Hallo Michael,
Michael Höhne wrote:
Am Mittwoch, 24. August 2005 15:38 schrieb Dr. Matthias Weisser:
..
Ich sehe den Nachteil von html bisher hauptsÀchlich darin,
- daÃ? Bilder nicht so toll verwaltet und beschnitten werden
- daÃ? ein Inhaltsverzeichnis fehlt
- daÃ? ein Abbildungsverzeichnis fehlt
Daran scheitert ÃŒbrigens aus meiner Sicht auch Ragtime
und Scribus. Aber vielleicht wird es ja noch besser im Laufe
der Zeit . . .
Sorry, aber AUTSCH...
Da muÃ?t du schon stark unterscheiden: Es gibt Layout-Programme, die
dir 100% Kontrolle ÃŒber ein Druckwerk bieten (sollen) wie etwa
Scribus. Es gibt Textverarbeitungen, die die Dinge etwas variabler
halten, wie etwa OOo und MS-Word. Und zuletzt haben wir eine Sprache
zum Layouten von verlinkbaren Informationsseiten, die eigentlich fÃŒr
jede Bildschirmgrö�e und Anzeigeprogramm anpassbar sein sollen. Die
alle in einen Topf zu werfen ist bestenfalls problematisch!
Ich gebe Dir in vielem recht, was Du sagst.
In einem Punkt aber nicht. Sorry Michael.
Für mich und andere "Textschreiberlinge" zählt ganz allein
_*das Ergebnis*_. Und die Zeit und der Komfort bis dahin.
Ich stamme noch aus der Zeit, wo man seine Diplomarbeit
mit der Schreibmaschine schrieb. Ich kenne die Entwicklung
der elektronischen Helfer von den Anfängen her.
Ich weiß noch, wie ich damals Vorlagen für Veröffentlichungen erstellte.
Manuell. Mit Tusche, Schreibmaschine, Uhu, Schere und Zoom-Kopierer.
Ich war recht schnell mit dieser Arbeitsweise. Für meine dicke
Promotionsarbeit verwendete ich Word 5. Statt die Bilder
elektronisch einzubetten, was meinen 286 mit 10MHz gesprengt hätte
ließ ich Zeilen frei und klebte dort die Bilder von Hand ein.
Ich war damit fast schneller als heute mit Word auf einem
Athlon XP2000 mit 1GB Hauptspeicher. Und weniger oft
abgestürzt bin ich auch.
Es kann nicht sein, daß man heute x Tools anwenden muss
um zu diesem Ergebnis (einem Text mit Verzeichnis und qualitativ
hochwertigen Bildern) zu kommen.
Was hilft mir ein Tool, wenn auf Seite 85 ein Bug reinkommt
und der ganze Text dann plötzlich nicht mehr einlesbar ist?
Soll ich wieder zurück zu Schere und Papier?
Da ist mir so etwas noch nie passiert.
Du stimmst mir sicher zu, daß ein Taschenrechner keinen
Sinn macht, wenn man 5 Stück davon braucht, weil der
eine die 4 Grundrechenarten kann,
der 2. die Wurzel aber die Grundrechenarten nicht,
damit sein Chip nicht zu groß wird oder was auch immer.
Und der 3. dann den Sinus. Der 4. den arcus sinus.
Und der 5. dann schließlich die Potenzen. Das Handling
stelle ich mir nicht so praktisch vor.
Wenn man die Funktionen so aufsplittet, dann würde es so
etwas wie Dreamweaver oder NVU nie geben.
Dann würde man heute noch nur den VI kennen.
Denn wieso sollte man - wenn ich Deiner Argumentation folge -
eine graphische Oberfläche (mit Qt?) mit einem Grundgerüst
wie Tech verheiraten wollen?
Für mich liegt der Mehrwert *_geschickt _vernetzter* Tools
in der *Synergie der Einzelteile* zum Nutzen des Anwenders.
"Autsch" ist dann, wenn es statt echter Synergie nur ein Wirrwarr
einzelner hintereinandergeschalteter Stufen gibt.
Früher gab es Mehrpass-Scanner. Da macht es ja auch keinen
Sinn, wenn der Nutzer jeden Pass einzeln selber machen muss.
Das Programm erledigt das.
Es gab und gibt Compiler. Keiner kommt mehr heute auf
die Idee, so wie ich damals die Adressen von Hand zu berechnen,
wenn eine Zeile Code neu hinzugekommen ist.
Teilweise sind viele Prozesse da kombiniert
und trotzdem geht alles. Wer kennt nicht die Vorzüge und den
damals damit verbundenen großen Erfolg von Borlands Turbo C.
Warum dann soll es nicht möglich sein in eine bereits vorhandene
graphische Oberfläche ein *Fenster für den Codeview* einzubauen.
Der xml-Code wird ja ohnehin erzeugt. Das ist doch kein Zusatzaufwand.
Oder?
Warum soll es bei Scribus nicht eines Tages möglich sein die fehlende
Verwaltungsfunktion für Verzeichnisse nachzurüsten?
Warum muss immer gleich alles dabei monsterhaft groß werden?
Der alte MAC ist doch ein Musterbeispiel dafür gewesen was alles
möglich war auch mit kleinsten Programmen. Wenn das ganze
Programm auf eine damalige Diskette gepasst hat, dann war da
schlicht kein Platz für aufgeblasenen Code.
Das ganze Betriebssystem passte auf eine weitere Diskette von ca. 720kB.
Wenn du
alles mir einem Programm machen willst, wirst du immer Abstriche
machen mÃŒssen.
beim MAC damals hatte ich weniger Abstriche hinzunehmen
als heute. WYSIWYG funktionierte auf dieser Maschine wirklich.
Heute sieht Word auf jeder Maschine anders aus. Wo bleibt
denn da der Fortschritt seit 1984?
Das ist etwa so, als ob du alle Schrauben mit einem
Schraubenzieher befestigen möchtest, egal ob gro�/klein oder
Kopfform. In den meisten FÀllen wird das sicher irgendwie klappen,
aber letztlich leidet eine Schraube, oder deine Hand ;-)
_das was heute leidet, bin ich selbst: _
Ich leide an ständigem ändern müssen am Text, weil ein neuer
Drucker kommt.
Ich leide am Konvertieren müssen von Formaten.
Ich leide daran, wenn ich 150Bilder 2 Tage lang neu einbinden muss,
weil das neue Programm den Output des alten nicht einlesen kann.
Ich leide daran, daß ich die Auslagerungsdatei des Rechners uferlos
vergrößern
muss, um überhaupt arbeiten zu können. Wieso?
Ich leide daran, daß ich einem Graphiker einen Text in Word gebe
und er mich ernsthaft fragt welche Textgrößen ich verwendet hätte.
Ich leide, wenn ich sehe, daß er alle Bildunterschriften in Quark neu
setzt und
dabei Fehler macht.
Und ich wieder Zeit und Nerven brauche für Suche und Korrekturdialog.
Ich leide, wenn seine Abstände unter den Bildern dann überall anders sind.
Und das obwohl er mit QuarkExpress arbeitet.
Ich leide, daß er alle Bilder tagelang neu einbinden muss und das
eine Menge Geld kostet, was wieder andere Nachteile mit sich bringt.
Ich leide daran, daß die Qualität aus den Standardtools offenbar heute
noch so mager ist, daß dieser Weg überhaupt nötig erscheint.
Ich finde dies sehr schade.
Und ich meine, daß das nicht bis in die Unendlichkeit so bleiben muss.
Da stimmst Du mir doch sicher zu?
Beste Grüße
Matthias
--
Dr. Matthias Weisser
Lackenschusterweg 2
82024 Taufkirchen
Tel. 089/6126977
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