On Sat, 19 Jan 2008 02:48:54 +0100 Frederik Ramm <[EMAIL PROTECTED]> wrote:
> On Sat, 19 Jan 2008 00:34:53 +0100 > Ulf Lamping <[EMAIL PROTECTED]> wrote: > > > Aus meiner Sicht brauchen wir "allerdringenst" eine Möglichkeit zur > > Qualitätssicherung. > > Das finde ich zwar auch wichtig, aber zugleich ist Deine > Schwarzmalerei nicht gerechtfertigt. > [ ... ] > > > Eine Datensammlung aufzubauen, die nach und nach wieder > > kaputtgemacht wird ohne das ich was dagegen tun kann ist für mich > > irgendwie sinnlos und hat mehr den Charakter eines Spielzeugs ... > > > > Wenn erstmal genügend engagierte Mapper resignieren, ist es bereits > > zu spät ... > > "kaputt" ist vermutlich relativ. Ich sag es mal so: Wenn OpenStreetMap > ein durchschlagender Erfolg wird und sich irgendwann eine Million > Leute in Deutschland daran beteiligen, dann wird von den feinsinnig > gemalten Kreuzungen eventuell nicht mehr viel uebrig bleiben, dann > wird es standardisierte Tools geben, mit denen auch jemand, der nicht > zur geistigen Elite gehoert, eine halbwegs navigierbare Kreuzung > irgendwo hinklatschen kann. Es mag schon sein, dass sich die Werkzeuge so weiterentwickeln, dass der Benutzer die Wege so zusammensetzt wie die Teile einer Carrera-Bahn, Bauteile eines Baukastens oder Komponenten eines UML-Diagramms. Blick in die Zukunft: Der Benutzer waehlt aus einer hierarischen Liste eine Komponente (z.Bsp. ein 4-er Kreuzungsteil) und plaziert sie durch Drag-n-Drop in die Karte, an die, an den Komponenten befindlichen Anschluesse (Connectors), lassen sich weitere Komponenten andocken (im Beispiel hat die Kreuzung vier Anschluesse, daran koennten 4 gerade Wegstuecke angeschlossen werden, an die Wegstuecke weitere Wegstuecke, Kurven, Bruecken, etc.). Zusammengehoerige Komponenten koennen gruppiert werden und bilden dadurch einen Straszenabschnitt der dann benannt werden kann (laesst ja mit Relationen abbilden). Hat der Benutzer einen Teil einer Strecke grob nachgebildet, kann er eine Gruppe von Bauteilen oder ein einzelnes Bauteil im 'Edit Modus' verfeinern, Nodes verschieben, hinzufuegen, et cetera. Ich habe das Beispiel mal in einer PDF-Datei illustriert und im Wiki hochgeladen (ich hoffe niemand hat was dagegen), klickt man seitenweise durch ist es ein wenig animiert. http://wiki.openstreetmap.org/index.php/Image:Openstreetmap_editor_building_block_principle.pdf > Viele von den Feinheiten, ueber die wir > heute diskuteren, werden dann vermutlich einfach in der Masse > untergehen, das Projekt aendert seinen Schwerpunkt von "Spielwiese > fuer Geo-Geeks" zu "Deutschlandkarte fuer Bildzeitungsleser". Bis > dahin hat vermutlich so ziemlich jeder engagierte Mapper resigniert. > Aber die braucht man dann ja auch nicht mehr... > > Nicht, dass ich das fuer eine besonders tolle Perspektive halte, aber > wollen wir dann irgendwann Mauern aufbauen und nur noch Leuten mit > OSM-Fuehrerschein Aenderungen gestatten? > Zurueck zum eigentlichen Thema. Ich vermute dass sich bis dahin eine Methode finden laesst um groeszere Schaeden an bereits vorhandenen Daten zu verhindern, so dass keiner resignieren muss. Eine Idee die mir schon seit einiger Zeit im Kopf rumschwirrt, ist das Sperren von Wegen durch die Verwendung von Relationen. Wir haben sie nun mal, warum sollte man sie nicht sinnvoll nutzen?! Sieht man den Streckenverlauf einer Autobahn oder eines Autobahnabschnitts als 'sicher' an, da die Wege nicht von den (sagen wir mal 50) vorhandene GPS-Traces abweichen, legt man eine Relation fuer die Autobahn an. type=lock Die 'sicheren' Wege gibt man als Mitglied (Member) der Relation an, die Rolle/Funktion koennte 'node_position_lock', 'name_edit_lock', 'ref_edit_lock' und so weiter sein, um die Verschiebung von Nodes, das Bearbeiten des 'name'- bzw. des 'ref'-Tags zu verhindern. Die Aenderung von gesperrten Wegeigenschaften erfolgt erst nachdem ein Dialog mit einer Warnmeldung positiv bestaetigt wurde. Oder, der Benutzer der die Relation anlegt wird automatisch ein Mitglied der Relation mit der Rolle 'editor', weiteren Mitgliedern kann das Aendern gestattet werden, in dem sie mit in die Relation aufgenommen werden und ihnen die Rolle 'editor' zugewiesen wird. Voraussetzung ist dafuer, dass Benutzer(-IDs) Mitglied einer Relation werden koennen. Sperrende Relationen sollte nicht nur fuer Autobahnen angelegt werden koennten, sie kann es fuer alles moegliche geben, Ortschaften, Stadtteile/-bezirke, Fluesse, usw. und so fort. Ein kleiner Nebeneffekt dieser Methode (das Nutzen von Relationen zum Sperren bestimmter Aktionen) hilft eventuell dabei noch ein weiteres Problem, das in der letzten Zeit sowohl in dieser als auch in der englischen 'Talk'-Liste diskutiert wurde, zu loesen. Die Qualitaetssicherung ("[OSM-talk] OSM needs a measure for completeness"). So koennen Wege die eine Sperre fuer die Aenderung der Position, des Wegtyps (highway/railway/waterway) und des Namens (name/ref/...) haben als komplett angesehen werden. Das sind nur ein paar Ideen, sollte jemand der Meinung sein, dass sich etwas sinnvoll daraus entwickeln laesst, wuerde ich eine 'Relations/Proposed/Lock'- oder 'Relations/Proposed/Locking'-Wikiseite anlegen, auf der man diese und weitere Ideen diskutieren koennte. Vielleicht laesst sich fuer den JOSM ein Hack schreiben, mit den man die Funktionsweise schon etwas testen kann. JOSM zeigt ja bereits einen Dialog wenn man versucht Wege zu vereinen die unterschiedlichen Relationen angehoeren. Happy Mapping, Christian (Miskellaneous) _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] http://lists.openstreetmap.org/cgi-bin/mailman/listinfo/talk-de

