Hallo, organisiert durch den 'Regionalverband Ruhr' (www.rvr-online.de) fand heute (17.09.08) in Essen eine OSM-Informationsveranstaltung für Kommunalverwaltungen statt. Ca. 10 Kommunen hatten Vertreter geschickt. Die 50 Mitgliedskommunen des Verbandes werden das Ergebnisprotokoll bekommen.
Auslöser war der Wunsch nach Datenspenden, der an verschiedene Kommunen herangetragen wurde. Das hatte zum Teil zu "Irritationen und Befürchtungen" geführt. Es war also notwendig, einige Missverständnisse über OSM auszuräumen. Zuletzt hatte Tobias Wendorff bei der Stadt Dortmund nachgefragt. Da man innerhalb des Regionalverbandes einheitlich vorgehen möchte, bat man die OSM-Community um Informationen. Tobias und ich standen heute morgen mit Vorträgen und für Fragen zur Verfügung. Vortrag: 1. F.J.: "Ideologischer Teil" - Einführung/Grundsätzliches - Idee der freien Geodaten - lokales Wissen für globale Geodatenbank - vielfältig Verwendungsmöglichkeiten - auch "Rohdaten" (Vektoren) 2. T.W.: "Technischer Teil" - Daten und Statistik - Komponenten und Organisatorisches - Editoren und Datenmodell - Entwicklung in Deutschland 3. F.J.: "Praktischer Teil" Die zuvor abstrakt/global beschriebenen Sachverhalte wurden konkret an Beispielen demonstriert. Dabei wurden die OSM-Vorteile - Detailreichtum - freie Verwendbarkeit - Aktualitätsvorsprung kombiniert mit den verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten - Kartenrenderer - Navigation (OpenRouteService.org) - Kartenhintergrund auf Auto-Navi - Web-Map-Service. Um es wirklich praktisch zu spüren wurde z.B. an einem Gebäude dargestellt: Wie komme ich dahin, wo kann ich parken, Fußweg vom Parkplatz zum Gebäude. Diskussion/Fragerunde: Es wurde deutlich, dass die Kommunalverwaltungen ein Problem damit haben, dass "OSM-Deutschland" als juristische Person nicht existiert. Man würde gerne über Nutzungsverträge verhandeln (Wieso eigendlich?) und Vereinbarungen treffen, hat aber keine konkreten Ansprechpartner. Es gibt ein generelles Verständnisproblem, OpenStreetMap als Organisation "fassbar" zu machen. Wer bereits mit freier Software gearbeitet hat, der kann sich unter dem Begriff 'Community' etwas vorstellen. Die Mehrheit denkt aber in den Kategorien 'Vertragspartner, Leistung/Bezahlung, Garantie, Hotline'. Die Bemühungen, "OSM" juristisch zu definieren, ähneln dem Versuch, einen Pudding an die Wand zu nageln. Ein deutscher "OSM e.V." würde diese Not vordergründig etwas lindern, wäre aber wohl bei genauerer Betrachtung nicht in der Lage die erwartete "Rechtssicherheit" herzustellen, da er nicht "Eigentümer der Daten" wäre. Typische Fragen: Wenn einzelne POI-Themen aus OSM (z.B. als WMS-Layer) mit in einem Kommunalen GIS angezeigt werden, wird dann das ganze GIS-System mit der OSM-Lizenz "infiziert" und darf somit von jedem kopiert werden? Wenn eine Stadt Daten spendet und somit die Kontrolle aus der Hand gibt, wer garantiert dann anschließend die Richtigkeit? Kann die Stadt dann für fehlerhafte Daten haftbar gemacht werden? Das Thema 'Datenspende' spitzte sich zu auf die Frage: "Was wollen sie denn genau von uns haben?". Das klingt, als wollte OSM die Kommunen aussaugen, und man steht als Bittsteller da. Daher habe ich eine andere Betrachtungsweise vorgeschlagen: Wie jeder Bürger hat auch eine Kommunalverwaltung die Möglichkeit bei OSM mitzuarbeiten. Dies dient dem Allgemeinwohl, insbesondere den Bürgern (Vereinen, Geschäftsleuten, ..) im eigenen Stadtgebiet. Wenn eine Stadt Daten eintragen möchte, die als Datei vorliegen, ist die OSM-Community gerne zur Hilfe bei der Konvertierung bereit. Hoffnung machte immerhin die Frage nach der Dokumentation des OSM-Datenformates, das bräuchte man ja für die Programmierung eigener Konverter ... Wir wurden dann verabschiedet und es folgte noch eine interne Diskussion ohne die "OSM-Gesandten". Ich bin gespannt auf das Ergebnisprotokoll. -- Frank Jäger http://www.FOTODRACHEN.de _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

