Hi Musiclover, On Mon, Nov 17, 2014 at 03:42:25PM +0000, Musiclover wrote: >ich kann mir es noch nicht so ganz vorstellen, wie Du mit iPeng >navigierst.
iPeng läuft ja auf der iOS-Plattform, also ausschließlich auf den mobilen Geräten von Apple. Diese Geräte haben diverse Bedienungshilfen integriert, u.a. auch ein Bildschirmleseprogramm namens VoiceOver. Aktiviert man VoiceOver, so werden die meisten Inhalte des Bildschirms über eine synthetische Stimme wiedergegeben, ähnlich wie beim Navi im Auto oder bei den automatischen Ansagen auf Bahnhöfen. Die Bedienung läuft dann ähnlich ab, wie wenn eine sehende Person das Gerät nutzt. Ich kann einfach nur mit den Finger über den Touch Screen fahren, hier sagt mir VoiceOver dann alle Elemente an, die sich unter dem Finger befinden, also z.B. "Wiedergabe Schalter", "Lautstärke Schieberegler 45 Prozent", "Hauptmenüschalter", usw. Da man durch bloses Streichen mit dem Finger über den Bildschirm aber sehr unkoordiniert eine App oder das Gerät selbst bedienen kann, gibt es, genauso wie für normale Anwender auch, diverse Bedienungsgesten, die die Nutzung erleichtern und beschleunigen. So kann ich z.B. durch das schnelle Wischen mit einem Finger nach rechts zum nächsten Bildschirmelement springen, durch schnelles Wischen nach links gehts ein Element zurück. Mit drei Fingern nach oben streichen blättere ich schnell in einer Liste nach unten, drei Finger nach unten wischen blättert zurück. Zweimaliges Tippen auf einen Schalter löst diesen aus, Finger hoch- und runterstreichen auf dem Lautstärkerschieber in iPeng regelt die Lautstärke nach oben oder unten. Das Arbeiten auf solchen Geräten allgemein bzw. auch speziell mit iPeng funktioniert also nur, indem ich VoiceOver aktiviere und mich mit den verschiedenen Gesten koordiniert durch die App bewege. VoiceOver ist standardmäßig auf allen Apple Geräten dabei und auch die speziellen Bedienungsgesten funktionieren überall. Wenn die App-Entwickler nun beim Programieren der App ein bisschen auf bestimmte Dinge achten, und Pippin tut das zum Glück und dankenswerter Weise bei iPeng sehr vorbildlich, dann kann ich als Blinder ein ganz normales iPhone mit all den tollen Apps nutzen, die es eben dafür gibt. Die meisten Apps sind wirklich gut nutzbar und zugänglich, und nicht nur iPeng ist für mich ganz nützlich, es gibt viele Apps, die mir als Behinderten den Alltag enorm erleichtern oder mir Wege der Informationsbeschaffung eröffnen, die es vorher schlichtweg nicht gab. >Wie kannst Du etwas suchen (mittels Texteingabe), wo nur Softkeys f?r >eine Eingabe sind? Das geht auch mit Bedienungsgesten. Ich tippe doppelt auf das Eingabefeld, daraufhin erscheint am unterem Bildschirmrand die Tastatur. Nun streiche ich mit einem Finger über die Tastatur und mir wird das jeweilige Zeichen, über das ich mich gerade bewege, vorgelesen. Hab ich das richtige Zeichen gefunden, hebe ich den Finger, daraufhin wird das Zeichen ins Eingabefeld geschrieben und auch nochmal vorgelesen. Ist ein Wort zu Ende und drücke ich die Leertaste, liest mir VoiceOver nochmal das gesamte Wort vor. Das hört sich erstmal recht fummelig an, ist es am Anfang auch, aber wenn man ein Gerät mal eine Zeit lang auf diese Art und Weise bedient hat, geht das alles recht schnell. >Hast Du eine Chance Musik wiederzufinden, wenn eine Schreibweise falsch >ist? Ich denke da geht es mir wie allen und ich muss auch erstmal rumsuchen, mir die Vorschläge ansehen, etc., da macht es keinen Unterschied, ob man sieht oder blind ist. >Verzeihe die Fragen eines v?llig Unwissenden. Das ist doch völlig OK und kein Problem, ich hoffe, dass ich alles einigermaßen verständlich erklären konnte :-). Falls nicht, frag gern weiter nach bzw. probier es doch einfach mal auf einem iOS-Device aus :-). Ciao, Schöpp -- Christian Schoepplein - <chris (at) schoeppi.net> - http://schoeppi.net
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