Hallo Peter,

Peter Geerds schrieb:
> Viele
> Grundschulen möchten gerne die Lehrplanvorgaben auch
> umsetzen und sind daher froh, Rückläufer oder Spenden von
> Firmen zu bekommen. D. h. in den Schulen steht veraltete
> Hardware (wahrscheinlich oft Pentium II, 200 bis 500 MHz, 64
> bis 256 MB) in den Klassenzimmern.

Das ist natürlich ein schlechter Zustand (ich kenne mich aber in dieser
Situation an Schulen nicht aus), wobei sich mir zwei Fragen aufdrängen:
*wie kommt es in Bayern, zu so schlechter Hardware, selbst wenn es
Rückläufer sind? Ich arbeite hier für Emails und Internet noch mit einem
ScenicXL (PIII 800Mhz 512MB RAM), der eignet sich auch für ein aktuelle
OOo noch leidlich - solche Rechner kosten aber vielleicht um 50 Euro und
wären ja in einer Firmenbilanz noch tiefer angesetzt.
*die von Dir umrissenen Systeme eignen sich teilweise schon für heutige
OOo-Versionen nicht mehr, wo wäre bei Beibehaltung von Win98 in OOo 3.0
irgendein Vorteil, das läuft doch rein leistungsmäßig nicht?

> machen usw. Da ist es sinnvoll, wenn in den Klassenzimmern
> und im PC-Raum das gleiche Programm mit der gleichen
> Oberfläche und den gleichen Funktionen vorhanden ist. Ein
> wichtiger Vorteil ist, dass die Schüler sich nicht OOo als
> 'Raubkopie' besorgen müssen, um auch zu Hause arbeiten zu
> können. Also sollten sie auch dort das gleiche Programm mit
> der gleichen Oberfläche und den gleichen Funktionen
> vorfinden können. Entweder biete ich den Schülern für zu
> Hause eine ältere Programmversion an (d. h. ich muss es für
> die oftmals überforderten Eltern machen, also CDs brennen,
> etc.) oder ich benutze auf den älteren PCs aktuelle
> Programmversionen.

In Summe des Gesagten gäbe es aus meiner Sicht eine ganz klare
Alternative - schafft USB-Sticks an und installiert eine
Linux-Live-Version (inkl. OOo) darauf. Die Schüler haben dann exakt die
gleiche Umgebung zu Hause und in der Schule und an Kosten fallen nur die
heutzutage sehr geringen Kosten für die Sticks an.
Ich persönlich sage das nicht mal vordergründig aus Linux-Sympatie (ich
selbst arbeite maßgeblich unter Windows), das Vorgeschlagene
funktioniert aber optimal für den benannten Zweck und wäre hier wirklich
das Gebotene. Es gibt zu dieser 'Stick-Geschichte' sogar bereits
Success-Storys (aus Schweiz oder Östrtereich?) das wurde hier auf der
Liste auch schonmal thematisiert.

>
> Viellicht ist dadurch jetzt manches klarer geworden :-)

Nein, leider nicht.
Ich verstehe die Zwänge die durch die Hardwaresituation entstehen (nur
diese lassen ja schon heute teilweise kein vernünftiges Arbeiten mit
gegenwärtigen OOo-Versionen zu) aber der Ausweg liegt nicht da wo Du ihn
siehst - selbst in eher theoretischer Betrachtung welchen Nutzen die
Schüler daraus ziehen, kann man doch nur sagen das Kentnisse in Win98
überhaupt keinen Vorteil für das spätere Berufsleben geben, selbst wenn
teilweise strittig sein mag wie groß die Praxisbedeutung von Linux heute
schon ist (und welchen Vorteil für berufliches Fortkommen
Linux-Kenntnisse bieten können) scheint es mir doch unzweifelhaft das
Kenntnisse in beispielsweise SUSE 10.3. viel praxisrelevanter sind als
Kenntnisse in Win98.

> PS: Warum überhaupt Win98: Bei MS gab es eine Aktion, da
> haben Schulen unter gewissen Umständen kostenlose Lizenzen
> von Win98 für gebrauchte PCs bekommen.

Falls 'kostenlos' hier das Argument ist dann ist es leider Keines. Nur
unter dem Gesichtspunkt kostenlos sind sogar /moderne/
Linuxdistributionen erhältlich.
(Sorry, nur "kostenlos" ist Dein Argument und nicht meines, hättest Du
irgendeine andere Eigenschaft von Win98 benannt, würde ggf. meine
Einschätzung anders ausfallen, so kann sie es nicht.)



Ich verstehe durchaus die mögliche Schwere Deines Engagements und die
Tatsache das es Dir keiner dankt, aber Du hast Deine Situation
geschildert und meine obrige Empfehlung ist völlig ernst gemeint für die
konkrete Situation (weil ich weiß das es so ginge) und keine
verallgemeinernde Aussage.
Diese Bemerkung nur weil ich zwar (aus diversen Gründen) gegen den Win98
Support in OOo 3.0 bin, ich hingegen nicht der Meinung bin (wie einige
andere) allein schon der Wunsch dessen oder die Diskussion darüber ist
illegitim, nur bitte lies wirklich meine obrigen Argumente - DEin Wunsch
ist nicht 'falsch', nur Deine vorgebrachten Argumente untermauern den
Wunsch auf der *Sach*ebene nicht, schon heute ist die von mir
vorgeschlagene Lösung besser (was noch lange nicht heißt sie ist die
Bestmögliche wenn unbegrenzt Finanzmittel zur Verfügung stünden) als
Deine jetzige Lösung



Gruß
Jörg


P.S.
und nicht das es so klingt als rede ich nur - wir haben hier bei
OpenSource nun einmal allgemein die Community und ich z.B. helfe zwar
ehrenamtlich ein bischen bei OOo mit, gleichzeitig biete auch
kommerzielle Dienstleistungen zu OOo an, und im Rahmen dessen biele ich
dann auch kostenlos Hilfe für andere ehrenamtliche Aktivitäten an (bei
mir war das zuletzt bei einer Arbeitsloseninitiative der Fall) und ich
weiß das es im OpenSource-Umfeld viele Freiberufler und Firmen gibt die
genauso handeln, Du mußt sie nur lokalisieren - im Konkreten dürfte
dafür eine LUG (Linux-User-Group) in DEiner Nähe der beste Ausgangspunkt
sein.


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