Am 09.07.2012 08:49, schrieb Jochen Topf:
On Mon, Jul 09, 2012 at 02:52:02AM +0200, Stephan Wolff wrote:
Ich sehe durchaus die von den anderen Beteiligten genannten
Probleme bei der Relationserstellung, -pflege und -auswertung.
Insbesondere bleibt das Henne-Ei-Problem zwischen Softwareanpassung
und Relationsnutzung. Trotzdem betrachte ich die Zusammenfassung
mehrerer Teilobjekte in Relationen als Zukunftsmodell von OSM.

Ich sehe das anders. Relationen haben zu wenig Struktur, um Daten sinnvoll
zu halten und effizient verarbeitbar zu machen. Und sie modellieren die Welt
auf der falschen Ebene. Menschen denken nunmal nicht in Verbindungen zwischen
Objekten in der Art und Weise, wie Relationen das tun.

Das glaube ich nicht. In OSM besteht eine Straße meist aus mehreren
Objekten mit gleichem Namen und unterschiedlichen Eigenschaften.
Kein Mensch würde sagen, dass es drei hintereinanderliegende
"Goethestraßen" gibt. Fast jeder beschreibt eine Straße, deren
Abschnitte sich z.B. in der erlaubten Geschwindigkeit unterscheiden.
Das gleiche gilt für andere zusammengesetzte Objekte.

Natürlich gibt es in OSM abstrakte Relationsobjekte (z.B.
Abbiegerelationen) oder schlecht umsetzbare Konzepte (z.B.
Buslinien mit mehreren Varianten). Aber um solche Relationen
geht es in Jans Frage nicht.

Was wir brauchen sind Objekte, die der Mapper verstehen kann, die sein Bild der
Welt umsetzbar machen.

+1

Man könnte natürlich alles auf die Tools schieben und sagen, dass die Tools
(also Editor, Renderer, usw.) halt diese Objekte, die ein User verstehen
soll, auf Basis von Nodes, Ways, und Relations darstellen sollen.

Im idealen Renderer sollte es keinen Unterschied machen, wie ein Objekt
OSM-intern angelegt ist. Ein Split eines Weges sollte keine Auswirkung
auf die Darstellung des Namens haben.
Eine Suche würde zu einem realen Objekt genau einen Treffer bei OSM liefern.
Im idealen Editor könnten zusammengesetzte Objekte durch "Vererbung"
der Tags fast transparent sein, so dass der Mapper bei Änderungen der
Geometrie nichts von der internen Struktur sieht.
Das ist alles natürlich sehr mühsam umzusetzten.

Und wenn man den Schritt geht, dass man in höheren Abstraktionen denkt, die
die Welt "näher am User" modellieren, dann gibt es eigentlich auch keinen
Grund mehr, das auf Relationen aufzubauen, weil die komplex sind und schwierig
und langsam zu verarbeiten. Dann sollte man besser eine Datenstruktur finden,
die dem Modell angepasst ist und von der man sich sehr genau überlegt hat,
wie man sie effizient verarbeiten kann.

Wie würde sich die Datenstruktur von einer Relation unterscheiden?

Viele Grüße
Stephan





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