On 18.06.19 00:36, Kevin Kofler wrote:
Ich hatte mal eine Lehrveranstaltung in der Liechtensteinstraße 22. Dort gibt es mindestens 3 getrennte Gebäudeteile: vorne im Erdgeschoß ein Supermarkt, über dessen Eingang logischerweise nur der Supermarkt selbst erreichbar ist, dahinter ein Stiegenhaus mit Lift, von dem aus der gesuchte Raum aber auch nicht auffindbar war, und ganz hinten ein Stiegenhaus ohne Lift, über das ich von Ortskundigen hinaufgeschickt wurde. Dabei hatten die Gebäudeteile nicht einmal getrennte Adressen!
Ich kenne das Gebäude nicht. Im Moment hat hat es in OSM die Hausnummer 22-22a. Daran ist was faul, denn Hausnummern mit a, b... werden in Wien dann vergeben, wenn ein neues Haus eingefügt wird und man nicht die Nummern aller folgenden Häuser erhöhen will. Hausnummern mit "bis" werden im umgekehrten Fall vergeben, nämlich wenn dort, wo früher 2 Häuser waren, jetzt nur noch 1 großes ist und man in den Hausnummern keine Lücke lassen will. Im konkreten Fall trifft beides nicht zu und es spricht somit nichts dagegen, dem Haus einfach die Nummer 22 zu geben. Auch der Spar hat laut Website nur die Hausnummer 22 und nicht 22-22a. Dort, wo in der Basemap die Nummer 22A anzeigt, sieht man in Google Streetview tatsächlich einen Eingang mit der Nummer 22A, aber wohlgemerkt mit großgeschriebenem A, und es ist hochgestellt. Weiß jemand, was diese Großbuchstaben bedeuten?
Diesen Eingang kannst du nicht meinen, denn das A wär dir aufgefallen. Dein Stiegenhaus mit Lift muss also irgendwo im Durchhaus sein und das ohne Lift dahinter im Hof (Node 1708783545). Dessen Tagging (access=customers) passt aber nicht zu deiner Angabe, dass dort eine LVA stattgefunden hat. Und in der Basemap steht da die Stiegennummer 4 – doch wo ist die Stiege 3? Die wird in der Basemap unterschlagen. Wenn dort Stiegennummern angeschrieben sind, dann hättest du nicht rätseln müssen, welche Stiege die richtige ist.
Jedenfalls sieht man in diesem Fall, dass es nichts bringt, die Hausnummer an den Haupteingang zu setzen, denn der Spar ist so weder auffind- noch routbar (selbst wenn sein Eingang gemappt wäre), und auch zu dem Eingang, wo deine LVA stattfand, wärst du nicht hingeroutet worden.
Wenn man die Hausnummer aufs ganze Gebäude setzt, können Anwendungen dem Benutzer wenigstens die Ausdehnung des Gebäudes anzeigen, in dem er sein Ziel suchen muss. Und wenn der Hörsaal oder das Institut als POI gemappt ist, dann ist sogar klar, auf welcher Seite des Gebäudes man zum Suchen anfangen muss. Einen Eingang beim Routing sicher zuordnen geht nur mittels Indoormapping. Beim Spar ist das ganz einfach: Man muss ihn nur flächig mappen, und der Eingang schließt dann direkt an. Bei der LVA müsste man zusätzlich zum Institut auch das Stiegenhaus und ggf. einen Korridor mappen um die Verbindung herzustellen. Ich weiß nicht, ob irgendein Router das überhaupt schon kann, aber die Firma Merz (alias Weltstaat) hat in Wien schon alle U-Bahn-Stationen in OSM mit solchem Indoormapping zugepflastert, und die werden das nicht aus Idealismus gemacht, sondern einen konkreten Zweck damit verfolgt haben.
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