Robert Fey <[EMAIL PROTECTED]> writes:
> "Selbst Informatik-Profis haben sich l�ngst von der Vorstellung
> verabschiedet, man k�nne fehlerfreie Computersysteme programmieren und
> akzeptieren Systemabst�rze als unausweichliche Tatsache. Computersysteme
> von morgen produzieren kontrollierte Systemabst�rze, weil man auf diese
> Weise flexibler auf einen wirklichen Notfall reagieren kann. Es geht
> nicht mehr um Fehlervermeidung, sondern um intelligente Schadensbegrenzung."
So falsch ist dieser Absatz eigentlich gar nicht; nur viel zu polemisch.
Es gibt zwar einen Zweig in der Theoretischen Informatik, der sich damit
besch�ftigt, inwieweit man Algorithmen und Programme auf Fehlerfreiheit
pr�fen kann. Sobald Programme jedoch komplexer werden, d.h. sobald
mehrere Komponten in direkter oder indirekter Interaktion miteinander
stehen, ist es (zur Zeit zumindestens) unm�glich, rational dieses Gebilde
auf Fehlerkorrektheit zu �berpr�fen.
Dies ist jedoch bei weitem keine Eigenart der Informatik, sondern dies
gibt es in so ziemlich jeder Disziplin (die Mathematik bildet wohl die
notorische Ausnahme). Man denke nur an Modellen dynamischer Prozesse
wie z.B der Wetterologie. Wenn's rational nicht weitergeht, dann muss
eben die Empirie herhalten.
Deswegen ist der letzte Satz, der wohl als polemisches Fazit gedacht war
und deswegen dem ganzen Absatz eine schlechte Note aufdr�ckt, falsch.
Es geht sehr wohl um Fehlervermeidung: Jeder Hype in der IT-Branche
verspricht das im Letzten.
Man hat nur, gottseidank, eingesehen, dass Fehler trotz aller Ma�nahmen
dennoch auftreten k�nnen, weswegen man defensiv agieren muss, um im Fall
der F�lle nicht eine Kernschmelze auszul�sen, weil sich eine Motte im
Gro�rechner eingenistet hat.
Es sollte im Haushalt auch nicht zu Kurzschl�ssen kommen, _wenn sie aber
passieren_, ist jeder froh, dass es eine Sicherung gibt.
``Wenn wirklich jeder hinter Ihnen her ist,
ist Paranoia einfach das Vern�nftigste.''
--Woody Allen
> Produziert jemand von euch kontrollierte Systemabst�rze?
Leider machen das viel zu wenige. Es kommt darauf an wie du diesen Begriff
verstehen willst, aber man kann darunter das kontrollte Reagieren auf
Ausnahmef�lle verstehen, d.h. inbs. das kontrollierte Neustarten ab einem
garantiert fehlerfreien Punkt zur Weiterverarbeitung.
> Kennt da jemand einen Link?
> Das Thema w�rde mich doch interessieren.
Es gibt da zwei gute Papers von K.M. Pitman �ber das Condition System von
Common Lisp. Inwiegut sind deine Programmierkentnisse? Falls das keine
rhetorische Frage war, kann ich mir mal die Zeit nehmen, um danach zu
schauen.
> Die Computer von Morgen machen das schlie�lich...
Das Condition System von CL stammt aus den 80er. Die meisten anderen
Programmiersprachen haben allerdings bislang noch nicht aufgeholt...
--tcr.
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