Hallo Niels,
es gibt Sachverhalte, die muss man einfach selbst ausprobieren um
erfahren zu können, wie es sich anfühlt.
Ich habe mir mal eben das
[1]
https://www.documentfoundation.org/foundation/statutes/#TDF%20Charter%20and%20Statutes
und das
[2] https://de.libreoffice.org/about-us/who-are-we/
durchgelesen.
Überspitzt in einem Satz zusammengefasst: Niemand soll wegen Mangel an
Geld oder der eigenen Muttersprache ausgeschlossen sein von der Nutzung
von LibreOffice. Barrierefreiheit kommt da (noch) nicht vor. Das ist
jetzt nicht als Vorwurf gemeint ! Schaut man sich [1] an, findet man
ganz unten das Datum 7.2.2012. Vor 8 Jahren war eben Barrierefreiheit
(im Software-Bereich) noch nicht so ein Thema wie heutzutage. Das kann
und sollte man niemandem zum Vorwurf machen !!!
Auf https://www.documentfoundation.org/contacts/get-in-touch/ findet
man;
General Inquiries
Please note that we do not provide support for LibreOffice. For all
end-user assistance and questions about installing and using
LibreOffice, please see the community assistance page.
To talk to the Board of Directors, please use
[email protected].
Eine Anfrage zur Einbringung von (mehr und zuverlässigerer)
"Barrierefreiheit" als strategisches Ziel an das "Board of Directors"
fällt sicherlich unter "General Inquiries" ( generelle Anfragen ). Und
da meine ich nicht nur sehbehinderte und blinde LibreOffice-Nutzer,
sondern auch Vertreter der "öffentlichen Hand", die ihre Bereiche für
OpenSource-Software öffnen wollen und aufgrund einschlägiger
Bestimmungen Barrierefreiheit zu beachten haben als auch die
mannigfaltigen Verbände für sehbehinderte und blinde Menschen.
Begleitet muss das natürlich sein von einer konkreten Aufstellung von
Punkten, die nachvollziehbar einen etwaigen noch zu stark vorhandenen
Mangel an Barrierefreiheit von LibreOffice belegen. Das ist richtig viel
Arbeit, das ist mir schon klar.
Ja, und auch solche konstruktiven Zusammenarbeitsvorschläge "[...] Die
NVDA Entwickler haben einen besseren Draht zu den Microsoft entwicklern.
Daher sind die Produkte auch barrierefreier. Aber wie gesagt, dass
könnte man ändern. Libre Office ist open Source, NVDA ist open Source-
da müsste man die Dinge doch zusammenbringen können... [..]" sollte man
zum Thema machen - Kooperationen nennt man das wohl heutzutage.
Aber gleichzeitig sollte man auch "im Hinterkopf behalten", dass dieser
Themenbereich für das "Board of Directors" eben nur einer von vielen ist
und das "Board of Directors" tagaus tagein die schwierige Aufgabe hat,
alles irgendwie "unter einen Hut" zu bekommen bei begrenzten
finanziellen Ressourcen und gleichzeitig mit dem technischen Fortschritt
bezüglich LibreOffice mithalten muss, damit LibreOffice gegenüber
anderen Office-Softwareprodukten auch weiterhin so gut bestehen kann und
die finanziellen Mittel nicht versiegen ...
Viele Grüße
Hans-Werner :-))
------ Originalnachricht ------
Von: "Niels Luithardt" <[email protected]>
An: "OoOHWHOoO" <[email protected]>
Gesendet: 27.07.2020 18:32:30
Betreff: Re: [de-users] Barrierefreiheit in LibreOffice
Hallo Hans Werner,
ich denke, wir brauchen beides- auf der einen Seite die mutigen
sehenden, die bereit sind sich einmal mit Screenreadern und Libre
Office auseinanderzusetzen und auf der anderen Seite braucht es mutige
blinde und sehbehinderte, die bereit sind sich auf LO einzulassen.
Ich denke schon, dass es potentiell viele Umsteiger von MS Produkten
auf LO geben würde, wenn LO genauso "barrierefrei" und komfortabel
wäre wie Word und co.
Die NVDA Entwickler haben einen besseren Draht zu den Microsoft
entwicklern. Daher sind die Produkte auch barrierefreier. Aber wie
gesagt, dass könnte man ändern.
Libre Office ist open Source, NVDA ist open Source- da müsste man die
Dinge doch zusammenbringen können...
VG
Niels
Am 27.07.20 schrieb OoOHWHOoO <[email protected]>:
Hallo *,
ich habe mir mal jetzt "NVDA" (NonVisual Desktop Access) installiert,
geht ganz schnell, die Augen geschlossen und Bugzilla aufgerufen.
Dann habe ich erst mal ganz schnell wieder die Augen aufgemacht und "die
Ohren gespitzt" ...
Was auf Bugzilla nicht auffindbar ist:
+ Das leere Eingabefeld rechts von "Summary" wird nicht gefunden.
+ Das leere Eingabefeld rechts von "Description" wird nicht gefunden.
+ Bei der Auswahl rechts von "Hardware" wird das "V"-Symbol zum
Aufklappen der Liste nicht gefunden.
+ Bei der Auswahl rechts von "Operating System" wird das "V"-Symbol zum
Aufklappen der Liste nicht gefunden.
+ Bei der Auswahl rechts von "Reproducibility" wird das "V"-Symbol zum
Aufklappen der Liste nicht gefunden.
+ Bei der Auswahl rechts von "Severity" wird das "V"-Symbol zum
Aufklappen der Liste nicht gefunden.
+ Das leere Eingabefeld rechts von "Steps to Reproduce" wird nicht
gefunden, weil da "1.", "2." und "3." als DEFAULT eingetragen ist, aber
ansonsten bekommt man nichts weiter mit.
+ Das leere Eingabefeld rechts von "Actual Results" wird nicht gefunden.
+ Das leere Eingabefeld rechts von "Expected Results" wird nicht
gefunden.
+ Das leere Eingabefeld rechts von "Other Information" wird nicht
gefunden.
+ Das Ankreuzkästchen rechts von "Did you try resetting your UserProfile
?" wird nicht gefunden.
+ Das Ankreuzkästchen rechts von "Is OpenGL enabled ?" wird nicht
gefunden.
Liste oberhalb ohne Anspruch auf Vollständigkeit !
Leere Eingabefelder, "V"-Symbol zum Aufklappen von Listen als auch
Ankreuzkästchen werden nicht gefunden.
Mit anderen Worten - Bugzilla nutzen mit einer Software wie
beispielsweise "NVDA" ist NICHT MÖGLICH !!!
Ich kann, resultierend aus dieser kurzen "NVDA"-Erfahrung, nur
empfehlen, sich mal "NVDA" zu installieren und das Ganze hautnah zu
erleben und Irmhilds Aussage
"[...] Deine Mail liest sich, als wenn sich die Katze (LO ist für
Menschen mit Sehbehinderungen nicht vollständig zugänglich - um
Zugänglichkeit zu erreichen, müssen die Menschen mit Behinderungen
selbst mitarbeiten, zumindest für ihre Belange deutlich eintreten - dazu
müssen sie vorgegebene Tools nutzen, die ebenfalls nicht (vollständig)
zugänglich sind) ziemlich schnell in den Schwanz beißen. Das kann es
doch nicht sein, oder? [...]"
nur uneingeschränkt in allen Punkten zustimmen.
Dazu noch ein anderer Aspekt:
Das LO-Management sollte sich vielleicht auch mal vorstellen was wäre,
wenn nicht ausreichend vorhandene Barrierefreiheit in LibreOffice zum
Ausschlusskriterium des Einsatzes von LibreOffice in der öffentlichen
Verwaltung würde ?
Und wer es noch nicht wissen sollte: In öffentlichen Verwaltungen,
Ämtern, Institutionen et cetera wird Barrierefreiht SEHR ERNST genommen.
Was da nicht von den "Vorschriften" abgedeckt ist fliegt raus - so
einfach ist das.
Zur Zeit öffnen sich die "Akzeptanz-Türen" in den öffentlichen
Verwaltungen für OpenSource-Software aus unterschiedlichsten Gründen
(vgl. https://listarchives.libreoffice.org/de/users/msg23709.html ), da
sollte man nicht riskieren wegen nicht genügender Barrierefreiheit ins
Abseits zu geraten ...
Viele Grüße
Hans-Werner :-))
------ Originalnachricht ------
Von: "Irmhild Rogalla" <[email protected]>
An: [email protected]
Gesendet: 27.07.2020 17:07:34
Betreff: Re: [de-users] Barrierefreiheit in LibreOffice
Hallo Harald K.,
danke für die Infos zur Barrierefreiheit in LO.
Einige Anmerkungen/Fragen meinerseits dazu:
Dazu ist es aber notwendig, mit Bugzilla zu arbeiten. Ich kann mir gut
vorstellen, dass dies insbesondere bei Einschränkungen im Sehen eine
nicht unerhebliche Hürde darstellen kann. Und dann gibt es auch noch die
Hürde, dass dort alles auf Englisch läuft ...
Bugzilla ist bisher nicht barrierefrei gemäß W3C-Richtlinien, so dass eine
Mitarbeit dort für Sehbehinderte wahrscheinlich schwer bis unmöglich ist.
Insofern ist die "Notwendigkeit" Bugzilla zu nutzen hochproblematisch und
führt mich zu der Frage, ob nicht Accessibility in LO grundsätzlich einen
(deutlich) zu geringen Stellenwert hat.
Dies auch vor dem Hintergrund, dass es ja (wahrscheinlich) nicht nur um die
Behebung von Bugs geht, sondern "Zugänglichkeit" ein deutlich größeres
Thema ist, mit engen Zusammenhängen u.a. zur Usability.
Andererseits ist es für jemanden ohne Einschränkungen schwierig, sich in
die Situation von Betroffenen hinein zu denken, insbesondere dann, wenn
er die Hilfsmittel, wie Screen Reader, etc. nicht kennt oder benutzt.
Somit wird sich auch das Engagement in Grenzen halten, sich solcher Bugs
und Verbesserungsvorschläge anzunehmen.
Eben, aber was folgt daraus bzw. sollte daraus folgen?
Deine Mail liest sich, als wenn sich die Katze (LO ist für Menschen mit
Sehbehinderungen nicht vollständig zugänglich - um Zugänglichkeit zu
erreichen, müssen die Menschen mit Behinderungen selbst mitarbeiten,
zumindest für ihre Belange deutlich eintreten - dazu müssen sie
vorgegebene Tools nutzen, die ebenfalls nicht (vollständig) zugänglich
sind) ziemlich schnell in den Schwanz beißen. Das kann es doch nicht sein,
oder?
Viele Grüße
Irmhild
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