Hallo Wolfgang Wolfgang Jäth schrieb:
Ich finde es eigentlich auch eher schade, daß man nicht öfter ein Kurs 'Office-Anwendungen allgemein' o. ä. geboten wird, in dem dann MS Office /und/ OO nebeneinander vorgestellt werden. Sooo groß sind die Unterschiede nun wirklich nicht. Dann kann sich der Interessent nämlich /nachher/ entscheiden, was ihm besser gefällt.
Diese Aussage provoziert mich zu einer Antwortmail:
1. Anfänger - und wohl nur für die macht Dein Vorschlag Sinn - sind noch so unbedarft, dass sie durch das Vorstellen zweier verschiedener Produkte verwirrt werden. Nach meiner Erfahrung kämpfen sie zu sehr mit den Möglichkeiten und ihrer Umsetzung via "Befehlen", als dass sie sich mit zwei Produkten auseinander setzen wollen. Für uns erfahrene User mag die Art, wie MSO und OOo einen Absatz mit hängender erster Zeile realisieren kaum gross unterschiedlich sein - für Anfänger ist ein solches Thema schlicht ein Knock out.
2. Deine Aussage bezüglich der kleinen Unterschiede gilt sicher nicht mehr, wenn Du MSO 2007 heran ziehst. Und gerade, wenn Du nachher in die Feinheiten einsteigst, merkst Du, dass die Unterschiede (auch bei früheren MSO-Versionen) eben nicht unerheblich sind. Beispiel Excel/Calc: MSO kennt die Funktion OSTERSONNTAG(Jahr) nicht, OOo aber wohl; oder: MSO kann die Kalenderwoche nur nach amerikanischer Norm berechnen, OOo auch nach europäischer Norm. Wähle ich einen Kalender als Übungsbeispiel, muss ich im einen Fall ziemliche Verrenkungen machen, was ich im anderen elegant lösen kann. Oder dass ich die Spaltenbreite nur in einer bestimmten Ansicht in cm festlegen kann, sonst sind nur "Zeichen" möglich, erleichtert den Umgang mit MSO auch nicht gerade. Das würde aber zu einer Vorstellung der Unterschiede gehören.
3. Wir erfahrenen User tendieren zu zwei Falscheinschätzungen: erstens haben die "gewöhnlichen" User keine Ahnung, was die Programme alles können, also warum sollte ihnen etwas fehlen? Wenn ich nicht weiss, was mein Programm noch alles kann, dann fehlt die Motivation, das Unbekannte zu lernen. Zweitens: selbst wenn ich weiss, dass das Programm noch mehr kann: brauche ich denn das überhaupt? Solange ich meine Aufgabe irgendwie lösen kann, habe ich keine Motivation, mehr zu lernen - warum muss ich Abstände unbedingt mit Tabulatoren machen, wenn es mit mehrfachen Leerschlägen auch geht? Diese Fehleinschätzungen liegen m.E. den Diskussionen über schlecht nachgefragte Kurse zugrunde. Dabei denkt man aus der eigenen Sicht und was für die anderen richtig wäre - nicht aus deren Bedürfnis (als Informatiklehrer kämpfe ich permanent mit diesem Thema ...!).
Trotz allem noch einen schönen Abend und ein erholsames Wochenende Freundlich grüsst Ernst
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