Am Sonntag, 21. Januar 2007 13:54 schrieb Silvério Santos:
> Dieter Schütze schrieb:
> > Von was redet Ihr hier von Grub für DOS oder Grub für Linux.
>
> Was ist denn Grub für DOS?
> Meinst Du: GRUB so eingerichtet, dass es DOS bootet (1., "Grub für DOS")
> im Gegensatz zum Starten eines Linux-Kernels (2., "Grub für Linux")?
> In meinem 2. Fall der Linux-Kernel geladen und ausgeführt.
> In meinem 1. Fall wird der Partitionsbootsektor der angegebenen
> Partition ausgeführt. Dieser kann wiederum entweder ein DOS, Windows
> oder ein anderes Bootverfahren ausführen, z.B. auch das, das auf der CD
> dazu führt, dass sie bootet.
>
> > Nicht das Ihr andauernd aneinander vorbeiredet denn das wären 2 total
> > unterschiedliche paar Stiefel.
>
> Das habe ich während des Threads auch befürchtet:
Und ich befürchte es immer noch. Diese CDs sind nicht einander gleich(!).
Bei LernTux und bei Gentoo kannst Du mit
dd if=/dev/hdc of=/dev/hda6/gentoo.iso
das iso-Image auf die Partition kopieren. Bei LernTux genauso. Aber kann man
auch davon booten? Soweit ich weiß nicht - denn es geht so:
1. Dieses Iso mit mount -o loop /mnt/loop mounten
2. Den Inhalt von /mnt/loop auf die Partition kopieren. Dann hat man dort:
isoinux/ gentoo.sqfs (plus die "alte" iso-Datei gentoo.iso)
3. Dann richtet man auf seiner Hauptpartition, mit dessen GRUB man bootet,
die Datei menu.lst so ein:
title gentoo - vom komprimiertes Filesystem
kernel (hd0,5)/isolinux/vmlinuz bootfrom=/dev/hda6/gentoo.sqfs root=/dev/hda6
initrd (hd0,5)/isolinux/initrd.gz
In diesem Fall wird also vom komprimierten Filesystem gentoo.sqfs, und nicht
(!) vom Iso-Image, gebootet. Ob man bei Gentoo die Phrase
"bootfrom=/dev/hda6/gentoo.sqfs" einfügen muß weiß ich nicht. Bei LernTux
reicht "bootfrom=/dev/hda6/". - Achtung: das iso-Image gentoo.iso kann ich
ruhig löschen. Es ändert sich nichts.
Dann (!) gibt es bei Knoppix (neu), Kanotix (neu) und SLAX (ab 5.1.7) die
Möglichkeit direkt vom Iso zu booten:
title SLAX from=iso slax-killbill-5.1.8.iso mode hdb8
kernel (hd1,7)/boot/vmlinuz root=/dev/ram0 rw quiet max_loop=255 init=linuxrc
from=/dev/hdb8/slax-killbill-5.1.8.iso acpi=off changes=/dev/hdb8 vga=792
initrd (hd1,7)/boot/initrd.gz
Aber: den Schritt mit /mnt/loop muß man vorher gemacht haben, weil man den
Ordner /mnt/loop/boot/* auf die Partition kopiert haben muß. Die menu.lst der
Hauptpartition muß so wie hier gezeigt geändert werden.
GRUB für DOS
Das scheint dem Vernehmen nach anders zu funktionieren. Dieter Schütz sagt,
dies (es wird auf einer Windows-Partition eingerichtet!) könne offenbar jedes
Linux-iso-Image booten.
Daher meine Bitte an Dieter: sag uns mehr dazu!
Gruß,
Michael Bischof
> Moritz schrieb, den Inhalt der CD auf eine eigene Partition zu kopieren.
> Dann hätte man ein Dateisystem auf der Partition, ähnlich einer
> Installation einer Linux-Distribution.
Nein, das hängt von dem Inhalt der CD ab. Bei Gentoo hast Du nur das
Squash-Filesystem, das komprimiert ist, und beim Booten ausgepackt wird.
Bei Knoppix früher auch (~ KNOPPIX.SH).
> Michael schrieb, den Inhalt der CD in eine Datei auf einem Dateisystem
> zu kopieren.
Nein, mit dd das Iso-Image zu kopieren.
> Obwohl in beiden der gleiche Inhalt ist, sind dies vom Standpunkt des
> Bootsystems komplett unterschiedliche Ansätze:
Der Inhalt ist gerade nicht der gleiche!
> von Michaels Partition
> muss GRUB nur den Bootsektor ausführen, während Michaels Lösung
> schwieriger ist, da das Dateisystem, das es zu booten gilt als Datei
> vorliegt, d.h. GRUB muss eine Art loop-mount machen.
Auch nicht: bei der SLAX-Methode wird das OS ins RAM geladen! Du hast nur 2
"virtuelle" File-Systeme: unionfs und squashfs. Das "Reale" ist die ro -
gemountete iso-Datei. Die ist unkaputtbar.
Aber Du kannst locker neue Sachen installieren, wenn (!) alle Änderungen
in dem Ordner /changes gespeichert werden.
Irgendwann nach vielen Änderungen machst Du mit mkisofs eine neues Iso von
Deinem gebootetem OS und bootest dann von dem!
Das ist ja das "Geile" an Linux: realer Fortschritt. Bei MS hättest Du an
dieser Stelle scheußliche juristische Probleme mit Lizenzen etc. - deshalb
hat es ja ewig und paar Tage gedauert bis es "Barts PE" gab - und das ist
eine sehr umständliche und gegenüber Linux total klobige Lösung.
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