Hallo, guten Abend (oder doch eher schon guten Morgen ;-) )

Berthold Gerdes schrieb:
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Da ich für meine Werte den Korrelationskoeffizienten
brauche habe ich ihn rechnerisch mit der Funktion ermittelt.
Diese Berechnung ist auch korrekt. Den gleichen Wert habe ich mit meinem
Taschenrechner ermittelt. 0,93
Die in Calc eingebaute Funktion Korrel(Daten1;Daten2) benutzt?
In dem Diagramm besteht möglichkeit  die Regressionsgerade einzufügen
und dann die Gleichung + Korrelationskoeffizienten  R².
Ich bin kein Mathematiker und etwas verwirrt. Kann das richtig sein?
Hier errechnet sich ein Wert von 0,87.
Ich benutze kein MS-Office, habe aber mal bei meinen Kollegen reingeschaut . MS spricht hier von einem "Bestimmtheitsmaß R²"
Ist R² wirklich der Korrelationskoeffizient ?
R ist der *Korrelationskoeffizient* zweier verbundener Zufallsvariablen X und Y, deren Werte in Daten1 bzw. Daten2 der Funktion Korrel() eingegeben werden. Er hat die Eigenschaften, dass er zwischen -1 und +1 liegt. Dabei bedeutet -1 eine perfekte negative Korrelation, dh. wenn der Wert der einen Zufallsvariablen, sagen wir X, um dx zunimmt, nimmt der Wert der anderen *exakt* um dy ab. Dh. die Wertepaare liegen *exakt* auf einer nach rechts fallenden Geraden. Bei R = +1 liegen sie exakt auf einer nach rechts ansteigenden Geraden. Je mehr der Betrag von R von 1 abweicht, desto "lockerer" ist die Gruppierung der Punkte um die Gerade. Ist R = 0, so gibt es keine *lineare* Beziehung zwischen den beiden Zufallsvariablen. Oft wird das so dargestellt, dass die Punkte im Inneren eines Kreises einigermassen regelmässig verteilt sind, jedoch sind auch andere Veranschaulichungen möglich. R = 0.93 sagt im vorliegenden Fall, dass die Korrelation positiv und recht hoch ist (vorausgesetzt, es sind nicht nur einige wenige Datenpaare).

Das *Bestimmtheitsmass* zweier verbundener Zufallsvariablen X und Y ist das Quadrat des Korrelationskoeffizienten: B = R^2. In der Tat ist 0.93^2 = 0.86, 0.931^2 = 0.87. Als Quadratzahl ist das Bestimmtheitsmass immer positiv, und zwar liegt es zwischen 0 und 1. Die übliche Definition lautet: das Bestimmtheitsmass gibt an, wieviel von der Varianz (das ist ein Streumass) der abhängigen Zufallsvariablen (meist Y) durch ein lineares Regressionsmodell erklärt werden kann. Im vorliegenden Fall würde das also heissen: 87% (= 0.87 = B = R^2) der Varianz der abhängigen Variablen kann durch ein lineares Modell Y = aX + b erklärt werden, 14% sind statistische Streuungen. Ist B = 1 bzw. 100%, dann ist die Streuung in Y nur auf das lineare Wachstum zurückzuführen. Ist B = 0, so ist die Streuung ausschliesslich statistischer Natur, es gibt keinen Anteil, der durch ein lineares Modell erklärt werden könnte.

Achtung: die ganze Korrelations- und Regressionsrechnung setzt immer lineare Beziehungen voraus!

Hoffe, dass diese Erklärungen dienlich sind und nicht verwirren.

Viel Erfolg bei den Prüfungen!

Freundlich grüsst aus der schlafenden Schweiz

Ernst



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