Lars fragt per Mail:

> 
> bin auf der suche nach einer lösung, wie du sie beschreibst. also
> eigentlich habe ich die lösung mit deinem artikel 'slimserver auf der
> synology ds-101j' gefunden: nas treibt squeezebox 3 an. da ich weder
> die squeezebox 3, noch das nas besitze und es einzig und allein zu
> diesem zwecke kaufen wollte (mein geldbeutel zittert schon) ;o) habe
> ich noch eine frage:
> 
> wie ist die performance der beschriebenen lösung ? beim
> titel/interpret-suchen etc. ? oder eben bei zeitkritischen anwendungen
> der squeezebox (welche auch immer das sind, wie gesagt, ich habe sie im
> moment noch gar nicht). hach was wäre das schön, wenn ich auf die art
> und weise meinen traum verwirklichen könnte :o)
> 

Meine Antwort, damit alle etwas davon haben:
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Hallo Lars, hallo Forum :-)

Nun, das mit der Perfomance ist Ansichtssache. Ich beschreibe in den
folgenden Zeilen meine Erfahrungen und meine Ansichten. Ich hoffe du
kannst damit entscheiden, ob SSODS etwas für dich ist oder nicht.

Mein Setup ist: Router mit Kabelmodem und Squeezebox im Wohnzimmer,
Diskstation über Powerline-Ethernet (Highspeed Homeplug Standard) am
Switch im Labor (Bürozimmer). Musik auf der DS: 5660 Tracks, 27 GB.
Alle Tracks sind .mp3 (meist recht hohe Bitraten/sehr gute Qualität).

Die Lösung ist absolut brauchbar.

Das heisst, Abspielen der MP3s geht ohne Unterbrüche und anstandslos.
Ich weiss aber nicht ob andere Formate einen Einfluss auf die
Performance haben! Laut Angaben des SlimServers ("Server Settings" ->
"File Types") gehen: AIFF, FLAC, MP3, WAV, Windows Media (alle
"built-in"). Ich habe soeben ein .MP3 extrahiert (nach PCM/WAV) und das
spielt einwandfrei.

Die CPU-Last beim .mp3 ist rund 5% (Spitze 10%) und beim .wav rund 10%
(15%). Die LEDs für LAN und HDD Aktivität der DS wie zu erwarten öfter
beim .wav (20-30 kb/s .mp3, 172 kb/s .wav).

Die Performance ist wie du vermutest beim Suchen, Playlisten erstellen,
etc., d.h. beim Zugriff auf die Datenbank, schlechter als bei einem PC
als Server.

Ich habe ca. 5500 mp3s. Suche nach "Beatles" (ca. 245 mp3s) dauert
knapp 3 Sekunden. Das Hinzufügen zur aktuellen Playlist aller
Beatles-Songs bis zum ersten Ton aus der Anlage dauert 13 Sekunden. Bei
kleineren Suchresultaten, z.B. nach "All the Way" (Album, 17 Titel),
dauert es lustigerweise kaum weniger lang (hier: 12 Sekunden). Die
gleichen Datenbankabfragen laufen ja vermutlich auch bei "Browse Music"
-> Artists -> "The Beatles" -> "All Songs" (10 Sekunden).

Ich benutze meist speziell erstellte Playlisten ("Blues", "The
Beatles", "Oldies", etc.), so dass ich die etwas "fummlige"
Suchen-Funktion nicht oft brauche.

Da meine Musikdateien auch auf der Platte recht schön organisiert sind
(Ordner pro "Artist", Unterordner pro "Album"), benutze ich zum Suchen
die Funktion "Browse Music Folder". Es dauert ca. 10 Sekunden, bis die
Liste mit allen 134 Ordnern angezeigt wird. Eine Wiederholung des
Vorgangs dauert 1.5 Sekunden. Browsen geht dann recht flott (z.B. 77
Titel von "B. B. King" in 1 Sekunde). Diese zur aktuellen Playliste
hinzufügen dauert 21 (!) Sekunden. Es ist aber schön anzusehen, wie die
Diskstation daneben arbeitet (LEDs blinken, Harddisk rattert) :-).

Wie gesagt, wenn die Musik läuft, geht alles reibungslos. Tracks
wechseln geht sehr flott (<0.5 Sekunden). Einen Track aus der Playliste
entfernen dauert kanpp 2 Sekunden.

Das Menü wie auch die Lautstärkeregelung reagieren schnell,
normalerweise. Wenn z.B. gerade ein neuer Track anfängt ist der Server
kurrzzeitig ausgelastet und reagiert verzögert auf die Tastendrücke.
Drückt man in dieser Zeit einige Tasten drückt werden diese erst
ausgeführt wenn der Server wieder Zeit hat. Das kann mit zu oft "Volume
up" laut enden :-) Auch im Menü hat man dasselbe Verhalten mit manchmal
verwirrendem Ergebnis (kaum das was man wollte jedenfalls...).

Das ist ein Minuspunkt für SlimServer on DiskStation. Es wäre
möglichwerweise angenehmer, wenn diese Tastendrücke verloren gingen.
(1)

Wenn der SS die Musikdateien indiziert (auf Kommando oder regelmässig),
ist die DS zu 100% ausgelastet. Die Squeezebox wird dadurch so langsam,
dass sogar die Uhr im Standbymodus Sekunden überspringt. Ich scanne bei
Bedarf.

Die Pluspunkte für SSODS ergeben sich für mich aus der Verwendung der
DiskStation als SlimServer.

Die Diskstation 101j (und nicht einen anderen NAS) habe ich aus den
folgenden Gründen gekauft.
- Verfügbarkeit (<24h)
- klein, leise (kein Lüfter), stromsparend, Design
- einfach zu bedienen (Einschalten und Ausschalten: Knopfdruck)
- normale IDE-HDD im Gehäuse
- vielversprechende Infos zum Hacken der Box im Netz (2)
- kein Firlefanz (ausser "Photostation", aber man muss die ja nicht
benutzen :-)
- Empfehlung (Internetshops, Reklamen)
- Preis (v.a. im Vergleich zur Selbstbaulösung, siehe unten)

Mit anderen NAS wäre das Resultat vermutlich ähnlich. Ein NAS mit +64
MB könnte theoretisch wesentlich schneller sein. Da würde das RAM für
den ganzen SS-Prozess (bei mir ca. 40 MB) und die Datenbank (bei mir 6
MB) in einer Ramdisk reichen.

Das Optimum wäre ein kleiner, leiser PC der möglichst einfach zu
bedienen ist (keine Tastatur, schon gar kein Monitor). Etwas auf Basis
von miniITX, PC104 oder Industrie-PC-Modulen (Tipp!) wäre sicher
möglich aber bestimmt nicht einfach und nicht billig. Ein alter Laptop
würde auch gehen, passt mir aber wegen der Bedienung nicht.

Nicht ausführlich getestet habe ich die Performance vom Webinterface
zum SlimServer. Verwendet habe ich dort hauptsächlich die
Einstellungsmöglichkeiten für den Server und die Squeezebox. Die Seiten
laden allgemein recht langsam (v.a. das erste Mal wegen der vielen
Bilder), und besonders langsam wenn damit Abfragen der Musikdatenbank
verbunden sind. Alles in allem nicht berauschend, aber für den
gelegentlichen Gebrauch gerade noch brauchbar.

Fazit:

Ich nehme die Einbussen an Performance gegenüber einem potenteren
Server in Kauf und kriege dafür eine einfache, stabile und
zufriedenstellende Lösung.


(1) Mögliche Ansätze: Weiss der SlimServer "wie alt" die Befehle sind
wenn er sie ausführt? Wo ist der Buffer (SB oder SS)?

(2) Ich ging davon aus, dass man das SlimServer-Packet für die 101g+
einfach verwenden könnte. Das war Zünglein an der Wage für den
Kaufentscheid. Das ging dann aber nicht (PowerPC-Binaries).
Entsprechend motiviert war ich dann aber, das doch hinzukriegen. :-)

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