Date sent:
Mon, 25 Jun 2001 22:15:26 +0200

Subject:
Verfassung zurechtgebogen, der Countdown f�r Milosevic l�uft ab...

...und die Jagd auf Serben kann weitergehen

Die jugoslawische Regierung hat per Dekret eine k�nftige
Zusammenarbeit mit dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag
beschlossen. Damit wurde auch der Weg frei f�r die Auslieferung des
fr�heren Pr�sidenten Slobodan Milosevic. Die Entscheidung steht auch
im Zusammenhang mit der internationalen �Geber�konferenz (tats�chlich
wohl eher eine Nehmerkonferenz) am 29.Juni in Br�ssel, wo es f�r
Jugoslawien um eine Finanz�hilfe� von mehr als einer Milliarde Dollar
(1,173 Mrd. Euro/16,1 Mrd. S) geht. Die Vergabe der Gelder war unter
anderem vom nunmehr erfolgten Akt abh�ngig gemacht worden. Die
Sitzung war vom Grossteil der SNP (Montenegrinische
SozialistischeVolkspartei) boykottiert worden, um auf den Rechtsbruch
aufmerksam zu machen. Die Beschlussf�higkeit war nur durch den SNP-
Gesundheitsminister Miodrag Kovac gew�hrleistet, was zeigt wie wenig
ernst der DOS die Ablehnung des Dekrets ist. Die �serbischen
Demokraten� entschieden sich schlie�lich, die Verantwortung f�r den
Verfassungsbruch alleine zu �bernehmen. Da sie im Kabinett die
Mehrheit stellen, stimmten die Minister der �Demokratischen
Opposition Serbiens� (DOS) ohne ihre montenegrinischen
Koalitionspartner f�r das Auslieferungsdekret. Der Rechtsbruch ist
frappant: die DOS-Regierung ignoriert die Tatsache, dass sowohl die
Bundesverfassung, als auch die Verfassung der Republik eine
Auslieferung von B�rgern der BR Jugoslawien verbietet. W�rden sie nur
ann�hernd Legalisten sein, w�ssten sie, dass eine �nderung nur durch
die �nderung des Verfassungsgesetzes (� 9, Punkt 2) m�glich w�re. Sie
aber verabschieden per Dekret ein Bundesgesetz, daDas �Dekret� der
DOS ist schlichtweg ein brutaler Verfassungsbruch! Durch diese
Entscheidung wird �ber die Auslieferungen von angeklagten Serben an
das UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag spekuliert. Es wird
vermutet, da� es um 12 Personen geht, unter anderen auch Milan
Milutinovic, den serbischen Pr�sidenten und den ehemaligen
jugoslawischen Pr�sidenten, Slobodan Milosevic. Die NATO-Staaten
haben die Jagdsaison gegen serbische Politiker er�ffnet, allesamt
Kriegsverbrecher, weil sie es wagten, sich der neuen Weltordnung
entgegenzustellen. Dass das Den Haager Kriegsverbrechertribunal ein
politisch-juristisches Instrument des �Menschenrechtsimperialismus�
ist, muss hier wohl nicht n�her er�rtert werden. Mit der Auslieferung
Milosevics gestehen die Serben eine Schuld ein: die Schuld,
Widerstand geleistet zu haben. Dieses Eingest�ndnis ist aber zugleich
noch viel mehr: es ist die Rechtfertigung der NATO, Bomben im Namen
von Menschenrechten und Demokratie auf all jene H�upter abzuwerfen,
die gegen die uni-polare Welt sind, die dem Neoliberalismus nicht
fr�nen, die sich Unabh�ngigkeit bewahren wollen gegen�ber der
imperialen Tyrannei. Zu Recht fragt man: wer wird der n�chste sein,
wessen Pr�sident wird in den Den Haager Gef�ngnismauern schmoren, bis
ihn das Damoklesschwert der westlichen Demokratie gerichtet hat? DOS
und Kostunica erhoffen sich durch die Auslieferung, die laut Djindjic
in 15 bis 20 Tagen erfolgen kann, einen Zuschuss von einer Milliarde
Dollar. Diese Summe w�rde gerade die Schulden abdecken, die w�hrend
des Embargos hinzugekommen sind. Von einer auch nur in Ans�tzen
funktionierenden Wirtschaft kann hier nicht die Rede sein, es ist
nicht einmal ein Tropfen auf einen gl�henden Stein. Anstatt
Reparationszahlungen zu verlangen, verkaufen sie ihre Staatsb�rger an
Den Haag und die Bev�lkerung ist gespalten, schweigt aber.

F�r morgen, den 26. Juni, ist eine Demonstration in Belgrad auf dem
Trg Republike angek�ndigt worden. Auch wir werden in Wien vor der
jugoslawischen Botschaft eine Protestkundgebung abhalten, sobald sich
die vollst�ndige Kapitulation von Djindjic-Kostunica vor der
Siegerjustiz bewahrheiten sollte:

Keine Auslieferungen an die Haager Rachejustiz!
Sofortige Aufl�sung des Haager �Tribunals� zur Legitimierung von
Kriegsverbrechen! NATO-Kriegsverbrecher vor ein vom jugoslawischen
Volk kontrolliertes Gericht! Die wichtigste Voraussetzung f�r die
Herstellung von Gerechtigkeit ist allerdings der sofortige Abzug der
NATO-Besatzungstruppen aus Jugoslawien und vom gesamten Balkan, die
sofortige Einstellung der wirtschaftlichen Erdrosselungsprogramme
durch den W�hrungsfond und die Weltbank! Wir fordern
Reparationszahlungen durch den Westen!




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Jugoslawisch �sterreichische Solidarit�tsbewegung J�SB
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