Hallo nochmal,
> Also, zumindest in dem Punkt mit den falschen "name"-Tags scheint der
> Entwickler bereits nachgebessert haben: Wenn ich das richtig sehe,
> kann man seit einiger Zeit (zumindest auf Android) über die
> Maps.Me-Editierfunktion nur noch die "name:xx"-Tags bearbeiten. Dabei
> werden offenbar immer die Sprache des jeweiligen Benutzers und die
> Sprache des jeweiligen Landes standardmäßig angezeigt.
Das stimmt, es wird nur ein Sprache-Name Tag hinzugefügt, und da offenbar OSM
Carto wenn ein name in der Sprache in der man die Karte verwendet verfügbar ist
wird dieser name angezeigt, sonst der generelle name Tag. Insofern ist das
schon etwas besser als wenn der echte Name überschrieben würde.
> Ich empfehle dringend, euch mal die App zumindest zu Testzwecken zu
> installieren, um euch ein wenigstens grobes Bild über dessen
> Bearbeitungs-Funktion zu machen.
Habe ich nun auch gemacht. Das Problem ist, dass die App als Offline Map App
beworben wird, und nur als das. Von OSM findet sich zumindest im Apple App
Store kein Wort. Die User haben also keine Ahnung, dass sie sich da eigentlich
auch einen Editor runtergeladen haben.
> > Es scheint aber, dass die App dem User nicht sagt, was mit den Daten
> > passiert.
>
> Das kann ich nicht bestätigen. Nach der ersten Bearbeitung eines
> Objekts bekommt der User einen riesigen Dialog zu Gesicht, der in
> großen Lettern erklärt: „Melden Sie sich an, damit andere Benutzer
> Ihre Änderungen sehen können“.
Das mit riesig ist aber eine Übertreibung.
Der Dialog ist zwar farbig, die Schrift teils fett, aber halt sonst ein 0815
Login Dialog. Auch weiß der User ja nicht, inwiefern andere User dann seine
Sachen sehen können. Der Wortlaut erinnert mich eher an so ein"Friends"-System,
wo dann die Freunde die man irgendwann hinzufügen kann, oder so in der Art von
Social Network, die Punkte sehen können. Von Openstreetmap ist da nicht die
Rede. Es ist nur ein weiterer Anmeldeknopf mit OpenStreetMap beschriftet. Das
sagt noch nicht, dass man sich hier echt zur OSM einloggt.
Vor allem, da man sich ja auch mit FB und Google einloggen kann. Ein normaler
User schaut nicht was da steht sondern drückt instinktiv auf den Button, der
ihm am bekantesten vorkommt. Das wird wohl ein Login mittels Google oder
Facebook sein. Der User glaubt, er loggt sich privat bei Maps.ME, bzw
"mapswithme" wie es auch heißt, ein. Dass er sich damit bei der OSM registriert
und die Änderungen in die Produktion lädt wird dieser User, der ja OFFLINE
Karten will, nicht erlesen aus dem Dialog.
Hab ein paar Screenshots ( [0] ) gemacht, mit denen ich eventuell einen
Blogpost erstellen werde um zukünftige User zu warnen. Werde auch den
Developern die kritischen Punkte schreiben. Die sollten die Offline Karte und
den Editor noch besser trennen.
Was mir auch auffiel: Wenn mann einmal bei einer Node auf "´Sichern" gedrückt
hat und dann in der Dialogbox die aufpoppt ("Wollen Sie sie an alle Benutzer
senden"), bestätigt (und sich wenn noch nicht gemacht einloggt, (dazu wird man
ja quasi "gezwungen", obwohl man nur unschuldig auf Sichern klickte) dann
scheint das noch immer so, als ob man die Änderung in das Maps.ME Netz kommen.
(dass es ja offensichtlich nicht gibt, die hauen einfach alles in OSM...).
Auch dass diese Dialogbox nur "Senden" und "Abbrechen" hat ist irreführend. Der
User will logischerweise die Node die er grad gesetzt hat in der Offline map
speichern. "Abbrechen" würde heißen, dass die Node verworfen wird. Das will der
User ja nicht! Somit drückt er auf Senden. Und schon hat man die "Coffee with
Aunt Augusta" Node in der OSM.
Im Dialog steht zwar auch, dass die Nodes überprüft werden, aber was da alles
in der OSM landet, kann dieses "Überprüfen" nicht sonderlich toll sein. Oder
sie machen es erst seit gestern??? Müsste schauen wann die App das letzte
Update hatte...
Dennoch, dem User wird nie wirklich gesagt, dass das nicht nur in so eine Art
Soziales Ort-Netzwerk geht, wo halt andere Leute drauf zugreifen können,
sondern dass hier echt alle Daten auf die OSM geladen werden.
Auch sind wohl OSM-Mapper hier etwas betriebsblind. Wenn man MAPS.ME aus dem
OSM-Kontext kennt, und dann so ein login kommt ist "unsereins" ja alles klar.
Einem User der die OSM nicht mal kennt, der insofern einen Vertrag mit MAPS.ME
hat und nicht mit OSM, der weiß dann alles, was hier offenbar als normales
Wissen angesehen wird nicht. Auch weiß man nicht wie gut (oder schlecht) die
verschiedenen Translations der App sind. Da kann von Sprache zu sprache nochmal
Info verloren gehen.
Ich denke die Developer von Maps.ME dachten, dass die User ihrer Karten mit
korrekten Nodes die verwendete Karte (OSM-Daten) verbessern würden, dass aber
viele solche Nodes wie "Ferienhaus", "Meetingpoint mit Tante Rose" oder
"Busstop: Maschiene hier" mappen würden war den Devs wohl nicht klar.
Entweder man bietet Offline Maps an (wo User sowas halt machen), oder einen
Online-Maps-Editor. Das eine im anderen zu verstecken ist der falsche Weg.
Und dass dann gerade zur Urlaubszeit, wo Leute diese App schnell schnell in
Betrieb nehmen, und alles überlesen, sich diese false edits häufen ist auch
kein Wunder.
Naja, vielleicht nehmen die Devs es ja ernst, wenn ich ihnen das schreibe...
Danke für die Kommentare bisher
Mit freundlichen Grüßen
RobinD. (emergency99)
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