Am 25.02.2014 21:12, schrieb Holger Schöner: > Am 25.02.2014 20:32, schrieb Tobias Knerr: >> Wie soll der Router bei getrennt gemappten Gehsteigen noch wissen, dass >> ich eine verkehrsarme Straße an jedem Punkt überqueren kann? Wie soll er >> "folgen sie der X-Straße auf der rechten Seite" ansagen können? > > Das sollte bei geeigneter Vorverarbeitung (bei vermutlich etwas mehr > Aufwand als die Auswertung von sidewalk=... tags) durch die > Kennzeichnung der Gehsteige mit footway=sidewalk eigentlich für Router > kein Problem sein. Die Frage ist zwar, welche das ggf. jetzt schon > verwenden, aber prinzipiell sehe ich da kein Problem.
Eine solche Vorverarbeitung ist eine sehr komplexe Aufgabe, das ist nur dann "kein Problem" wenn man es nicht selber machen muss. ;) Es kann dabei auch zu Uneindeutigkeiten kommen, vor allem bei den von dir gern als Beispiel genannten komplexeren Kreuzungssituationen. Da ist es meiner Einschätzung nach deutlich leichter, z.B. Rollstuhlrouting auf Attribut-Basis zu betreiben. Trotzdem nennst du das als eines deiner Argumente für separate Ways. Dasselbe gilt übrigens für die von dir vorgeschlagene Vorverarbeitung für Renderer. Sie ist in der Theorie möglich, aber eben so viel Aufwand, dass ich es nicht für realistisch halte, dass Renderer dies tun werden. >> Wie soll >> der Renderer - 2D oder 3D - lückenlos an die Straße anschließende >> Gehsteige noch als solche darstellen können? > > Das mag schon eher ein Problem sein, da der Renderer dafür auch die > jeweils richtige Straßenbreite kennen müsste (und zwar ziemlich genau). > Das wird sich vermutlich erst lösen lassen, wenn Straßen und Gehsteige > flächig gemappt werden (wird das einmal kommen?) ;-) Ich finde aber, > dieser Nachteil tritt gegenüber den Vorteilen in den Hintergrund. Ich halte die Vorteile nicht für stark genug, um die Nachteile auszugleichen. Der Vorteil der Intuition beim Mapping (deine Punkte 1 und 3) verschwindet schnell, wenn man dem Editor eine Straßenlayout-Ansicht für die Spur- und Gehsteig-Tags spendiert. Das hilft dann auch gleich bei den Spuren - man bedenke schließlich, dass wir uns auch dort für eine Attributslösung entschieden haben statt für getrennte Ways. Was nicht von der Hand zu weisen ist, ist die höhere Obergrenze bei der möglichen Präszision. Allerdings würde ich hier eine Lösung bevorzugen, bei der das Attribut an der Straße nicht ersetzt, sondern nur ergänzt wird - so dass nur Anwendungen, die die Präzision auch wirklich brauchen, auf die detailliertere Darstellung zugreifen müssen. Zum Vergleich: Bei den vorgeschlagenen Lösungen zum Eintragen von Straßenflächen lassen wir schließlich den zentralen Way nicht wegfallen, sondern ergänzen ihm um eine Fläche mit neu erfundenem Tag. Dafür habe ich noch keine fertige Lösung in der Schublade (und es ist nicht damit getan, einfach beides gleichzeitig zu verwenden), aber es wäre auf jeden Fall eine angenehmere Lösung, als diskutieren zu müssen, welches von mehreren praktischen Anwendungsszenarien wir opfern wollen. >> Für diese Anwendungsfälle ist das Attribut-Mapping nicht nur "gut >> genug", sondern sogar besser. Meiner Meinung nach sollte geklärt sein, >> wie die o.g. Anwendungsfälle weiterhin funktionieren können, bevor man >> Separat-Mapping in Erwägung zieht. > > Ich hoffe, dass meine Vorschläge dafür eine Anregung sein können! Deine Vorschläge sind in der Tat nicht schlecht, aber sie zeigen m.E. auch, dass das Aufbereiten von separaten Ways - auch dort, wo es prinzipiell möglich ist - mit komplexen, fehleranfälligen und rechenintensiven Operationen verbunden ist. Daher bin ich weiter nicht überzeugt, dass Separatmapping der richtige Weg ist. Viele Grüße, Tobias _______________________________________________ Talk-at mailing list [email protected] https://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-at
