Hallo,

On 08-Jan-2006 Eric Hoch wrote:
> Am Sun, 8 Jan 2006 16:11:16 +0100, schrieb Andreas Borutta:
>>
>> Beim logischen Strukturieren braucht ein Autor keinerlei Gedanken an
>> die Gestaltung verschwenden.

Das sollte er aber eigentlich schon. Eine Ueberschrift muss auch als
eine Ueberschrift ausgezeichnet werden, und eine Bildunterschrift als
eine Bildunterschrift. 

Keine Gedanken sollte er sich aber ueber die Art der Auszeichnung
machen. Ob fuer die Ueberschrift eine Optima oder eine Frutiger benutzt
wird, und ob sie zentriert, linksbuendig und in 14, 16 oder 24 pt
gesetzt wird, das spielt erst einmal wirklich keine Rolle.

Aber vermutlich hast du das auch so gemeint.

> Vielleicht ist aber auch ein Autor einfach kein guter Layouter? 
> Schonmal daran gedacht. Vielleicht haben die Programme a la Word 
> einfach jeden dazu verleitet zu denken er könne jetzt selbst 
> layouten und es besser machen als sein Verlag? 

Vor allem liess sich dadurch viel Geld sparen. 

> Das hat den Grund, dass TeX ein Kompiler für Text sein soll und 
> einem Kompiler gibst du die Anweisungen ja auch nicht in einer 
> seperaten Datei mit. Da aber die Entwicklung von TeX per Definition 
> beendet ist, wird sich hier nicht mehr viel ändern.

Der Grund ist einfach, dass vor zehn Jahren geschriebene Texte sich
auch heute noch uebersetzen lassen muessen und das Ergebnis sich nicht
vom Ergebnis vor zehn Jahren unterscheiden darf. Der Nachteil ist
natuerlich, dass auch manche Kinderkrankheiten mitgeschleppt werden
muessen, wenn ihre Ausmerzung diese Moeglichkeit beeintraechtigen
koennte.
 
> Ja und da ist auch eine Antwort auf eine Frage in einer anderen 
> Email von Dir. LaTeX hat sich deshalb nicht durchgesetzt, weil Du 
> eben die Befehle lernen mußt um die Texte zu formatieren. Es ist 
> einleuchtender über eine GUI ein Wort fett zu machen und es fett zu 
> seine wie in den Text zu schreiben, dass dieses Wort beim Ausdruck 
> fett gedruckt werden soll.

Was man aber mit LaTeX nie machen sollte. Solche Worte markiert man,
dass sie hervorgehoben werden sollen. Wie diese Hervorhebung dann
konkret erfolgen soll, gibt man im Kopf der Datei oder in einer eigenen
sty-Datei an. Nur dadurch bleibt man wirklich flexibel und kann sich
spaeter ueberlegen, dass eine Hervorhebung durch kursiv oder
Kapitaelchen oder, oder viel besser sein koennte.

Ggfs. definiert man sich eigene Befehle, wenn vorstellbar ist, dass es
unterschiedliche Hervorhebungen geben koennte. 
 
> Dann war TeX ein "Spielzeug" in den Naturwissenschaften und 
> Informatiker und so ist es irgendwann zu einem Baby einer

Klar, wer haeufiger mal in grosser Zahl laengere und komplizierte
Formeln schreiben muss, ist oft eher bereit, ein geeignetes Werkzeug zu
benutzen. 
 
> eingeschworenen Gemeinschaft geworden bei der Neulinge nur sehr 
> ungern gesehen sind oder wenn, dann sollen sie bitte keine Fragen 
> stellen. Also einerseits mit religiösem Eifer bei jeder Diskussion 
> zu Word auf LaTeX verweißen andererseits aber auf Fragen mit RTFM 

Warum soll das schlecht sein? In der Doku ist vieles so gut
beschrieben, dass man es nur schwer besser machen kann. Warum also das
Rad noch mal erfinden?

> antworten. Nicht jedermans Sache sich da durch zu beißen und so 
> lange zu fragen bis jemand ihn adoptiert und doch nett antworten 
> gibt.

Ich habe in den vergangenen Jahren immer wieder mal Fragen gestellt und
jedesmal sehr nette Antworten bekommen. Dass sie mir manchmal nicht
geholfen haben, steht auf einem anderen Blatt. Aber selbst bei
kostenpflichtigen Supports hat man auf erfolgreiche Hilfen keinen
Anspruch. 

Beste Gruesse,

Heinz.

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