On Mon, 11 May 2009, Tobias Wendorff wrote:

Dirk Stöcker schrieb:
Dass allerdings jemand für LowCost-Empfänger Firmwareupdates anbietet
halte ich für sehr unwahrscheinlich. Das lohnt sich einfach nicht.
Außerdem sind in den nächsten Jahren viele Veränderungen bei der
Satellitennavigation zu beachten, so dass neuere Geräte viel
leistungsfähiger sein werden.

Wie gesagt vermute ich auch immer noch einen Kapitalgedanken dahinter.
Wieso soll ein Hersteller von LowCost-Empfängern ein Update rausgeben,
wenn er gleich eine neue Serie an Receivern herausbringen kann.

Das ist etwas überspitzt. "Kompatibel" heisst das gleiche Frequenzen und ein prinzipiell ähnliches Verfahren genutzt wird. Die komplette Signalverarbeitung ist vollkommen verschieden. Da die Softwareentwicklung heutzutage die Hauptarbeit ist, aber keiner für Firmwareupdates Geld bezahlen würde, wäre es schon komisch, wenn ein Hersteller Updates für alte Geräte anbietet.

Wenn alle drei Systeme nahezu gleichzeitig "online" gehen, dann ist
es natürlich schlecht für den Hersteller, weil er (wie bei DVD-+R)
alles in einem Gerät anbieten muss, um am Markt anzukommen.

Nur um das mal klarzustellen. GPS und GLONASS sind beide etwa gleich alt. GLONASS ist also schon lange online. Nur war in den 90er Jahren der GLONASS-Wartungszustand miserabel (Geldnot) und deswegen hat sich GPS durchgesetzt. In den letzten Jahren geben die Russen wieder reichlich Geld für GLONASS aus, deswegen ist es jetzt wieder im Gespräch. Im hochpräzisen Bereich ist GPS+GLONASS mittlerweile Standard.

Genauso unwahrscheinlich ist es aus meiner Sicht übrigens, dass im
nächsten Jahr mehr als 10 GPS-Satelliten ausfallen werden (die nominelle
GPS-Abdeckung umfasst 21 Satelliten, momentan sind es 31). Der Bericht
hat allerdings einen wichtigen Hintergrund: Relativ viele der Satelliten
sind älter als 10 Jahre (der älteste 19), so dass die
Ausfallwahrscheinlichkeit steigt.

Ich mache mir immer große Sorgen, dass da oben eine Art Kettenreaktion
passiert: Ein Satellit kollidiert mit einem anderen, dann fliegen
kaputte Teile zum nächsten, beschädigen den etc. etc.

Das ist extrem unwahrscheinlich. Kaputt heißt nicht, dass der Satellit kaputt ist, sondern nur, dass die Primärfunktion nicht mehr erfüllt werden kann (z.B. letzte Atomuhr ist kaputtgegangen oder erreicht notwendige Genauigkeiten nicht mehr). Die Satelliten sind deshalb weiterhin steuerbar und werden auf Parkbahnen/Absturzbahnen gelenkt.

Ciao
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