Nabend,

On 03.07.20 20:03, Thorsten Kern wrote:
> Leider hat die
> Platte stellenweise Fehler und lässt ein vollständiges kopieren nicht
> zu..

Schritt 1: NICHT MEHR ANSCHLIEßEN ODER NUTZEN! Jeder weitere Betrieb
kann weitere Schäden verursachen. Also nur noch in Betrieb nehmen, wenn
dir die möglichen Folgen und Risiken klar sind.

> Welche Möglichkeiten kennt Ihr / schlagt Ihr vor, um die Daten von
> /home noch zu erhalten?

Kommt drauf an, was es dir wert ist. Die höchsten Erfolgschancen hat ein
professionelles Datenrettungsunternehmen. Dein Fehler klingt nach
Kopffehler. In diesem Fall wird die Platte in einem Reinraum zerlegt,
die Speicher entnommen und – je nach Zustand – mit Ersatzköpfen oder
speziellen Lesegeräten ausgelesen. Kostet aber natürlich auch entsprechend.

Alternativ kannst du es mit der Original-Hardware selbst versuchen. Kann
funktionieren, allerdings auch weitere Schäden verursachen. Um es aber
direkt zu sagen: Alle Daten zu Retten ist bei solchen Lesefehlern eher
die Ausnahme.

Als Erstes solltest du einen (Linux)PC mit einem freien Speicher finden,
der mindestens ~3-4x so groß ist wie das Original. Bei einer 120GB
Platte also ~360-480GB frei. Alternativ eine externe Festplatte, die
eignet sich dann später auch gleich um regelmäßige Backups anzufertigen
und weitere Datenverluste in der Zukunft zu vermeiden.

Nächster Schrtt: Image machen, also ein 1:1-Abbild der defekten Platte.
So können alle weiteren Versuche auf dieser Kopie erledgt werden und eni
weiterer Betrieb der defekten Platte vermieden werden:

ddrescue /dev/sdb /externe/platte/orginal.img

Wichtig: Das kann - je nach Defekt - einige Tage dauern. Die Software
versucht dabe die defekten Bereiche erst mal zu überspringen und dann
anch und nach von allen Seiten mal anzufahren um zu schauen, ob da nicht
doch noch was zu holen ist. Sollte man nicht unterbrechen und
Erschütterungen vermeiden. Sofern /home auf einer eigenen Partition lag
kann man statt der kompletten Platte auch nur diese als Quelle angeben.

Danach würde ich eine Kopie der Datei anfertigen (cp original.img
tests.img). So zerschreibt man sich nicht z.B. durch automatische
"Fehlerbehebungen" beim mounten ggf. die Sicherung. Als Nächstes kann
man versuchen das Image zu mounten und so viel wie möglich in einen
anderen Ordner zu koperen.

1) losetup --show -f -P tests.img
2) mkdir /tmp/recovery
3) mount /dev/loop0p1 /tmp/recovery

Alles was damit funktioniert ist ideal, denn hierbei bleiben
Ordnerstruktur und Namen erhalten. Bei Dateisystemen mit Prüfsummen
sollten defekte Dateien automatisch übersprngen werden, Systeme ohne
(z.B. ext) erkennen defekte Dateien nicht, da muss man ggf. alles
manuell Prüfen.

Die letzte Waffe ist Photorec aus dem Paket testdisk. Per photorec
tests.img aufrufen, im Menü die Fragen beantworten und einen leeren
Ordner wählen. Danach versucht die Software aus den Bruckstücken noch
brauchbares Material zusammen zu suchen. Keine Struktur, keine Namen,
ggf. halbe Dateien.

Hoffe das hilft weiter.

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Mit freundlichen Grüßen  ||   Sincerely yours
Florian Knodt | www.adlerweb.info | @adlerweb




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