Liebe Gerhilde! Eine Antwort aus der Schulpraxis, nachdem ich mich auch schon länger mit dieser Entscheidung herumgeschlagen habe. Natürlich wird die Wahl letztlich stark davon abhängen, welche Altersstufe Du im Auge hast und welche inhaltlichen Vorgaben es gibt.
Meine Situation: Gymnasium in Bayern; Zielgruppen sind 7. und 11. Klassen. Rahmenbedingungen: Lehrplan - Inhalt: Ablaufmodellierung; Zeitrahmen: 1 oder 2 Unterrichtsstunden pro Woche. Allein schon lehrplanbedingt fällt bei mir Squeak mit seinen eToys durchs Raster. Grund: die eToys kennen weder Zählschleifen noch bedingte Wiederholungen. Zudem schränkt der strickte Ticking-Mechanismus die Unabhängigkeit einzelner Morphe deutlich ein. Für meine 7. Klassen lautet die Entscheidung ganz klar: Scratch. Die Umgebung liefert genau das, was ich in dieser Jahrgangsstufe benötige: Sämtliche Kontrollstrukturen, auch so etwas wie sleep-Konstrukte, Einzelschrittanimation der Skripte, sodaß sich der Programmablauf auch optisch im Skript nachvollziehen läßt, und keine Falltüren, die einen plötzlich in die Welt reinen Smalltalks stürzen lassen. Das System ist hier nach 'unten' abgedichtet. An der Stelle kann Squeak einfach zu viel. Außerdem ist in Scratch der Ex- und Import von Sprites sehr elegant gelöst und es gibt einfache Hilfen, Ordnung im Skriptfenster zu halten. Gut gefällt mir auch die Verwaltung der Kostüme. Alles in allem für mich Grund genug, in letzter Zeit auf Fortbildungsveranstltungen für Informatiklehrer massiv Werbung für Scratch gemacht zu haben. Hast Du scratch eigentlich auch schon selbst probiert? (googlen nach 'try scratch' führt direkt zum beta-download) Für meine 11. Klassen war eigentlich Tweak mit seinen neuen eToys mein Wunschkandidat - leider schaffe ich es auf meinen Linux-Rechnern aber nicht, Tweak-Projekte abzuspeichern - also habe ich notgedrungen doch mit den alten eToys begonnen. Didaktisches Konzept meinerseits: Einstieg mit den (neuen) eToys, um die ganzen klassischen Kontrollstrukturen (die Tweak eben alle kennt) und das Nachrichtenkonzept kompakt und effizient vorstellen zu können. Anschließend Einstieg (sozusagen der Abstieg durch die Falltür) in richtiges Smalltalk und die objektorientierte Programmierung. 5A Schöne Grüße Markus ----------------------------------------------- Markus Schlager m.slg(at)gmx.de
