Marcus Hoffmann schrieb:
> Zur Performance:
> auf meinem Rechner (neuwertiges Siemens Lifebook C Series)
>  - Öffnen der Datei: ca. 1 - 1,5 Minuten
>  - neue Daten in Blatt 1 einfügen: ca. 1 Minute
>  - Filter anwenden auf Blatt 2: ca. 0,5 bis 1 Minute
>  - Speichern der Datei: ca. 1 - 1,5 Minuten
>
> auf den Rechnern der Anwender (ca. 1 - 2 Jahre älter, die
> Rechner ;-))
> entsprechend länger.
> Wir sprechen also von mehreren Minuten.

Da ich aus Deiner ersten Mail nur ganz allgemein die Inhalte kenne kann
ich nur sagen das das alles Werte sind die im erfahrungmäßigem Rahmen
bleiben. 'im Rahmen bleiben' ist natürlich ein sehr subjektiver Begriff,
ich fürchte nur mehr kann man nicht sagen - beispielsweise ist das eine
Einschätzung wie wenn ich sage das ich hier eine bestimmte Strecke mit
dem Auto fahre und dafür 45 min bis 2,5 Stunden brauche, obwohl die
Werte um größer Faktor 3 differieren sind das Werte die sich praktisch
ergeben, also 'im Rahmen' sind.

Womit ich nun überhaupt nicht sage die Werte wären gut, sondern nur das
sie nicht so schlecht sind das man annehmen würde an der Datei sei etwas
'faul'.

> Akzeptabel wären Werte zwischen 5 und 20 Sekunden.

Den ersten Wert kaum(*), den zweiten wenn Du die Datei optimierst
möglicherweise. Letzeres hängt dann aber davon ab wie der Rahmen gesetzt
ist, sowohl technisch als auch vom Aufwand her, denn sicher geht es
nicht nur darum einige wenige Formeln umzuschreiben, sondern ggf. die
ganze Arbeitsweise der Datei zu ändern.
Beispielsweise hatte ich eine Datei die in Excel 15 Sekunden zum Öffnen
gebraucht hat, in Calc 140 und die ich durch völliges Neukonzipieren in
Calc auf etwa 18 Sekunden gebracht habe. Das hieß dann aber völliges
Umarbeiten der Datei und war ein Riesenaufwand, der sich nur gelohnt hat
weil die Datei an hunderten Arbeitplätzen im Einsatz ist, pro Tag (in
Summe aller Arbeitsplätze) mehrere tausend Mal geöffnet werden muß und
jede Sekunde schnelleres Öffnen pro Tag etwa den Gegenwert von einer
Arbeitsstunde spart und es sich deshalb lohnt was zu tun. Was umgekehrt
heißt diese Datei wäre nicht wirtschaftlich umzuarbeiten gewesen, wenn
sie pro Tag nur 5 Mal benutzt wird.
Es gibt dabei auch keine allgemeinen Tricks, sondern es geht immer um
die Analyse wo besonders viel Zeit anfällt und um die Überlegung wie man
die verkürzen kann und was davon im Rahmen der Gegenbenheiten umsetzbar
ist. Es gibt dafür kein 'Kochrezept', Erfahrung hilft ein wenig.

(*)
es ist nun nicht Objektivität, sondern nur eine Erfahrungsschätzung, nur
ich schrieb in erster Mail schon das ich grob annehme die Tabelle mit
den statischen Werten benötigt 5% der Gesamtzeit, was aber eine eher
optimistische Schätzung für einfache Formeln ist, also gehe vielleicht
mal von 2% (=Faktor 50) und dann kommst Du auf eine größenordnungsmäßige
Schätzung von 0,5...1 Sekunden (für die Tabelle mit den statischen
Werten) plus Faktor 50 für die anderen Tabellen (=25...50 Sekunden) plus
sowas wie 'Grundzeit für OOo' 2...7 Sekunden und dann bist Du schnell
für eine nichtoptimierte Datei bei 27,5...58 Sekunden. Ich sage aber
nochmal, das das höchst subjektive Einschätzungen sind.

> für
> die Anwender
> wäre das gewohnte Arbeiten in Calc/Excel halt einfacher.

Ja, verstehe ich, nur liegt hier ein Problem sowohl von MSO als auch von
OOo, denn es gelingt eben Beiden nicht Datenbanken so benutzerfreundlich
zu machen das Nutzer diese bevorzugen, wo sie technisch zu bevorzugen
wären.
Excel ist im Vergleich zu Calc in Fragen Geschwindigkeit jedoch im
Vorteil, so das 'mißbräuchliche' Benutzung in Praxis erst viel später
negative Geschwindigkeitsprobleme zeigt.

> Aus einem anderen Thread habe ich den Hinweis, dass es daran
> liegen kann,
> dass eine OOo Datei einmal aus einer originären XLS
> entstanden ist, und
> OOo diese intern noch immer so verarbeitet.

Den Sinn dieser Aussage habe ich schon im anderen Thread nicht
verstanden, ich weiß schlicht nicht was das heißen soll. Ich weiß nicht
was 'intern immer noch so verarbeitet' sein soll bzw. das gibt es m.E.
garnicht.

> Gibt es eine Möglichkeit, die Datei in eine "wirkliche" OOo-Datei
> umzuwandeln?

Indem Du sie einfach als *.odt speicherst, mehr ist dabei nicht zu tun.

Die Ergebnisse (in Hinsicht auf 'Verarbeitungszeit) können dabei höchst
unterschiedlich ausfallen(*), es gibt Dateien wo einfaches Konvertieren
nahezu nichts bringt und es gibt Dateien wo es sehr viel bringt. Das hat
aber alles nicht damit zu tun das nach dem Konvertieren noch
'excelartig' gerechnet wird, sondern mit dem Inhalt der Datei als
Solchem. Es ist schlicht so das die Verarbeitung von Tabellenfunktionen
(und Anderem) keinen linearem Zeitfaktor bei der Konvertierung folgt,
also wenn hypotetisch eine Formel =SUMME(A1;A2) in Calc um den Faktor
1,3 langsamer wäre als in Excel heißt das noch lange nicht das eine
Formel =Quotient(A1;A2) nun auch um genau diesen Faktor langsamer währe.

(*)
Es gibt Dateien die in Excel 5 Sekunden brauchen und in Calc (als xls) 2
Minuten und in Calc (nach einfacher Konvertierung in odt) 1:50 Minuten
(oder auch 2:05 Minuten) - es gibt ebenso Dateien die in Excel 30
Sekunden brauchen in Calc (als xls) 45 Minuten und in Calc (nach
einfacher Konvertierung auf odt) nur noch 2 Minuten.
Wohl gemerkt in Fällen wo sich keine grundsätzliche Ursache erkennen
lässt i.S. beispielsweise des bekannten 'Netzwerkdrucker-Problems' was
in OOo Dateiöffnungszeiten u.U. erheblich verlängern kann.


Ja, tut mir leid, das nutzt Dir nicht allzuviel, nur so ist im Prinzip
die Situation.




Gruß
Jörg

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