CHRISTINE KÖNIG GALERIE

PRESSEINFORMATION - mit der Bitte um Ankündigung in Ihrem Medium

http://www.christinekoeniggalerie.at/news/14/AiWeiwei_pressinfo_de.pdf

Eröffnung: Freitag, 16. Mai 2014, 11 Uhr
Ausstellung bis 2. August 2014

http://www.christinekoeniggalerie.at/news/14/aiweiwei_ank1.jpeg

VIENNA GALLERY WEEKEND 16. - 18. Mai 2014
Fr, Sa 10 - 19 Uhr, So 11 - 17 Uhr
www.viennagalleryweekend.com

Aus der Serie CONVERSATIONS:
Ästhetik als Revolte. Jan Tabor (Architekturtheoretiker, Kulturpublizist)
spricht mit seinem Gast über AI WEIWEI, ÄSTHETIK ALS REVOLTE?
Samstag, 17. Mai 2014, 12 Uhr

Führung durch die Galerien der Schleifmühlgasse
Samstag, 17. Mai 2014, 13 Uhr

AI WEIWEI

Ai Weiwei ist in den vergangenen zehn Jahren zu einer globalen Ikone des Widerstandes 
gegen politische Willkürherrschaft und eine autoritär auftretende Staatsgewalt geworden. 
Die Rolle als künstlerisches Weltgewissen, in die er vor allem von seinen Interpreten 
gedrängt wurde, hat zwar seine Popularität enorm gesteigert, aber gleichzeitig den Blick 
zu einem wichtigen Teil seiner künstlerischen Arbeit verstellt. Denn Ai Weiwei ist eben 
nicht nur der Kämpfer für Meinungsfreiheit und einen ungehinderten Zugang zu neuen 
Medien, sondern auch ein sardonischer und subversiver Kritiker der Zeitläufte und 
ironischer Kommentator des Kunstbetriebes. "Wir haben keinen gebrochenen Mann vor 
uns, sondern eine starke Persönlichkeit, die allen Widrigkeiten immer wieder mit Humor 
begegnet," hat Christoph Amend vor kurzem in der ZEIT geschrieben.
Die Ausstellung legt daher den Schwerpunkt auf  spielerische und dekonstruktive 
Aspekte, in denen der Künstler demonstriert, dass die Unversöhntheit mit dem 
Hier und Jetzt und die Selbstverpflichtung auf eine politische Haltung nicht in 
einer thesenhaften Rhetorik enden müssen.

Die Photos, mit denen Ai Weiwei zwischen 1983-1993 sein Leben in New York 
dokumentierte, lesen sich  wie eine visuelle Autobiographie. Ai Weiwei lernte 
Allen Ginsberg kennen, den grossen Autor der Beat Generation und Kämpfer gegen 
politische und wirtschaftliche Repressionen. Er teilte Wohnung und Leben mit 
anderen jungen Intellektuellen und Künstlern aus China. Die witzig und 
intelligent inszenierten Fotografien sind  immer auch Selbstporträts. Und sie 
sind Anhaltspunkte zur Entwicklung seiner künstlerischen Praxis, zu seinen 
Referenzen und zu seinem Denken.

Die Foto-Serie "Study of Perspective", die im Zeitraum von 1995 bis 2011 entstanden ist, 
bringt den hintergründigen, hier auch derben Humor von Ai Weiwei am besten zum Ausdruck: Mit der 
Kamera in der rechten Hand und dem erhobenen Mittelfinger der Linken, werden verschiedene 
Hintergründe anvisiert. Vom Tiananmen-Platz bis zum Weissen Haus, vom Reichstag in Berlin bis zu 
einer entlegenen Landschaft in der Inneren Mongolei. Der Künstler zeigt der Welt den digitus 
impudicus; er fordert sie heraus und hält sie gleichzeitig auf Distanz, at arm's length, wie der 
Amerikaner sagen würde. "Alles, was ich mache," so
Ai Weiwei, "hat damit zu tun, wie wir unseren menschlichen Zustand mithilfe der 
heutigen Sprache und unseren heutigen Möglichkeiten interpretieren."

Wenn Ai Weiwei im Jahr 2009 "mit versteckter Kamera" eine Gruppe aus dem New 
Yorker MOMA in seinem Atelier filmt, dann wird ein ganz bestimmtes Soziotop in seinen 
Selbstdarstellungsformen und kommunikativen Praktiken schmunzelnd vorgeführt.

Das interaktive "Moon"- Projekt, gemeinsam mit Olafur Eliasson entwickelt, gibt den 
Galeriebesuchern die Möglichkeit, ihre Einschreibungen auf einer digitalen Abbildung des Mondes zu 
hinterlassen, also sich persönlich ein Stück des Mondes zu sichern - eine künstlerische 
Versuchsanordnung, die bereits Zehntausende zum "collective mark-making" verführt hat und 
die ludische Komponente im Werk von
Ai Weiwei betont. Das Spiel als "heiliger Ernst", ganz im Sinne von Johan 
Huizinga und als intuitive Form der Weltaneignung.

(Thomas Miessgang, 2014)


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CHRISTINE KÖNIG GALERIE e.U.

Schleifmühlgasse 1A
A-1040 WIEN
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