren erschienen unter anderem „Ewigkeitsgasse" von Frederic Morton,
„Schritt für Schritt" von Nobelpreisträger Imre Kertész, „Das geheime Brot"
von Johannes Mario Simmel, „Lasst die Bären los!" von Oscar-Gewinner John
Irving, „Sehr blaue Augen" von Nobelpreisträgerin Toni Morrison, „Fever
Pitch" von Nick Hornby, „Weiter leben" von Ruth Klüger, „Und Nietzsche
weinte" von Irvin D. Yalom, „Balzac und die kleine chinesische Schneiderin"
von Dai Sijie sowie „Der Geschichtenerzähler" von Mario Vargas Llosa.
Weitere Informationen zur Aktion online unter
http://www.einestadteinbuch.at.

Zwtl.: Schülerwettbewerb mit Schulbesuch des Autors als Hauptpreis

   Erstmalig findet heuer in Zusammenarbeit mit REWE ein Schülerwettbewerb
statt, bei dem Schüler der siebten bis neunten Schulstufe dazu eingeladen
sind, zu den Themen „Leben in einer Diktatur", „Liebe gegen den Willen der
Eltern" oder „Mut zum Widerstand" zu schreiben. Eingereicht werden können
alle journalistischen Schreibformen wie Glosse, Kommentar, Reportage,
Interview oder Bericht. Als Hauptpreis winkt dem Gewinner ein Besuch des
Autors in seiner Schulklasse am 23. November 2012. Informationen zur
Einreichung stehen auf der Website http://www.einestadteinbuch.at zur
Verfügung. 

Zwtl.: Eine Sockenzeitung gegen die Ungerechtigkeit im Land

   Das Buch „Eine Hand voller Sterne" erzählt von einem Bäckerjungen aus
einem armen Stadtviertel in Damaskus. Er beginnt im Alter von vierzehn
Jahren ein Tagebuch zu führen, indem er seine Erlebnisse aufschreibt, seine
Gefühle beschreibt und seine Meinungen äußert, ohne ein Blatt vor dem Mund
zu nehmen. Der Ich-Erzähler, dessen Name nicht genannt wird, geht gerne in
die Schule und bekommt gute Noten. Dort hat er auch viele Freunde, die ihm
zur Seite stehen, wenn er sie braucht. Mit ihnen gründet er eine Bande
namens „Die Schwarze Hand", die gegen das Unrecht in seiner Stadt ankämpfen
will. In seiner Nachbarschaft wohnt ein hübsches Mädchen namens Nadia, die
er lieb gewonnen hat. Außerdem ist er ein begabter junger Dichter. Seine
Gedichte schickt er einem Verleger, der sie dann sogar drucken lässt.

   Eines Tages wird er gegen seinen Willen, auf Entscheidung seines Vaters
hin von der Schule genommen und gezwungen, in der Bäckerei des Vaters zu
arbeiten. Plötzlich redet Nadia nicht mehr mit ihm. So kommt er zum
Entschluss wegzulaufen. Doch sein enger Freund Salim bittet ihn, noch einige
Zeit abzuwarten. Der Junge befolgt diesen Rat und bleibt schließlich doch in
Damaskus. Nadia redet wieder mit ihm und sein Leben nimmt wieder einen
positiven Verlauf.
Der Bäckerjunge kommt auf die Idee, selbst das Brot der väterlichen
Bäckerei in die Häuser zu liefern, um auf diese Weise neue Kunden zu
gewinnen. Bei diesem Unternehmen lernt er Miriam kennen, mit der er sich
über vieles unterhalten kann. Auch einen älteren Journalisten namens Habib
lernt er durch Miriam kennen, dem er von seinem Berufswunsch erzählt. Mit
der Zeit werden die beiden dicke Freunde und Habib bringt ihm die
wichtigsten Sachen bei, die er braucht, um Journalist zu sein. Gemeinsam
fassen sie den Entschluss, eine anonyme Zeitung zu gründen, in der sie über
die Ungerechtigkeit im Land berichten und die Regierung kritisieren. Sie
stopfen die Zeitungsblätter in Socken und verkaufen diese billig, sodass sie
in Umlauf kommen, ohne dass jemand auf die Idee kommt, dass sie die Texte
geschrieben haben.

   Für eine Weile läuft dieses Unterfangen gut. Doch plötzlich stirbt Onkel
Salim und Habib wird festgenommen, weil die syrische Regierung
herausgefunden hat, dass er die Zeitung führt. Doch der inzwischen
Siebzehnjährige gibt nicht auf und führt mit seinen Freunden Mahmud und
Nadia die Sockenzeitung weiter, um der Regierung zu demonstrieren, dass sie
immer für die Wahrheit kämpfen werden und diese nie aufgeben.

Zwtl.: Über den Autor Rafik Schami

   Rafik Schami, geboren am 23. Juni 1946 in Damaskus, ist ein
syrisch-deutscher Schriftsteller und promovierter Chemiker. Das Pseudonym
„Rafik Schami" bedeutet Damaszener Freund oder „der aus Damaskus kommt", der
bürgerliche Name des Autors ist ‏Suhail Fāḍil. Er stammt aus der
christlich-aramäischen Minderheit in Damaskus, besuchte ein jesuitisches
Kloster-Internat im Libanon und studierte in Damaskus Chemie, Mathematik und
Physik. Schon mit 19 hatte sich Rafik Schami der Literatur verschrieben und
gründete und leitete 1966 in der Altstadt von Damaskus die Wandzeitung
„Al-Muntalek" (dt. „Ausgangspunkt"), die 1969 verboten wurde.

   1970 floh Rafik Schami aus seinem Heimatland Syrien zunächst in den
Libanon, um dem Militärdienst zu entgehen und der Zensur zu entkommen. 1971
wanderte er in die Bundesrepublik Deutschland aus, wo er sein Chemiestudium
in Heidelberg 1979 mit der Promotion abschloss. Neben seinem Studium
arbeitete er in verschiedenen Aushilfsjobs in Fabriken und als Aushilfskraft
in Kaufhäusern, Restaurants und auf Baustellen. Außerdem veröffentlichte er
zahlreiche Texte in Zeitschriften und Anthologien, zunächst in arabischer,
seit 1977 auch in deutscher Sprache. 1978 erschien mit „Andere Märchen" sein
erstes Buch in deutscher Sprache. 1980 war er Mitbegründer der
Literaturgruppe „Südwind" und des PoLiKunst-Vereins (= Polynationaler
Literatur- und Kunstverein). Seit 1982 lebt er als freier Schriftsteller in
der Pfalz. Von 1980 bis 1985 war Schami Mitherausgeber und Autor der Reihe
„Südwind-Gastarbeiterdeutsch" und der Reihe „Südwind-Literatur".

   Schami gehört zu den erfolgreichsten und beliebtesten deutschsprachigen
Autoren der Gegenwart, für sein Werk hat er zahlreiche Auszeichnungen und
Preise erhalten. Sein Erfolg gründet sich nicht zuletzt auf seine
zahlreichen Lesungen, bei denen er sein Talent zum freien Fabulieren
entfaltet. Der Verkauf des millionsten Exemplars der Taschenbücher Schamis
bei dtv im Januar 2005 zeugt von seiner gleichbleibend großen Beliebtheit
beim deutschen Publikum.

   Er engagiert sich seit vielen Jahren für die Aussöhnung zwischen
Palästinensern und Israelis und versucht bei vielen Gelegenheiten, für diese
Aufgabe zu werben. Unter anderem als Herausgeber der Aufsatzsammlung „Angst
im eigenen Land" (2001), in der Araber wie Israelis zu Wort kommen und zum
Israel-Palästina-Konflikt Stellung nehmen.

   Schami hat die Staatsbürgerschaft von Syrien und Deutschland. 1990
lernte er die Zeichnerin und Autorin Root Leeb kennen, mit der er seit 1991
verheiratet ist und einen Sohn hat. Root Leeb illustrierte eine große Anzahl
seiner vielen Bücher, gestaltete die Titelbilder aller bei dtv erschienenen
Bücher Schamis und gab ihnen so ein unverwechselbares Gesicht. 2010 erhielt
Schami die Brüder-Grimm-Professur der Universität Kassel.

Zwtl.: Wichtige Termine von „Eine Stadt. Ein Buch."

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Eröffnung der Gratis-Buchaktion „Eine Stadt. Ein Buch." Mit Bürgermeister
Michael Häupl und Autor Rafik Schami

Datum:    Donnerstag, 22. November 2012
Uhrzeit:  12.00 Uhr
Ort:      Messe Wien, Foyer, Halle D
Adresse:  1020 Wien, Messeplatz 1
Lageplan: http://goo.gl/maps/WCSlr


Galaabend der Gratis-Buchaktion „Eine Stadt. Ein Buch." Mit Bürgermeister
Michael Häupl und Autor Rafik Schami

Datum:    Donnerstag, 22. November 2012
Uhrzeit:  19.00 Uhr
Eintritt: Nur mit Einladung
Ort:      Rathaus
Adresse:  1010 Wien, Lichtenfelsgasse 2
Lageplan: http://goo.gl/maps/vYa9


Lesung von Rafik Schami in der Fernwärme Wien

Datum:    Freitag, 23. November 2012
Uhrzeit:  19.00 Uhr
Eintritt: Nur mit Zählkarten, Signiermöglichkeit
Ort:      Fernwärme Wien
Adresse:  1090 Wien, Spittelauer Lände 45
Lageplan: http://goo.gl/maps/e94yE
~

   Das Bildmaterial steht zur honorarfreien Veröffentlichung für
redaktionelle Zwecke zur Verfügung. Weiteres Bild- und Informationsmaterial
im Pressebereich unserer Website unter http://www.leisuregroup.at. (Schluss)


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