Sven Geggus schrieb am 27.11.2009 18:35: > Huh? Besteht die Arbeit eines Karthographen nicht gerade darin aus > rohen Verktordaten mit Attributen also z.B. aus Shapefiles schöne > druckbare Karten (halb-) automatisch oder manuell zu erzeugen? > > Ich hätte jetzt gedacht, dass Programme wie mapnik oder umn-mapserver > Werkzeuge für Karthographen sind um mal zwei Vertreter aus der Open > Source Welt zu nehmen. >
Ähm nein; Kartografie != GIS != "nur Vektordaten plotten". Selbst mit den teuersten, modernsten Programmen wie ArcGIS 9.3 mit Kartografie-Modul ist man von einer vollkommen automatisierten Kartenerstellung noch weit entfernt. Allein aus den Rohdaten bekommt man automatisiert keine gute Karte hin. Es bedarf letztlich menschlicher Urteilskraft, zu entscheiden welche Objekte wichtig oder unwichtig sind und welche wie von anderen verdrängt werden, wo man beim Generalisieren auf Lagetreue achten muss etc. Ein Teil der Arbeit eine Kartografen ist ja schliesslich, die Welt da draußen (bzw die Vermessungsdaten) zu interpretieren und verständlich darzustellen. Dabei lässt sich sicher einiges nach irgendwelchen Regeln automatisieren, aber längst nicht alles. Zudem: jede Regel braucht Ausnahmen; so streng formal ist das Ganze halt doch nicht und überall wo Kreativität gefragt ist, tuen sich Computer für gewöhnlich schwer (wieso fährt mein Auto eigentlich noch nicht von selbst? :)) Schau zB mal hier bei GoogleMaps die Gegend um Innsbruck: http://maps.google.de/?ie=UTF8&hq=&ll=47.258379,11.268368&spn=0.080039,0.154324&z=13 Das sieht in einer topografischen Karte wesentlich aufgeräumter und verständlicher aus. Bei einer Online-Karte (wo man sich noch reinzoomen kann), ist das vlt auch noch verschmerzbar. Doch mit derselben Karte ausgedruckt, hätte man arge Probleme: zB verschwinden einige Objekte (wie der Fluß o. Eisenbahn) komplett unter anderen (Autobahn). Alex _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

