Liebe Liste,
im Anhang sende ich euch die Zusammenfassung der Vorträge von unserem Treffen 
am 23.07. Ich habe das, was ich verstanden habe, in meinen Worten 
zusammengefasst. Das deckt sich vielleicht nicht immer mit dem, was gesagt 
worden ist. Jeder Referent kann jetzt bitte den  Abschnitt zu seinem Vortrag 
lesen und ggf. ändern. Zusätzliche Kommentare sind natürlich auch gern 
gesehen. Besonders dankbar wäre ich jeweils für weiterführende Links. 
Anschließend können wir den fertigen Text auf die Homepage stellen.
Danke!
Viele Grüße
Esther
= Treffen des Squeak-e.V. am 23.07.2011 am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam =
== Vorträge ==
=== Esther Mietzsch: Etoys in der Grundschule ===
In der „Schule am Hinkelstein“ in Alsbach-Hähnlein werden jedes Jahr 
Projektwochen durchgeführt, bei den Eltern an vier Nachmittagen (jeweils 90 
Minuten) ihr Hobby vorstellen. Bei „Computerspiele selbst gemacht“ können 
Schüler der 3. und 4. Klasse mit Etoys unter Anleitung ein Spiel programmieren. 
Im vergangenen Schuljahr waren vor allem Kampfspiele in Anlehnung an Starwars 
beliebt, aber auch eine Tennissimulation und ein Süßigkeiten sammelnder Delfin 
wurden geschaffen. Die Grafik der Spiele reicht von sehr spartanisch bis fast 
professionell. 

=== Markus Schlager: Etoys und Smalltalk am bayrischen Gymnasium ===
In Bayern sieht der Lehrplan im Informatik-Unterricht der Jahrgangsstufe 6 als 
Themen „Klassen und Objekte“ und „Baumstrukturen“ vor. In der Jahrgangsstufe 7 
geht es um die Programmierung von Abläufen. Hier wird hauptsächlich der Robot 
Karol eingesetzt, der allerdings nicht objektorientiert ist. Als Alternative 
bietet sich Scratch an. Nachteilig ist hier das Fehlen von Methodennamen. In 
Klasse 10 stehen „Datenflussprogrammierung“ und „Automaten und 
Zustandsdiagramme“ auf dem Lehrplan. Hierfür hat Markus Schlager sich selbst 
mit Etoys Werkzeuge gebaut, mit denen seinen Schüler diese Themen umsetzen 
können. Ein weiteres Einsatzgebiet von Etoys im Unterricht ist die Umsetzung 
der Modellierung durch den Bau von Skripten aus Kacheln, also zuerst ohne die 
Syntax einer Programmiersprache. Ein Vorteil von Etoys ist, dass nach 
Leistungsniveaus differenziert werden kann, weil das System offen ist. Als 
Programmiersprache wird darauf aufbauend Smalltalk unter Pharo eingesetzt.

=== Pascal Vollmer: Zutaten zu einem Squeak-Tutorial ===
Ausgehend von einer freiwilligen Arbeitsgemeinschaft für Schüler im Alter von 
12 bis 16 Jahren ist ein Tutorial entstanden, mit dem Schüler die 
Programmierung mit Squeak lernen können. Als Beispiel dient dabei die 
Entwicklung einer Uhr mit einem spiralförmigen Kalendarium. Der Text beschreibt 
zunächst kurz das V-Modell der Softwareentwicklung. Die Schüler sollen zunächst 
die Anforderungen aufschreiben und CRC-Karten anlegen. Während der Entwicklung 
kommen automatische Tests mit SUnit und Codemetriken, z.B. SWALint zum Einsatz. 
Die Qualitätskennzahlen werden mit dem Tool Moose dargestellt. Die 
Dokumentation erfolgt mit Docbook. 

=== Robert Krahn, Michael Perscheid: Etoys im Schülerkolleg am HPI ===
Beim Schülerkolleg am HPI treffen sich nach Altersgruppen differenzierte 
Arbeitsgruppen aus freiwilligen Schülern ein Schuljahr lang alle zwei Wochen 
nachmittags zu einem Kurs. Ziel des Schülerkollegs ist es Begeisterung für die 
Informatik zu wecken. Die Einführung in Etoys richtet sich an Schüler des 7. 
und 8. Schuljahres. Durch die Aufteilung nach Jahrgängen werden Gruppen 
geschaffen, die nach Entwicklungsstand und Vorkenntnissen relativ homogen sind. 
Die Schüler arbeiten in Zweier-Teams. Sechs Tutorials zeigen jeweils am Anfang 
das Ziel und erklären dann schrittweise die Umsetzung, z.B. Autorennen, 
Ballonschießen, Tron-Ableger. Am Ende setzen die Schüler ihr eigenes Projekt 
um. Ein Schüler programmierte eine Simulation der Brownschen Molekularbewegung 
einschließlich der Wahl der Temperatur.

=== Lauritz Thamsen: Orca: Single-language Client-server Web Development ===
Orca ist das Bachelor-Projekt eines Studententeams des HPI zusammen mit einem 
externen Partner. Ziel ist es bei der Web-Entwicklung eine einheitliche 
Entwicklungsumgebung für Client und Server zu schaffen, mit Smalltalk als 
Programmiersprache. Derzeit wird auf Client-Seite in der Regel JavaScript 
eingesetzt und von den Browsern verstanden. Daher wurde ein Übersetzer von 
Smalltalk nach JavScript gebaut, einschließlich der Bibliotheken und der 
gesamten Umgebung. Debuggen erfolgt dann über die Verteilungsgrenzen hinweg, 
oder in JavaScript. Auch die Methode doesNotUnderstand von Object wurde in 
JavaScript nachgebaut. Die Geschwindigkeit des Systems ist derzeit ca. 35 mal 
langsamer als JavaScript.

=== Michael Perscheid: Aided Code Re-documentation ===
In diesem Master-Projekt geht es um die Dokumentation von Software. Wichtige 
Probleme bei der Dokumentation sind: Aktualität, Vertrauen, Nachverfolgbarkeit. 
Mehrere Ansätze können zur Lösung dieser Probleme beitragen: Verwendung einer 
Quelle (Source-Code, Testfälle), Vermeidung von manuellen Anteilen, ggf. werden 
diese markiert, Konfliktauflösung. Das entstandene Programm generiert aus dem 
Source-Code interaktive, UML-ähnliche Diagramme. Der Entwickler kann dann von 
Hand relevante Klassen und Verbindungen auswählen und anordnen. Die 
entstandenen Views werden gespeichert und dienen zur Dokumentation der Software.

=== Jens Lincke, Robert Krahn: Lively 2 ===
Lively ist ein Smalltalk-ähnliches System, das in JavaScript im Browser läuft. 
Dem Benutzer steht ein Teilelager (PartsBin) wie in Squeak zur Verfügung. Er 
kann damit Methoden hinzufügen und Objekte erstellen sowie auf einem Server 
veröffentlichen. Auch das Hinzufügen von Servern ist möglich. Als Basis dient 
inzwischen HTML, nicht mehr SVG.

=== Rita Freudenberg: Aktuelles aus dem Squeakland ===
Bei der Squeakland-Foundation sind das Hauptthema der Einsatz von Etoys im 
Unterricht und die Verbindung zu OLPC. Derzeit sind drei bis vier Developer 
aktiv. Das Squeakfest in Uruguay war offiziell als Lehrerfortbildung anerkannt. 
In Uruguay erhält jedes Schulkind einen XO, so dass ein riesiger potentieller 
Anwenderkreis von Etoys existiert und ein großes Interesse bei den Lehrern am 
Einsatz im Unterricht besteht. Etoys wird dort derzeit vor allem für 
Präsentationen und Simulationen, also nicht zur Programmierausbildung 
eingesetzt. Inzwischen gibt es „Powerful Ideas“ auf Spanisch. Die in Spanien 
(Extremadura) mit Etoys entstandenen Projekte können leider nicht eingesetzt 
werden, da dort ein spezielles, nicht-kompatibles Image verwendet wurde.

Der Webauftritt von squeakland.org hat jetzt auch eine Anbindung an Twitter.



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