Hallo!

Heute haben sich 6 unerschrockene PUG-Teilnehmer in Frankfurt auf dem
Messegel�nde getroffen, um die Linux World Conference & Expo zu erkunden.
Naja, genau genommen wurde nur der "Expo"-Teil erkundet, da die
"Conference" horrende Eintrittspreise kosten sollte. Der Eintritt zur
Ausstellung war dagegen frei, wenn man sich vorher per WWW registriert
hatte. Gl�cklicherweise standen im Eingangsbereich nette SGI-Workstations
bereit, mit denen man das nachholen konnte.

Ausgehend vom Stand des Verlags O'Reilly wurden dann die St�nde der ca. 100
Aussteller erkundet. Das ganze spielte sich auf einer Ebene der Halle 10
der Frankfurter Messe ab, war also sehr �bersichtlich. Wer eine kleine
CeBit erwartet hatte, war sicher entt�uscht; wer solche Ereignisse schon
aus dem Ausland kannte, wu�te wohl schon, was ihn erwartete.

Herausragend war, da� man endlich mal die Jungs aus Funk und Fernsehen
"live" sehen konnte. Bob Young, RedHat-Chef, hielt zun�chst die Keynote.
Damit war f�r die Neulinge (das waren alle) schonmal die Frage gekl�rt, wie
solch eine Keynote denn aussieht: Vorne steht einer, der Saal ist halb
leer, der Redner erz�hlt das selbe, wie auf den letzten 5 Messen auch, und
nur die H�rtesten halten bis zum Ende der Keynote durch. Wahrscheinlich hat
sich Steve Jobs es deshalb zur Angewohnheit gemacht, bei seinen Keynotes
den Knaller immer erst am Ende zu bringen.

Im Programm hie� es, da� alle Vortr�ge "in der Sprache ihres Titels"
gehalten w�rden. Bei Titeln wie "The many faces of Linux" vom Vortag, war
das relativ klar, aber auf die Podiumsdiskussion um 12:00 Uhr, an der auch
DER MEISTER pers�nlich teilnehmen sollte, durfte man durchaus gespannt
sein. "Quo vadis Linux?" wurde dann aber doch auf Englisch diskutiert. Wir
haben den Ort des Geschehens bald nach Beginn wieder verlassen, da das
Thema uns nicht gerade vom Hocker gerissen hat. Dem Schreiber dieser Zeilen
fiel allerdings auf, da� Linus sich nicht mehr als "Linus" vorstellte,
sondern voll amerikanisiert als "Leines", wie der mit der Schmusedecke.
Dann darf wohl Linux auf Englisch jetzt wohl auch als "Leinux"
ausgesprochen werden. Wer schonmal unter RedHat eine Soundkarte zum Laufen
gebracht hat, wei�, wovon ich schreibe.

Was gabs sonst? Werbegeschenke, Preisausschreiben und Jobangebote.

Ein Teil der Gruppe (der Schreiber will sich nicht unbedingt ausschlie�en)
schnappte wie ferngesteuert nach allem, was nicht niet- und nagelfest war.
Immerhin gab es bei SuSE kleine Pl�schpinguine zum Preis einer
Visitenkarte. Niedlich. 

Innominate hatte ein Preisausschreiben, bei dem richtige Fragen beantwortet
werden sollten. Ein ipchains-Befehl (piece of cake!) mu�te richtig als 
"Transparent Proxy f�r HTTP" erkannt werden, und in 10 Zeilen C-Sourcecode 
mu�ten die Fehler gefunden werden. Nachdem wir stundenlang brainstormend den 
Innominate-Stand belagert hatten, wurden wir dann aber endlich dar�ber 
aufgekl�rt, da� die Beantwortung EINER Frage f�r die Teilnahme ausreicht.
Das stand auch direkt oben dr�ber. Naja.

Ansonsten durfte man sich auf den G�ngen f�hlen, wie im Frankfurter
Bahnhofsviertel. Vor jedem zweiten Stand stand ein Schlepper, der die
Besucher mit Jobangeboten nach innen locken wollte. Bei Sun gabs keine
Hardware zu bestaunen, daf�r wollten sie uns aber gleich im Sechserpack
fest anstellen. Nix da!

Die gr��ten St�nde hatten VA-Linux, SAP, Siemens und SGI. Besten Dank an
SGI f�r die alkoholfreien Cocktails. Auf den echten Stoff h�tten wir noch
bis 17 Uhr warten m�ssen. VA-Linux hatte einen offenen Demo-Server da
stehen, mit 2 angeblich echten 512-MB-SDRAMS darin. Leider konnten wir das
Standpersonal mit Ablenkungsman�vern nicht �berrumpeln.

Toll, da� die gro�en Firmen schon seit den allerersten Anf�ngen so total
hinter Linux stehen. (Kleiner Scherz am Rande.)

Das ist uns noch aufgefallen:

- Ein Besucher mit dem T-Shirt "Will route IP for sex".
- Schmitt hat Dauerschnupfen.
- John "Maddog" Hall ist der Weihnachtsmann.
- Pinguin auf der Financial Times.
- Schlipstr�ger wurden nicht angesprochen, ob sie beim Hacking-Contest
  mitmachen wollen.
- Sun hat versucht, den Leuten au�er Jobs auch noch CDs mit StarOffice 5.2
  anzudrehen, obwohl schon am Eingang jeder so eine in die T�te gesteckt
  bekommen hatte.
- Tasse Kaffee 5 Mark.
- Die Frankfurter Oberb�rgermeisterin findet lt. Gru�wort in der
  Messezeitung Open Source total klasse. Wers glaubt...
- Das Gnome-Team hatte scheinbar Berufsschule.
- Die Rettungs-CD von Linuxcare ist "For Linux experts only". Steht
  wirklich drauf.
- "Java Jumpstart" ... hei�t das nicht soviel wie "Java-Fehlstart"?
- Die Jungs von der Computerwoche hatten die einzigen �ffentlich sichtbaren
  Windows-Kisten zum Surfen aufgebaut.

Res�mee: Interessant, wegen der N�he. In die Heimat der Veranstaltung, nach
New York, sollte man deswegen nicht gerade reisen, aber das ist ja auch
nicht n�tig, denn Frankfurt scheint jetzt im Turnus fest verankert zu sein.

N�chstes Jahr geht es etwas sp�ter in die n�chste Runde. Die LWCE findet
dann in Frankfurt vom 8. - 10. November 2001 statt. Vormerken!

Ciao,

-martin
-- 
"The day they take Linux away from us
is the day they pry it from our cold, dead fingers!"
---------------------------------------------------------------------------
PUG - Penguin User Group Wiesbaden - http://www.pug.org

Antwort per Email an