"Bernhard Weiskopf" <[email protected]> wrote: >Die Fläche ist grau, die Grenze zur scharfen Darstellung ist ziemlich genau >der Umriss, der in OSM eingezeichnet ist.
Ich habe mich bei OSM um gesetzeskonforme Daten bemüht. Es kann nämlich in meinen Augen nicht angehen, dass wir unsere Daten "frei"-stempeln und der User sich dann bei deren Gebrauch in rechtliche Nesseln setzt - sei es beispielsweise die Stadt Berlin oder der private User. Das gilt auch bezüglich der Gesetze über Militärgebiete. Wenn es tatsächlich so ist, dass die Bundeswehr unsere Polygone an Bing gesendet hat, um ihre Gebiete zu blurren, hat sie mich schwer enttäuscht. Ohne jetzt das OSM-Licht unter den Scheffel stellen zu wollen, kann sich jeder an fünf Fingern ausrechnen, dass wir keine katastergleichen und somit rechtlich belastbaren Grenzpolygone liefern können. Abweichungen von einigen Metern sind selbst bei großer Sorgfalt noch möglich. Insbesondere in dieser jungen Aufbauphase des Projektes dürften auch grobe Ausreißer vorkommen - sei es durch Vandalismus oder durch vorläufig grobe Erfassung, die noch nicht verfeinert wurde. Die Bundeswehr pocht hier auf einen korrekten Umgang mit den Gesetzen zu Schutzbereichen und deren aicherheitsgefährdenden Abbilden - mit unkorrekten und vermutlich auch unrechtmäßigen Daten. Das geht einfach nicht zusammen. Außerdem lässt sie so auch Privatgelände blurren, über das sie keine Verfügungsgewalt hat. Andererseits bleiben einige Bundeswehrflächen unberücksichtigt. Jahrelang ließ die Bundeswehr im Internet Luftbilder in höchster Auflösung und geroutete Wege bei Google und den Vermessungsbehörden zu. Damit hat sie - gemessen an ihrem jetzigen Verhalten - ein vollkommen falsches Bild von der Schutzbedürftigkeit ihrer Einrichtungen aufkommen lassen. Und nach diesem langen Dornröschenschlaf glaubt sie nun allen Ernstes, mit Blurren das Internet löschen zu können? Die Bundeswehr unterhält einen eigenen Geoinformationsdienst. http://www.gdi-sachsen.de/beitraege/GIS_Forum_2005_Schneemann.pdf Das nötige Fachwissen - auch über OSM - sollte man also eigentlich annehmen. Und warum eigentlich hat dieser eigene Dienst bzw. die Partnerdatenbank ATKIS keine eigenen Polygone? Die Sache gipfelt darin, dass man von Bing verlangt, freie Daten in proprietäre einzubauen. Ich bin ja mal gespannt, was die Recherchen von Joachim und Steve ergeben. Ich hoffe zugunsten der Bundeswehr, dass dies von einer drittklassigen Instanz veranlasst wurde und somit später widerrufen werden müsste. Während die Jungs in Afghanistan ihren Hintern hinhalten, blamiert man sich hier leichtfertig bis auf die Knochen und gibt eine Lachnummer ab, die geeignet ist, das Ansehen der Bundeswehr zu beschädigen. Danke für diese wachsame und jetzt auch mutige Landesverteidigung ;-) _______________________________________________ Talk-de mailing list [email protected] http://lists.openstreetmap.org/listinfo/talk-de

