Moin, moin, zu diesem Thema gibt es natürlich schon einige Ansätze in OSM wie z.B. die Segler-Seite oder OpenSeaMap. Die Segler1-Wikiseite richtet sich offenbar an Fahrtensegler oder Motoryachtfahrer, die über kommerzielle Seekarten verfügen und über OSM zusätzliche Informationen im Hafenumfeld suchen. OSeaM und FreieTonne wollen die Inhalte der klassischen Seekarte übernehmen.
Daneben gibt es viele weitere Gruppen, die an Gewässern interessiert sind, wie die Nutzer kleiner Boote (Kajaks, Kanus, Ruderboote, Jollen), Surfer, Kite-Surfer, Badende, Schwimmer, Taucher, Angler, Spaziergänger oder Naturbeobachter. Für viele wären Informationen über die Form der Ufer/Küstenlinie und über Restriktionen bei der Nutzung wichtig, die in der OSM-Datenbank noch weitgehend fehlen. Über die Kennzeichnung der Uferlinie habe ich mir ein paar Gedanken gemacht. Zwischen der Wasserfläche und der genutzten Landfläche liegt oft ein einige Meter breiter Streifen, der begehbar oder nicht begehbar, steil oder flach, bewachsen, natürlich oder künstlich befestigt sein kann. Meist unterscheidet sich diese Uferzone deutlich von der benachbarten Landnutzung. In einigen Fällen, wie beim Strand, braucht man natürlich keine weiteren Angaben. Über ein "shoreline"-tag als Linie könnte man das Ufer (etwa zwei Meter rechts, links und über der Wasserlinie) klassifizieren: wall - senkrechte Mauer oder Spundwand (>1m über Wasser) step - niedrige befestigte Kante (<1m über Wasser) embankment - befestigte Böschung (15-45° Steigung, meist nicht begehbar) slip - befestigter flacher Übergang ins Wasser mud - Matsch, Schlick sand - fester Sand stones - größere Steine rock - Felsküste wood - dichtstehende Bäume scrub - Gebüsch gras - Gras, Rasen reed - Schilf oder andere Wasserpflanzen Einige Werte (wall, reed, sand) sind möglicherweise für die allgemeine Karte interessant, andere würde man nur auf Spezialkarten darstellen. Zur Kennzeichnung von Kaianlagen gab es hier schon eine Diskussion. Ich finde es sinvoller, die physikalischen Eigenschaften der Uferkante einzugeben als die Nutzung. shoreline=wall könnte z.B. als stärkere, schwarze Uferlinie erscheinen. Sowohl für das Meer wie auch für Flüsse und Binnenseen gibt es viele Nutzungseinschränkungen, wie z.B. - Sperrgebiet auf See mit Tonnen markiert - zeitweise militärisch genutzte Seegebiete (Schießgebiete / Übungsgebiete) - Anweisung, 300m Abstand halten, wenn Flagge "B" gesetzt ist - Fahrwasser - Seen, die mit Booten entlang eines Flusses durchquert, aber sonst nicht befahren werden dürfen - festgelegte Bereiche für Schwimmer, für Segler, für Surfer und für Ruderboote/Kajaks auf Seen oder an der Küste - aus Naturschutzgründen gesperrte Ufer- und Wasserbereiche - Privatsee mit öffentlicher Badestelle, die nur von 10 Uhr bis Sonnenuntergang genutzt werden darf - Bootsnutzung auf dem See gegen Gebühr - Badeverbot um eine Stelle mit Klärwassereinleitung - Badeverbot im Hafengebiet - Flüsse, die nur ab einem Mindestpegelstand befahren werden dürfen - Tauchen gegen Gebühr mit vorgeschriebener Mindestausrüstung Es handelt sich meist nur um wenige Regeln pro Binnensee, Fluss oder Küstenabschnitt. Allerdings sind die Regeln meist nur als Text in Verordnungen oder auf Tafeln vorhanden und lassen sich kaum in OSM-Tags vollständig abbilden. In vielen Fällen dürfte es schon hilfreich sein, wenn man in einer Karte überhaupt erkennen kann, dass in einem Gebiet / Flussabschnitt Restriktionen für eine bestimmte Nutzungsart bestehen, etwa als "swimming=yes, diving=restricted, canoe=fee". Ein kurzer Text in Landessprache könnte es genauer erläutern und eine URL auf die zuständige Stelle und aktuelle Informationen hinweisen. Ist so etwas in OSM sinnvoll umsetzbar? Bevor ich die unausgereiften Gedanken auf eine Wikiseite stelle, bitte ich erst mal hier um Kommentare und Verbesserungsvorschläge. Viele Grüße Stephan _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

