On 17.09.2018 10:50, Marcus MERIGHI wrote:
ich ueberlege, ob es angebracht ist, weglose Anstiege auf Berge in der
OpenStreetMap einzutragen.

Ich fuehre unten ein paar Gedanken an und wuerd' mich ueber
Rueckmeldungen freuen.

In OSM wird die "ground truth" getaggt; diese gibt es bei einem
"weglosen Anstieg" naturgemaess nicht.

Kommt darauf an. Einen weglosen Anstieg sollte sich der Mapper nicht aus den Fingern saugen, sondern die Info sollte irgendwie verifizierbar sein. Wenn ein wegloser Anstieg mit farbigen Punkten markiert ist (wie z.B. auf der Hohen Wand), ist die Verifizierbarkeit schon gegeben. Manche alpinen Klassiker sind unmarkiert, aber in der Führerliteratur so genau beschrieben, dass der Bezug zur "ground truth" hergestellt ist (rechts die rote Verschneidung hinauf in eine Scharte usw.). Die "ground truth" ist da genau wie bei der Benennung von Berggipfeln, Gräben usw.: Die Namen sind vor Ort meist nicht angeschrieben, aber wenn sie in der Literatur belegt sind, mappen wir sie trotzdem.

Man muss halt mit Augenmaß agieren. In einem Klettergarten, wo die Routen im Meterabstand nebeneinander liegen, wär es kontraproduktiv, sie alle als highway=path zu mappen, denn mit so einem Gewirr in der Karte kann keiner was anfangen. Da finde ich climbing=route schon angemessener. Aber wenn durch eine hundere Meter breite Wandpartie genau ein einziger dokumentierter Durchstieg führt und der die einfachste und logischste Route bildet, dann kann es schon hilfreich sein, den zu mappen: Sowohl für jene, die ihm folgen wollen, als auch zur Orientierung für andere. Als Beispiel fällt mir der Bilgeristeig auf der Hohen Wand ein, und auch der Hochlauf auf dem Schneeberg ist ein Anwärter (den ich leider noch nicht komplett gegangen bin).

Von manchen wird das Mappen in Vergessenheit geratener (und darum unkenntlich gewordener) Routen als Bewahrung eines Kulturgutes für sehr wichtig erachtet.

Ich versehe diese paths mit den entsprechenden Tags (SAC=,
trail_visibility, width=0).

bitte kein width=0, aber die anderen Tags verwende ich auch, und ggf. auch uiaa_scale=*.

Denn was nach dieser Diskussion bleibt, ist die Verantwortung. Will ich
in der Zeitung lesen, dass eine/r dort abgestuerzt ist, wo sie/er nur
hinkam, weil ich es eingezeichnet habe?

Du willst keine Renderer-Diskussion, aber solche Fälle sind die Folge eines primitiven Renderings in Kombination mit fehlender Eigenverantwortung.

Ich hatte auf auf gipfeltreffen.at schon Menschen, die solche Anstiege
in der OSM gefunden und ausprobiert haben.

gipfeltreffen.at ist nur noch ein Ratequiz-Portal. Ursprünglich war es ein Bergsteigerforum, und es gehört zum Alpinismus dazu, unbekannte Anstiege auszuprobieren. Natürlich weiß jeder Alpinist, wo er umkehren muss. Einem Anstieg zu folgen, bis man sich weder vor noch zurück traut und dann von der Bergrettung geborgen werden muss, ist ein Anfängerfehler. Der wird aber in der Realität nicht dadurch ausgelöst, dass ein wegloser Anstieg in OSM eingezeichnet ist, sondern eher umgekehrt: Ein Wanderer folgt Markierungspunkten oder einer Steigspur in dem Glauben, dass dort der einfache, in der Karte eingezeichnete Wanderweg weitergeht. Der Steig wird immer schwieriger und gefährlicher. Der Wanderer schaut nochmal auf die Karte und denkt sich: "Da ist nur dieser eine Weg, also muss ich noch richtig sein!" Wäre der schwierige Weg eingezeichnet, würde der Wanderer schon an der Abzweigung aufpassen oder spätestens jetzt seinen Verhauer erkennen.

Konkretes Beispiel:
https://www.openstreetmap.org/way/623761885

Dazu kann ich mangels Ortskenntnis nichts sagen.

On 17.09.2018 14:56, Marcus MERIGHI wrote:
ich verwende dafuer gerne Baustellen-Absperrbaender; leicht
anzubringen (wenn auch unangenehm vorzubereiten, die Streifen) und
verschwinden innerhalb einiger Jahre von selber (bleichen aus,
zerfetzen).
Ich markiere allerdings nicht einen Weg, sondern Orientierungspunkte und
Entscheidungshilfen: *nicht* die linke Rinne nehmen, die hoert auf.

Die Markierungen sind nicht unbedingt fuer andere sondern auch fuer
mich... fuer die naechste Begehung nach einiger Zeit...

Vorschlag: ich tagge die Markierungen und lasse den Weg weg?

Ehrliche Meinung: Solche Baustellen-Absperrbänder würde ich bestenfalls als landuse=landfill mappen. Bitte unterlass diese Vermüllung der Natur. Keiner außer dir weiß, was mit dem Band gemeint ist. Wenn dein Orientierungsvermögen nicht ausreicht, dass du mit GPS-Hilfe eine Abzweigung wiederfindest, dann bediene dich klassischer Metoden wie Steinmänner oder Ritzzeichen. In OSM haben diese Routen, die du dir selber ausgedacht hast, nichts verloren.

--
Friedrich K. Volkmann       http://www.volki.at/
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