Hallo,
Etwas spät, aber dennoch:
Ich habe OOo 2.0.1 jetzt auf einem 2. Rechner mit SuSE 9.0 installiert. Dort
hatte ich dann auch die Schriftprobleme. Nicht aber mit dem Rechner, auf dem
9.2 läuft. Ich habe die Schriften dann mit Spadmin integriert - Times New
Roman und Arial brauchte ich gerade für ein Dokument, das ich von einem
Rechner zum anderen überspielt hatte. Danach war die Darstellung in Ordnung.
Mit OOo 1.1.x hatte ich diese Probleme auf keinem Rechner.
Da ich mich vor einigen Tagen mehrere Stunden lang mit diesem Thema
beschäftigt habe und dabei zu für mich neuen Erkenntnissen bzgl. der
Schriftenintegration gekommen bin, die meine Probleme alle gelöst haben,
stelle ich meine Erkenntnisse und Lösungen mal kurz dar - vielleicht
hilft es dem ein oder anderen Linux Nutzer:
Die folgende Anleitung bezieht sich auf OOo 2.0.x und SuSE 9.1, dürfte
aber für 9.2, 9.3 und 10.0 gleichermaßen gelten. Bei Kubuntu
funktioniert es vermutlich auch.
Seit noch nicht all zu langer Zeit wird das alte und bewährte X11-System
ergänzt durch Xft, das anders als X11 so ansetzt, dass die einzelne
Applikation die Schriftarten selbst rendert, das wird nicht mehr von X11
übernommen. Außerdem ist Xft für das Antialiasing zuständig, das für
eine angenehme Bildschirmdarstellung von Druckerschriftarten sorgt. Seit
OOo 2.x scheint Xft konsequent verwendet zu werden, für die 1er Serie
galt das nach meinen Experimenten noch nicht. Praktisch heißt das, dass
man bei der Schriftenintegration bei OOo 2.x folgendermaßen vorgehen
kann (ich beschreibe nur eine mögliche, einfache Variante):
1. Man verwendet NICHT spadmin (das Drucker-/Schriftentool von OOo).
2. Man wirft einen Blick in die xml-Datei /etc/fonts/fonts.conf (lässt
sich am besten mit einem HTML-Editor ansehen; oder mit einem Browser
öffnen, der es (schon) kann und dort den Quelltext ansehen. Man findet
dort unter <fontconfig> den Eintrag <dir> ... </dir>. Da zwischen alle
Verzeichnisse, in denen und in deren Unterverzeichnissen (!) Xft nach
Font-Dateien sucht. Will man die Datei fonts.conf nicht ändern, dann
sucht man sich für seine zusätzlichen Schriften einen dieser Ordner aus,
ggf. kann man ja Unterverzeichnisse einrichten. Ich habe z.B.
/usr/share/fonts verwendet (muss ggf. zunächst angelegt werden;
root-Rechte erforderlich).
3. Man kopiert alle gewünschten Font-Dateien in den betreffenden
(Unter-)Ordner, möglich sind truetype- und Type1-Schriften. Dabei gilt:
Die Dateien fonts.dir etc., die bislang für das X11-System und auch für
OOo benötigt wurden, braucht man nicht mehr! Die reinen font-Dateien
genügen!
4. Der gewählte Schriften-Ordner braucht nicht mehr - wie bisher - in
der Datei XF86Config unter FontPath eingetragen zu werden! Evtl. muss
allerdings nach dem Hinzufügen oder Entfernen von Font-Dateien das
X-Window System neu gestartet werden (einmal ab- und wieder anmelden)
oder über die Konsole einmal "xset fp rehash" (ohne die
Anführungszeichen) eingegeben werden. Ich bin mir aber nicht mehr
sicher, ob das wirklich nötig war.
5. Beim nächsten Start von OOo sind alle Schriften, die in diesem Ordner
enthalten sind, verfügbar. Es können auch nach Belieben Font-Dateien aus
diesem Ordner entfernt oder hinzugefügt werden. Sollte OOo dabei dann
doch durcheinander kommen, dann OOo einmal schließen und die Datei
~./openoffice.org2/user/psprint/pspfontcache löschen. Beim nächsten
Start von OOo wird diese Datei dann frisch erzeugt und alles ist wieder gut.
Vorteil dieses Verfahrens: Die so verfügbar gemachten Schriften sind in
allen Applikationen verwendbar, die font.config nutzen (und das werden
immer mehr), und das Hinzufügen und Entfernen von Fonts ist - nach dem
ggf. einmaligen Erstellen eines entsprechenden Ordners und ggf. dem
Ändern der Benutzerrechte für diesen Ordner, damit man als user die
späteren Änderungen vornehmen kann - sehr einfach und schnell gemacht.
Falls es jemanden gibt, der speziell die Fonts Lucida Sans (Teil der
JRE) oder Helvetica (resp. Nimbus Sans L) benutzt und dabei das Problem
hat, dass nicht alle Schriftschnitte dieser Fonts in OOo korrekt
dargestellt werden (kursiv, fett-kursiv), dann bitte melden - diese
Probleme habe ich ebenfalls gelöst, die Maßnahmen sind aber etwas
umständlich (am besten per PM anfragen).
Gruß Henning
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