_______/ AUFRUF
______/ Kulturrat Österreich
__/ Bundestheater und Vordernberg: Stopp G4S!
__/ Petition gestartet. Aufruf zum Unterzeichnen.
_______/ http://kulturrat.at
Liebe Leserinnen und Leser dieses Aufrufs,
sehr geehrtes Publikum!
In einer Protestrede hat ein Burgtheaterbilleteur im Oktober 2013
öffentlich gemacht, dass gar nicht das Burgtheater, sondern einer der
größten internationalen Sicherheitsdienstleistungskonzerne sein
Arbeitgeber ist und Skandale dieses Arbeitgebers G4S aufgezeigt. Damit
wurde eine bis jetzt anhaltende Diskussion um Outsourcing, die konkrete
Verantwortung des Theaters und des gesamten Kulturbetriebs sowie der
globalisierten Gesellschaft angestoßen. Der Billeteur hat unmittelbar
nach dieser öffentlich artikulierten Kritik seinen Job verloren. G4S
macht weiterhin Milliardengeschäfte. Auch Mittel aus der Kunst- und
Kulturförderung tragen dazu bei. G4S gehört weltweit zu den größten
"Sicherheitsunternehmen" und wird international gehäuft mit
Menschenrechts- und Arbeitsrechtsverletzungen sowie Korruptionsvorwürfen
in Zusammenhang gebracht. In Österreich profitiert das Unternehmen
derzeit von einem 68-Millionen-Euro-Vertrag mit mindestens 15 Jahren
Laufzeit für umstrittene Dienstleistungen im steirischen
Schubhaftzentrum Vordernberg, das am 15. Jänner 2014 eröffnet wurde.
Mit einer Petition und drei konkreten Forderungen sollen die
Entscheidungsverantwortlichen – von der Bundestheater-Holding bis zur
Bundesregierung – nun zum Einlenken aufgerufen werden, um endlich
gesellschaftspolitische Verantwortung zu übernehmen.
__/ Petition unterzeichnen:
https://www.openpetition.de/petition/online/bundestheater-und-vordernberg-stopp-g4s
__/ Die Petition im Wortlaut:
Bundestheater und Vordernberg: Stopp G4S!
Sehr geehrte Bundesregierung,
sehr geehrte Gemeinde Vordernberg,
sehr geehrter Geschäftsführer der Bundestheater, Dr. Georg Springer!
Beim Jubiläumskongress des Burgtheaters im Oktober 2013 hat ein
Billeteur die Öffentlichkeit mit der Tatsache konfrontiert, dass der
Publikumsdienst der Bundestheater seit 1996 an das
"Sicherheitsdienstleistungsunternehmen" G4S ausgelagert ist. Damit hat
er eine bis jetzt anhaltende Diskussion um Outsourcing und die konkrete
Verantwortung des Theaters, des gesamten Kulturbetriebs und der
globalisierten Gesellschaft angestoßen.
Wir, die UnterzeichnerInnen dieser Petition, finden es inakzeptabel,
dass Arbeits-, Sozial- und Menschenrechte preisgegeben werden!
1) Wir fordern die Bundestheater-Holding dazu auf, ihre
MitarbeiterInnen selbst anzustellen, dafür zu sorgen, dass im Zuge der
Restrukturierung keine/r der BilleteurInnen ihren Arbeitsplatz einbüßt
und insbesondere abzustellen, dass MitarbeiterInnen aufgrund sachlicher
Kritik an den Arbeitsbedingungen gekündigt werden.
2) Wir fordern die Bundesregierung auf, SubventionsnehmerInnen durch
entsprechende Vorgaben daran zu binden, faire und rechtskonforme
Dienstverhältnisse mit adäquater Bezahlung abzuschließen. Keine Mittel
der Kunst- und Kulturförderung an Firmen wie G4S!
3) Wir fordern die Bundesregierung, Länder und Gemeinden auf, keine
Verträge mit Unternehmen abzuschließen, die bekanntermaßen Arbeits-,
Sozial- oder Menschenrechte verletzen. Der unter zweifelhaften
Ausschreibungsbedingungen zustande gekommene Vertrag mit G4S über das
Abschiebegefängnis Vordernberg ist sofort zu kündigen!
G4S gehört weltweit zu den größten „Sicherheitsunternehmen“ und wird
international gehäuft mit Menschenrechts- und Arbeitsrechtsverletzungen
sowie Korruptionsvorwürfen in Zusammenhang gebracht. In Österreich
profitiert das Unternehmen derzeit von einem 68-Millionen-Euro-Vertrag
mit mindestens 15 Jahren Laufzeit für umstrittene Dienstleistungen im
steirischen Schubhaftzentrum Vordernberg, das am 15. Jänner 2014 in
Betrieb ging. Mit diesem Vertrag wird erstmals in Österreich der Vollzug
von Schubhaft, der laut Bundesverfassung hoheitlich zu vollziehen ist,
zumindest teilweise an ein Privatunternehmen ausgelagert.
Schubhaft und Abschiebung sind also Geschäftsfelder, an denen G4S
ebenso verdient wie durch die Bereitstellung von BilleteurInnen an
Theatern. Einsparungsnotwendigkeiten sind die oft zitierten Begründungen
für solche Auslagerungen. Billiger wird es - wenn überhaupt - nur
zulasten der Beschäftigten. Gehaltseinbußen und andere Benachteiligungen
in den Arbeitsverträgen sowie mangelnde Kontrolle und Rechtssicherheit,
insbesondere im Bereich der öffentlichen Sicherheit, sind die Folgen.
Hier stellt sich die Frage der gesellschaftspolitischen Verantwortung.
Arbeits-, Sozial- und Menschenrechte dürfen nicht zugunsten vermeintlich
wirtschaftlicher Rentabilität preisgegeben werden! Oder um es mit den
Worten aus der Protestrede des Billeteurs auf den Punkt zu bringen: „Ich
träume von einem Theater, das sich gegen die Politik stellt, welche
Outsourcing, Privatisierung und damit wachsende Ungerechtigkeit in
unserer Gesellschaft fördert. Ich träume von einem Theater, das sich
gegen die Abschiebung von Menschen wendet, die in anderen Teilen der
Welt unterbezahlt und in Elend die Produkte unseres Wohlstands
herstellen.“
__/ ErstunterzeichnerInnen:
Anonyme Billeteurinnen und Billeteure (anonymebilleteure.tumblr.com)
Christian Diaz (ehemaliger Billeteur und Künstler)
Nikolaus Habjan (Puppenspieler und Regisseur)
Elfriede Jelinek (Schriftstellerin)
Sabine Kock (IG Freie Theaterarbeit)
Maria Anna Kollmann (Dachverband Filmschaffende)
Daniela Koweindl (IG Bildende Kunst)
Hubsi Kramar (Regisseur)
Anna Maria Krassnigg (Regisseurin)
Kulturrat Österreich (www.kulturrat.at)
Monika Meister (Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft,
Universität Wien)
Cornelius Obonya (Schauspieler)
Nicholas Ofczarek (Schauspieler)
Alexander Pollak (SOS Mitmensch)
René Pollesch (Autor und Regisseur)
Birgit Sauer (Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien)
Robert Schindel (Schriftsteller)
Volker Schmidt (Autor und Regisseur)
Susanne Scholl (freie Journalistin, Schriftstellerin)
Gregor Seberg (Schauspieler)
Ursula Strauss (Schauspielerin)
_______/ Weitere Informationen:
__/ Blog der Anonyme Billeteurinnen und Billeteure
http://anonymebilleteure.tumblr.com
__/ Blog des Billeteurs (und seine Rede)
http://burg4s.tumblr.com
__/ Aufruf zum Protestmailen vom Herbst 2013, Kulturrat Österreich
http://kulturrat.at/agenda/brennpunkte/20131023
_______/ Rückfragen:
Kulturrat Österreich
Gumpendorfer Str. 63b
A-1060 Wien
[email protected]
http://kulturrat.at
_______/ Disclaimer:
Sollten Sie keine weiteren Informationen des Kulturrat Österreich
beziehen wollen, ersuchen wir Sie um eine kurze Verständigung.
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