Oh weia - jetzt habe ich aber was angerichtet.
Hier ein paar Statements

Marcel Silberhorn schrieb:
> Patrick Schulz schrieb:
> 
>> Eine Informatik AG o.ä. die eine Art Einweisung / Führerschein ausstellt
>> wäre ggf. auch nicht schlecht. Dieser Führerschein ist dann die
>> Berechtigung die Daten / Aufgaben in digitaler Form abzugeben und daher
>> ein Pflichtprogramm für jeden Schüler. Ohne das geht es nicht.
>> Du akzeptierst doch Arbeiten auch nur in den dafür vorgesehenen Formaten
>> DIN A4 liniert mit Rand im roten Umschlag...
>>   
> 
> 
> ogott, bitte komm jetzt nicht mit PC-Führerschein!
> Viele Schulen, Einrichtungen und privathäuser bieten diese spektakulären
> ECDL Kurse an:
> was ich davon halte? NICHTS! Das ist reine Augenwischerei und am Ende
> hat man ein paar DAUs Fachbegriffe beigebracht die Sie in völlig
> falschen Kontekxten nutzen und eigentlich gar nicht begriffen haben was
> sie da "rumklicken". Denn die Kurse sind IMHO lediglich so ausgelegt das
> der Weg zum Ziel vermittelt wird, nicht aber warum. Dies ist in der
> Bearbeitung von "Transferaufgaben" im Alltag leider nicht ganz zuträglich.
> 

Dann muss das Ziel dieser Veranstaltung anders definiert werden.
Die Anwender (in diesem Fall Schüler) müssen wissen, was von ihnen
verlangt wird und die gewüschten Ergebnisse liefern - dafür brauchen sie
eine Einweisung.

> Für mich als ITler ist es auch enorm Anstrengend sich dann mit solchen
> Menschen unterhalten zu müssen, denn Sie wissen ja schließlich allles
> viel besser "als wie du" weil "ich hab konkret ECDL Führerschein". Wenn
> sich nun jemand auf den Schlips getreten fühlt, sorry, aber leider habe
> ich bisher nur diese Erfahrungen machen können!
> 

Korrekt - gefährliches bzw. nerviges Halbwissen.

> Letzten Endes muss sich ja auch nicht jeder damit auskennen wie wir das
> villeicht tun, denn ich bin auch Froh dass ich bei nem Rohrbruch nen
> Handwerker rufen kann der mir den Job abnimmt in dem ich vermutlich auch
> nur mit gefährlichem Halbwissen agieren würde! Die Menschen im heutigen
> "Informationszeitalter" bekommen aber suggeriert es ginge alles ganz
> einfach, von alleine, ohne zutun, ohne Hilfe und OHNE FOLGEKOSTEN, was
> letzten Endes nur zu frustrierten Anwendern und genervtem Personal im
> Support führt!
> 

Auch da mache ich den Anwendern keinen Vorwurf, denn sie wissen es eben
nicht besser.

> Wenn ich mir ein neues Auto kaufe weiss ich auch, dass ich alle x km
> meine Reifen tauschen (lassen) muss, die Glühbirnen kaputt gehn, etc.
> PP. Lauf ich deswegen zum Verkäufer, stell ihm den Wagen hin und mach
> einen auf Trotzkopp weil das nich so funktioniert wie ich will? Bei PCs
> ist das aber so. Computer-Werkstätten werden aber oft gemieden weil
> "kost geld" und "kann ich selbst" und irgendwann ists nur noch ne
> "scheiss Kiste". Machen die das mit ihrem Auto auch so?
> 

Bestimmt! Sie gehen zwar nicht zum Verkäufer, aber im stillen Kämmerlein
wird die Kiste bestimmt auch so tituliert.

> Computer werden leider so leichtfertig ver- und gekauft wie Bügeleisen
> und Gameboys (ok, vielleicht nun nicht die Paradebeispiele), aber mit
> der Option alles selbst erweitern zu können! Embedded Systems will ja
> keiner, weil ist ja nicht flexibel genug, auch wenn sie in den nächsten
> 10 Jahren wahrscheinlich nichts anderes an Anwendungen nutzen die
> ohnehin vorinstalliert sind solange Sie den Zweck erfüllen zu dem Sie
> gekauft wurden.
> 

Nun ja, pimp my GameBoy... ob der dann noch handlich genug ist,
geschweige denn noch TÜV bekommt ist ne andere Sache...

> Die Industrie sucht deshalb ja auch nach Auswegen und so kommen auch
> große Konzerne dann auf taufrische Ideen die einst eingestampft wurden:
> Terminal-Server und Thin Clients! Natürlich einerseits eine Folge der
> rasanten Prozessorentwicklung und ungenutzten Ressourcen auf
> Serverseite, anderseits aber genau aus dem Grund, dass sich der Anwender
> um nichts kümmern braucht. Er bekommt ein fertiges Bild in dem er
> agieren und arbeiten kann, der Background wird aber komplett woanders
> gewartet und ggf repariert!
> 

Ja, das funktioniert so lange, wie er das Bild dauerhaft vor Augen hat.
Das Bild ist aber ein anderes, wenn man zu Hause ist und dann dieses
Bild nicht mehr vorfindet. Gewisse Grundkenntnisse sind bestimmt nicht
verkehrt - mehr noch sie - sind immens wichtig.

> Deshalb sind (und werden in Zukunft immer weiter) Webapplications ja so
> gerne genutzt. Es läuft einfahc überall, sieht gleich aus und man
> braucht sich um die Wartung nicht mehr selbst kümmern! Auch M$ spingt ja
> künftig auf diese "Online" Schiene.  Von Datenschutz fangen wir jetzt
> mal liber erst gar nicht an.
> 

Gut das ist eine tolle Erungenschaft der Technik, aber löst das Problem
nicht - sorry.

> Soo, nun zieh ich aber mal den Schlussstrich für heute, sonst komm ich
> noch vom hundersten ins tausendste. Wünsch euch allen nen frohes
> Osterfest und ein paar Erholsame Tage im Kreise der Familie!
> 

Das verstehe ich - von der 100 zur 1000 ist es nur eine Null mehr :) und
ist mir in der Diskussion definitiv auch passiert.

(Oder wie war das noch: Eine Null kann ein Problem durchaus
verzehnfachen...)

Trotzdem - der Kern war ja, dass Michael das Problem hat, von seinen
Schülern entsprechende Formate, die er verlangt, nicht zu bekommen.

Über die Qualität oder Quantität irgendwelcher quasi-standardisierten
"PC-Führerscheine" wollte ich hier garnicht zu sprechen kommen. Es ist
nun einmal Fakt, dass man über ein Wissen / eine Fähigkeit verfügen muß
um Anforderungen zu erfüllen. Dazu ist der Weg über so einen
PC-Führerschein, ein Zertifikat (oder wie man es auch immer nennen mag)
ein in meinen Augen notwendiger Weg - und wenn er/es nur
"Schulspezifisch" ist.

Wie so eine Zertifizierung oder ein Unterricht auszusehen hat, wäre ein
toller Workshop für Lehrer und alle anderen die dazu einen Rat geben
wollen. Ich nehme gerne mal an so einem Workshop teil, falls meine
Meinung gefragt ist.

Die Notwendigkeit im Informationszeitalter ist 100%ig gegeben.


-- 
Mit freundlichen Grüßen
Patrick Schulz
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PUG - Penguin User Group Wiesbaden - http://www.pug.org

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