Sehr geehrte Frau Fegebank, sehr geehrter Herr Dr. Tschentscher,
wir schreiben Ihnen aufgrund des Referentenentwurfs aus dem 
Bundesinnenministerium, der darauf abzielt, alle Personen, die ihren Namen oder 
Geschlechtseintrag nach dem Selbstbestimmungsgesetz geändert haben, in einer 
neuen Kartei zu registrieren.
Der CCC Hansestadt Hamburg e. V. ist ein Verein aus der demokratischen Mitte 
Hamburgs. Wir engagieren uns in den Bereichen Datenschutz, Datensicherheit und 
Technik, stellen der Zivilgesellschaft unser Fachwissen zur Verfügung und 
bieten Orte des Austauschs. Auch anderen Gruppen und Vereinen stehen die 
Mitglieder unseres Clubs regelmäßig mit Rat und Tat zur Seite. Unser offener 
und diverser Verein ist auch ein Zuhause für viele queere und trans* Personen, 
die von dem Entwurf des Bundesinnenministeriums unmittelbar betroffen sind.
Als Spezialist*innen für Datenschutz arbeiten wir stets mit dem etablierten 
Grundsatz, dass die Anzahl der erfassten Daten minimiert und der Zugang zu 
vorhandenen Daten effektiv abgesichert werden muss. Der Vorschlag des 
Bundesinnenministeriums, den zentralen Meldedatensatz um Punkte zu ergänzen, 
welche zweifelsfreien Aufschluss über die Trans*-Identität von Bürgerinnen und 
Bürgern geben, schockiert uns deshalb gewaltig.
Sollte der Referentenentwurf unverändert in Kraft treten, wären diese 
Informationen praktisch sämtlichen Mitarbeitenden aller Behörden mit Zugriff 
auf das Melderegister zugänglich, denn in der Praxis findet keine wirksame 
Zugriffsbeschränkung oder -protokollierung statt. Es handelt sich hierbei 
jedoch um hochgradig sensible Daten, da die betroffenen Personen vermehrt von 
Diskriminierung und Hasskriminalität bedroht sind.
Deutschland hat mit dem Selbstbestimmungsgesetz 2024 einen deutlichen Schritt 
in Richtung Gleichberechtigung und Selbstbestimmung für transgeschlechtlich 
lebende Menschen gemacht. Aus gutem Grund enthält dieses Gesetz auch ein 
Offenbarungsverbot für die ursprünglichen, falschen Daten, die besonders 
geschützt werden müssen.
Vorstöße wie der vorliegende Referentenentwurf zielen auf einen Rückschritt zu 
einer verschlossenen und diskriminierenden Gesellschaft, in der trans* Menschen 
ausgegrenzt und mit Misstrauen behandelt werden – obwohl sie seit Jahrzehnten 
nichts anderes fordern, als in Frieden ein selbstbestimmtes Leben führen zu 
können.
Wir setzen unser Vertrauen in Sie als Vertreter*innen der zwei größten sozialen 
Parteien Deutschlands, unsere Grundrechte zu schützen. Besonders in Bezug auf 
die aktuellen politischen Entwicklungen kann nicht ausgeschlossen werden, dass 
ein einmal angelegter Datensatz in Zukunft auch auf andere Art und Weise 
verwendet oder missbraucht wird. Wenn trans* Personen in einer gesonderten 
Kartei registriert werden, lässt sich diese Liste nur allzu leicht auf dieselbe 
Art und Weise verwenden wie einstmals die sogenannten “Rosa Listen”, anhand 
derer homosexuelle Männer in Deutschland verfolgt wurden.
Daher verlassen wir uns darauf, dass Sie die berühmte Hamburgische 
Weltoffenheit auch auf Bundesebene vertreten und diesen Entwurf ablehnen 
werden, falls es zu einer Abstimmung im Bundesrat kommt.
Beste Grüße,
CCC Hansestadt Hamburg e.V.

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