For those that speak German, a funny article from the very serious FAZ.

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the text like Babelfish)
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, Mittwoch, 18. Oktober 2000, Nr. 242,
Seite 56

Japans Sprache - vom Stolz der Nation zum Bremsklotz der Wirtschaft

Verwirrende Schrift / Wenig Kenntnisse in Englisch / Sprachlich das
Schlusslicht  in Ostasien / Die Politik sinnt auf Abhilfe

Odr. Tokio, 17. Oktober. Eine schnelle Auffassungsgabe gilt nicht
unbedingt als typische St�rke der Japaner. Das hat seinen Grund vor
allem in der komplizierten Schrift, die dadurch gekennzeichnet ist, dass
im Alltag drei v�llig getrennte Schriftsysteme gewisserma�en in bunter
Mischung (aber in Wirklichkeit nach streng geordneten Regeln) verwendet
werden. Dabei gibt es zusammengenommen weit mehr als 2000
Schriftzeichen, von denen die allermeisten noch den Nachteil haben, dass
es f�r sie parallel eine origin�r japanische wie zugleich auch eine
herkunftsm��ig chinesische Aussprachem�glichkeit gibt. W�hrend im
normalen Sprachverkehr meist klar geregelt ist, wann welche Aussprache
gilt, ist das bei Namen keineswegs der Fall. Zumindest die H�lfte der
Namen im Lande kann so oder auch so ausgesprochen werden - je nachdem,
wie es der Namenstr�ger w�nscht.

All das sind im Alltag f�r Europ�er kaum zu erfassende Schwierigkeiten.
Sie werden in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen meist dann klar
sichtbar, wenn die Dolmetscher beider Verhandlungspartner lange
Diskussionen f�hren, wie der eine oder andere Satz oder Begriff
eigentlich verstanden werden sollte. Die japanische Schrift ist Produkt
einer jahrtausendealten, hochentwickelten Kultur - und damit zugleich
auch ein ernstes Hindernis f�r die Ausbreitung moderner
Informationstechnik in den B�ros des 21. Jahrhunderts in Nippon.

Zwar ist es inzwischen in der Informationstechnik gelungen, durch
japanischsprachige Programme die Notwendigkeit von Kenntnissen der
englische Sprachen auf ein Mindestmass zu reduzieren. Im japanischen
Unternehmensalltag ist es aber selbst mit diesem fast unumg�nglichen
Mindestmass an Englisch-Sprachkenntnissen nicht weit her. Zwar lernen
die japanischen Kinder in der Schule viele Jahre lang Englisch. Der
Erfolg ist alles niederschmetternd, weil sie ganz �berwiegend bisher
Schriftliches lesen und auch Englisch schreiben lernen, auf die
m�ndliche Ausbildung aber kaum Wert gelegt wird.

Damit haben die meisten Japaner gro�e Hemmungen, Englisch zu sprechen.
Englisch-Kenntnisse entwickeln sich indessen in vielen ostasiatischen
L�ndern - keineswegs nur in Japan - als unvermeidliche Voraussetzung f�r
eine wachsende Zahl gesch�ftiger Aktivit�ten und Kontakte. Der gr��te
Nachteil f�r die Japaner ist n�mlich in der modernen, international
arbeitsteiligen Welt, dass au�erhalb ihrer Inselwelt so gut wie niemand
ihre Sprache spricht. Zeitweilig befl�gelte sie das zu dem Hochmut, dass
wohl kein anderer �berhaupt in der Lage sei,  Japanisch zu sprechen -
ein Vorurteil, das l�ngst eine Vielzahl von flie�end Japanisch
sprechenden Ausl�ndern widerlegt ist.

Waren es in der Vergangenheit h�chstens die Ausland lebenden Japaner
sowie Mitarbeiter der  Exportabteilungen, di Englisch lernen mussten, so
haben sie inzwischen die Dinge grundlegend gewandelt. Pl�tzlich, Im Zuge
der schnell fortschreitenden Liberalisierung und Deregulierung in Japan,
kommen immer mehr ausl�ndische Unternehmen ins Land und kaufen sogar
japanische Firmen auf. Auf einmal wird es nun notwendigen, intern
Berichte in englischer Sprache zu verfassen und auf Konferenzen English
zu sprechen.

Ein Paradebeispiel in dieser Richtung ist der gro�e Automobilhersteller
Nissan. Seitdem der gr��te Aktion�r des Konzerns Renault aus Frankreich
ist, ist bei Nissan Englisch als Konzernsprache eingef�hrt worden. Auf
einen derartigen Wandel ist Japan nicht vorbereit --  weder Nissan noch
der Konkurrenten der Automobil   Automobilbranche, noch unz�hlige andere
japanische mittlere und gr��ere  Unternehmen. Und da hilft es auch nicht
weiter, dass beispielweise die Wirtschaft S�dkoreas genau das gleiche
Problem hat. Regierung sind sich allerdings dieser gravierenden neuen
Schwierigkeiten bewusst.

[...]

Es gab in j�ngerer Zeit auch einige Untersuchungen multinationaler
Konzerne �ber die Englisch-Kenntnisse der Bev�lkerung in Ostasien. Dabei
steht in allen F�llen Singapur weit oben an. Danach folgen die Philippen
und Malaysia. Mit einigem Abstand kommt dann Hongkong. Daran schlie�t
sich Indonesien an. Weit hinten folgt S�dkorea. Und ganz am Schluss
steht Japan.


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