Hallo Frederik und liLi, an Dir scheint ein wahrer Diplomat verloren gegangen zu sein. ;-) Aber ich beginne tatsächlich langsam zu ahnen, was hier noch für Probleme zu bewältigen sind ... Wirkt auf mich allerdings auch schon jetzt leider ziemlich demotivierend. Denn dass die Möglichkeiten mit dem jetzigen doch noch sehr flachen Datenmodell sehr schnell ausgereizt sind, leuchtet mir natürlich auch jetzt schon ein und mindert automatisch auch mein eigenes Interesse wieder etwas.
Sicherlich ist die Masse derjenigen, die das Datenmaterial zusammentragen, in erster Linie nur daran interessiert, ad-hoc ihre "eigenen" Karten rendern und frei verwenden zu können. Erst von ihnen lebt aber das Projekt, und ihnen verdankt es auch seinen großen Erfolg, weshalb man wohl auch tatsächlich die Interfaces für sie so einfach wie nur irgend möglich gestalten muss. Da würde es sicherlich schwierig, einen dem kurzfristigen, persönlichen Nutzen dieser Einzelpersonen übergeordneten Geist verbreiten zu wollen, demzuliebe sich die Leute plötzlich über die grafischen Darstellungsmöglichkeiten hinaus auch noch Gedanken über etwaige Routingfunktionen in der Zukunft machen sollten. Hinzu kommt aber sicherlich auch noch, dass die Anforderungen, die Otto Normalverbraucher an ein proprietäres Navigationssystem stellt, nach meiner persönlichen Meinung wohl niemals von einem solchen Projekt erfüllt werden können. Man wird sich wohl eben nie wirklich darauf verlassen können, dass alle Straßen und Relationen so korrekt und konsistent ausgezeichnet sind, dass man auf die Anschaffung einer kommerziellen Navigationssoftware (die ja schon heute auch recht erschwinglich ist) verzichten könnte. Denn dafür bräuchte es wohl mehr, als Anleitungen von einem Umfang, den durchschnittlich ambitionierte Freiwillige gerade noch bereit wären, sich zu Gemüte zu führen. Nicht umsonst ist gutes Personal schließlich auch teuer ... Wenn es also überhaupt gehen könnte, auch solche ehrgeizigen Ziele irgendwann einmal zu erreichen, dann meines Erachtens nur auf die Weise, dass man eben doch ein paar mehr verbindliche Standards (auch und gerade, was die Tag-Bezeichnungen betrifft) für die Datenauszeichnung festlegt - ich weiß, ich weiß, derzeit ebenfalls noch absolut nicht mehrheitsfähig ... Aber ich denke, nur so ließe sich die erforderliche Basis schaffen, auf der auch entsprechend komfortable Datenerfassungssoftware aufbauen könnte, die dem Nutzer gerade dadurch, dass sie eben Vorgaben macht, statt ihn allein zu lassen, die Arbeit effektiv erleichtert. Die bisher gesammelten Erfahrungen sollten doch mittlerweile ausreichen, um einigermaßen einschätzen zu können, welche der bisher genutzten Tags sich definitv bewährt haben und deshalb für eine Standardisierung sinnvoll erscheinen und welche eben nicht. Und falls dies alles nichts nützt, weil zu viele Querdenker wie ich alles wieder ganz anders machen würden als ich: Was spräche denn gegen die Initiierung eines Unterprojektes, das sich zum Zwecke verbesserter Erfassungssoftware dieser Aufgabe der verbindlichen Standardisierung (und evtl. auch der schrittweisen sinnvollen Erweiterung des Datenmodells - natürlich unter Erhaltung der Abwärtskompatibilität) verschreibt? Die bisherige Philosophie der Freiheit beim Taggen müsste hierzu ja nicht generell eingeschränkt werden. Nur ein etwa auf diesen Standards aufbauender Editor würde dem Benutzer dann eben entsprechende Vorgaben machen. Und wenn dieser sich dann aufgrunddessen durch eine komfortablere Benutzung auszeichnet und sich den Leuten womöglich auch noch der tiefere Sinn der Standardisierung selbst erschließt, dürfte sich der Erfolg doch auch von selbst einstellen? Wäre dieser Weg diplomatisch genug? Ließen sich dafür hier evtl. auch ausreichend Mitstreiter finden? Oder haltet Ihr das alles für völligen Quatsch? Für Diskussionsbeiträge und weitere Denkanstöße dankbar! Schöne Grüße, Frank > > Das verstehe ich eigentlich auch nicht. Gegen eine > Erweiterung der Datenbank > > um zusätzliche Relationen [...] > > Es gibt derzeit in der Datenbank nur die Relationen "segment geht von > node nach node" und "way benutzt segment". Es gibt keine > Moeglichkeiten, > eigene Relationen festzulegen (z.B. "node liegt an way", um zu > signalisieren, dass der Hauseingang von dieser Strasse kommt, oder > "Abbiegeverbot von way nach way an Kreuzung node"). > > Es ist wuenschenswert, ein allgemeines Konzept fuer Relationen > aufzustellen, das aehnlich flexibel ist wie das mit den Tags. Das ist > aber eine komplizierte Sache, da muessen ja auch die Editoren > und ggf. > sogar Renderer mitspielen, das API muss veraendert werden und > so weiter. > > Solch komplizierte Aenderungen sind im OpenStreetMap-Projekt > sehr schwer > durchzusetzen. Staerker noch als andere Open-Source-Projekte > besteht OSM > aus lauter Individualisten, die "mal eben schnell ueber nacht > was cooles > hacken", aber deren Teamfaehigkeit nicht so ausgepraegt ist. > > Diskussionen ueber kuenftige Neuerungen werden oft mit einem > hoeflicheren Aequivalent von "mach's doch selber oder halt den Mund" > abgebuegelt, was einerseits angesichts von Tonnen "guter > Ratschlaege", > die von Aussenseitern ans Projekt herangetragen werden, verstaendlich > ist, auf der anderen Seite aber das Herangehen an komplexe Probleme > effektiv unterbindet. > > Die Herausforderung liegt wohl darin, komplexe Dinge in so > viele kleine > einzelne Haeppchen zu teilen, dass man sie Stueck fuer Stueck durch- > fuehren kann, ohne dass jemand etwas merkt ;-) > > Bye > Frederik > > -- > Frederik Ramm ## eMail [EMAIL PROTECTED] ## N49°00.09' > E008°23.33' > > _______________________________________________ > Talk-de mailing list > [email protected] > http://lists.openstreetmap.org/cgi-bin/mailman/listinfo/talk-de > _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] http://lists.openstreetmap.org/cgi-bin/mailman/listinfo/talk-de

