Patrick Schulz wrote:
> mal so eine generelle Frage:
> Welchen Weg sollte man beim FTP Betrieb oder auch für andere Dienste
> einschlagen? Inetd oder Standalone?
>
> Wo liegen da die Vor- und Nachteile?
>
> Im konkreten Fall betreibe ich den Proftd im Standalone Modus. Damit
> kann ich ganz wunderbar leben. Mich würde es nur mal interessieren wofür
> der Inetd Betrieb dann generell gut sein soll...

Der (X)inetd setzt meinem Verständnis nach im wesentlichen zwei Ideen um:
1. Ein Programm, das nichts mit Netzwerken am Hut hat, sondern nur von der 
Standardeingabe liest und auf die Standardausgabe schreibt, kann über den 
inetd mit Netwerkfunktionalität "versehen" werden.
Der Vorteil hierbei ist, daß jemand, der ein netzwerkfähiges Programm 
schreiben will, von Netzwerkprogrammierung keine Ahnung zu haben braucht. Er 
muß nur dafür sogen, daß sein Programm die Eingabe von stdin liest und die 
zugehörige Ausgabe auf stdout schreibt. Das Programm kann er dann auf der 
Konsole testen und verwenden. Wenn dann das, was auf der Konsole geht, auch 
über das Netzwerk funktionieren soll, überläßt er das einfach dem inetd.
2. Der eigentliche Prozeß, der Daten liest und andere Daten als Antwort 
erzeugt, wird nur dann gestartet, wenn er wirklich gebraucht wird.
Der Vorteil hierbei zeigt sich insbesondere, wenn man mehrere Dienste anbieten 
will, auf die aber nur selten zugegriffen wird. Anstatt viele Dienstprogramme 
am Laufen zu haben, die zwar Speicher belegen aber ansonsten ihre Zeit 
hauptsächlich mit Nasebohren verbringen, hat man nur einen Dienst - den 
inetd. Der startet dann die eigentlichen Arbeiter nur, wenn sie wirklich 
gebraucht werden.

Der entscheidende Nachteil ist natülich: Je häufiger auf einen Dienst, der via 
inetd zugänglich gemacht wird, zugegriffen wird, desto mehr macht sich der 
Overhead bemerkbar, daß jedesmal ein Programm gestartet werden muß. Und wenn 
ein Programm auch noch lange braucht, um mit der eigentlichen  
Datenverarbeitung zu beginnen, ist das sicherlich ein KO-Kriterium dafür, 
dieses Programm über den inetd verfügbar zu machen.

> Dass einzelne FTP Sessions als eigene Kindprozesse laufen finde ich
> klasse. Wie wäre das aber dann bei Inetd?

Keine Ahnung. Das sollte die Doku aber klären können.

Gruß
  mks
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