Hi!

Also, sollte noch jemand auf den "ausführlichen Test" des Igel-Terminals
warten... Der kommt nicht. Ich bin irgendwie zu kraftlos, und außer
"Auspacken, Einschalten, Funktioniert", gibt es über das Ding nicht viel zu
sagen. Ich schreibe nur schnell mal ein paar Punkte zusammen.

Nach dem ersten Einschalten startet es mit einem Fvwm95, in dem man ein
Konfigurationsmenü hat, über das man "XDMCP broadcast" oder "XDMCP indirect" 
auswählt. Nach dem Reboot wird dann eine plain-vanilla XDMCP-Session
gestartet. Konfiguriert wird das Ding danach per rsh. Über die Befehlssequenz
"xhost +terminal; rsh terminal setup" holt man sich das Konfigurationsmenü
auf die lokale Workstation. 

Eine IP-Adresse mußte ich nicht vergeben, da ich einen kleinen DHCP-Pool
für solche Sachen habe, XDM-Query funktioniert bei mir auch traditionell,
das Gerät lief somit original nach 5 Minuten. Langweilig. ;-)

Das Terminal läuft unter Linux 2.0.36, und ist wirklich vollständig
geräuschlos. Das Filesystem liegt im Flash-ROM und die CPU ist gerade
schwach genug auf der Brust, um keine aktive Kühlung zu brauchen. Es
handelt sich dabei um einen Cyrix-GX-Blahfasel mit 233 MHz, dazu 32 MB RAM,
die von der Grafikkarte mitbenutzt werden. Auflösungen bis 1280 bei 75 MHz
werden vom Menü angeboten, selbst habe ich auf meinem schwachen 64kHz-
Monitor nur 1024 bei 75 Hz laufenlassen.

Wer die Ausstattung zu spärlich findet, sollte daran denken, daß das Gerät 
wirklich nur die Bildschirmanzeige übernimmt und keine eigene Arbeit leistet.

Nach dem Einschalten dauert es ca. eine Minute, bis der Login-Bildschirm
kommt, Herunterfahren entfällt, da man einfach abschalten kann.

Schade, daß der Hersteller vor allem mit den Windows-Terminaldiensten wirbt. 
Das "Igel-W" ist ein makelloses X-Terminal. Eine Anfrage beim Support des 
Distributors nach Möglichkeiten, Sound abzuspielen (es sind Anschlüsse 
vorhanden, aber es laufen weder rplay noch esd) blieb allerdings leider 
unbeantwortet. Mein einziger Kritikpunkt ist also, daß man damit keinen 
Sound hat. 

Wozu die USB-Anschlüsse gut sein sollen, weiß der Geier. Parallele und
serielle Schnittstellen können zum Drucken verwendet werden. Die
eingebauten PPP-Features und 5250/3270-Emus habe ich nicht angeschaut, das 
ist überflüssiges Beiwerk. ;-)

Seite des Herstellers: http://www.igel.de

Ich werde das Terminal, bei dem es sich um eine Teststellung handelte,
wieder zurückschicken, da es mir als Spielzeug zu teuer ist. 

Der Listenpreis für ein solches Terminal beträgt ca. DM 1200 incl. Steuer.
Ich finde diesen Preis in Anbetracht dessen, was geboten wird, eigentlich
ganz in Ordnung. Da ich ziemlich Geräuschempfindlich bin, werde ich die
Anschaffung vielleicht irgendwann mal in Erwägung ziehen, wenn die PCs
mit ihren Turbo-Gebläsen ausgemustert werden sollen.

Ein feines Gerät.

Ciao,

-martin

-- 
"The day they take Linux away from us
is the day they pry it from our cold, dead fingers!"
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