On Sunday 06 April 2014, Falk Zscheile wrote: > [...] > Was ist deiner Meinung nach die "inherente Problematik" einer > Klassifizierung? Die Abstrahierung der uns umgebenden Umwelt?
Nein, sondern die Notwendigkeit, in jedem Fall eine entweder-oder-Entscheidung zu fällen. Mit einem allgemeinen landcover-Schema gäbe es halt ein landcover=grass und ein landcover=trees und man müsste sich bei der Streuobstwiese unsinnig entscheiden, was man nimmt. Das wäre gegenüber der derzeitigen Situation, wo man zumindest teilweise natural- und landuse-Tags kombinieren kann, nochmals verschärft. Auch wenn man in der gerenderten Karte am Ende vielleicht nur entweder das eine oder das andere darstellt, sollte man das nicht schon bei der Erfassung vorbestimmen. > > Was sehr schön wäre ist, wenn es möglich wäre, die gröbsten > > Inkonsistenzen durch gezielte und ggf. auch radikale Änderungen an > > den im Wiki dokumentierten Regeln und entsprechend im > > Standard-Rendering-Stil zu ändern. Ob das jeweils dann als > > landuse-, landcover- oder natural-key läuft, ist denke ich egal - > > die meisten Mapper interessieren sich eh nicht für die Feinheiten > > der Semantik. > > Deswegen ist es auch so Wichtig nicht mehrere wichtige Informationen > in einem Tag zu "verstecken". Eine einfach Semantik im Sinne von nur > eine Hauptinformation pro Tag wäre wünschenswert. Ich denke, da sind wir uns weitgehend einig, ich denke aber auch, dass dies eher durch klarere Eingrenzungen bestehender Tags als durch Schaffung vollkommen neuer gelingen könnte. Generell scheint es mir von primärer Bedeutung, dass der Mapper für das, was er sieht, die passenden Tags findet. Dafür ist es oft sehr hinderlich, wenn die Tags in ihrer Bedeutung viele Aspekte kombinieren, wie es ja leider oft vorkommt. Gleichzeitig ist es aber auch erschwerend, wenn der Mapper für die exakte Beschreibung von dem was er sieht ein halbes Dutzend Tags kombinieren muss und der Renderer dann trotzdem nur eines davon für die Darstellung nutzt. Sieht der Mapper zum Beispiel einen Park, ist es durchaus recht praktisch, dass er das leisure=park taggen kann und damit fertig und nicht eine Kombination von landcover=grass trees=yes access=public purpose=recreation sitting=yes walking=yes running=no bike=no children=yes ballsport=no verwenden muss, um das zu umschreiben und der Renderer es dann trotzdem genau wie eine Viehweide darstellt. Ideal ist es natürlich, wenn beides möglich ist, es also fein granulierte Tags gibt sowie shortcut-Tags für gängige Kombinationen. Das würde aber vor allem von den Renderern eine intelligentere Tag-Auswertung erfordern. > > Es > > gibt ja immer wieder vernünftige Ansätze in der Richtung, die sich > > aber meist im Sand verlaufen. Zuletzt wenn ich mich recht erinnere > > zum Beispiel zum natural=wood/landuse=forest-Chaos, woraus dann > > aber auch wieder nichts geworden ist (warum eigentlich?). > > Woran machst du fest, dass sich nichts entwickelt. An welchen > Kriterien würdest du erkennen, dass sich etwas ändert oder eben > nicht? Nur weil man nicht gleich los zieht und alle natural=wood > löscht heißt das doch nicht, dass sich nichts entwickelt. Ich habe nicht gesagt, dass sich nichts entwickelt, sondern dass es wünschenswert wäre, wenn erlangte Erkenntnisse über notwendige und sinnvolle Änderungen nicht so oft wieder verloren gehen. Es gibt natürlich auch gute Gründe, weshalb das passiert, aber letztendlich haben wir in OSM da schon ein gewisses Skalierungsproblem, dadurch dass mit zunehmender Größe des Projektes grundsätzliche Änderungen schwieriger werden und sich Strukturen stärker zementieren. So etwas wie das natural=wood/landuse=forest-Problem würde es schon erfordern, dass die OSM-Community zu der kollektiven Erkenntnis kommt, dass man sich da etwas verrannt hat und das jetzt korrigiert. Und dann den Mut und die Koordination aufbringen, das umzusetzen. -- Christoph Hormann http://www.imagico.de/ _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] https://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

