Hallo Ernst,

> Diese Aussage provoziert mich zu einer Antwortmail:
>
> 1. Anfänger - und wohl nur für die macht Dein Vorschlag Sinn - sind
> noch so unbedarft, dass sie durch das Vorstellen zweier verschiedener
> Produkte verwirrt werden. 

Das betrifft nicht nur Anfänger, sondern auch diejenigen, die ihr 
Office-Paket nur als "Schreibprogramm" (also eher im Sinne von 
Schreibmaschine) verwenden. Wie ich in meinem anderen Posting schon 
schrieb, sind das eine ganzen Menge Heimanwender, die das so 
betrachten.

> Nach meiner Erfahrung kämpfen sie zu sehr 
> mit den Möglichkeiten und ihrer Umsetzung via "Befehlen", als dass
> sie sich mit zwei Produkten auseinander setzen wollen.

Das liegt aber schon darin begründet, dass sie sich oft nur damit 
befassen wollen, ihren Text irgendwie hin zu bekommen und keine große 
Lust haben, die Grundlagen zu erlernen, die ihnen auch den Umstieg 
erleichtern würde. Ich denke mal, das ein solcher "Grundkurs 
Textverarbeitung/Tabellenkalkulation" ohne Ausrichtung auf eine 
bestimmte Software für viele eine echte Erhellung wäre. Ich denke mal, 
das dies de Art von Kurs ist, die Wolfgang meinte.


> 3. Wir erfahrenen User tendieren zu zwei Falscheinschätzungen:
> erstens haben die "gewöhnlichen" User keine Ahnung, was die Programme
> alles können, also warum sollte ihnen etwas fehlen? Wenn ich nicht 
> weiss, was mein Programm noch alles kann, dann fehlt die Motivation,
> das Unbekannte zu lernen.

Das war es, was ich meinte...

> Zweitens: selbst wenn ich weiss, dass das 
> Programm noch mehr kann: brauche ich denn das überhaupt?

Das ist bei vielen Dingen so. Als langjähriger Mathe-Nachhilfelehrer 
habe ich da auch so meine Erfahrungen gemacht 8-S

Leider kommen zu wenige Leute auf die Idee, dass sie dies eigentlich nur 
beurteilen können, wenn sie sich angeschaut haben, welche Möglichkeiten 
es gibt. Und selbst wenn man die dann (noch) nicht braucht: 
Möglicherweise kommt man an einen Punkt, an dem man mit seinen 
bisherigen Methoden nicht weiterkommt. Dann kann es ungemein helfen, 
wenn man sich daran erinnert, dass es da auch einen anderen Ansatz 
gibt.

> Solange ich 
> meine Aufgabe irgendwie lösen kann, habe ich keine Motivation, mehr
> zu lernen - warum muss ich Abstände unbedingt mit Tabulatoren machen,
> wenn es mit mehrfachen Leerschlägen auch geht?

s.o.


> Diese 
> Fehleinschätzungen liegen m.E. den Diskussionen über schlecht
> nachgefragte Kurse zugrunde. Dabei denkt man aus der eigenen Sicht
> und was für die anderen richtig wäre - nicht aus deren Bedürfnis (als
> Informatiklehrer kämpfe ich permanent mit diesem Thema ...!).

Das ist und bleibt wohl das Hauptproblem bei allen Lehrveranstaltungen. 
Auch wenn man sich bewusst macht, dass man selber Anfänger war und 
welche Schwierigkeiten man hatte, ist es nicht leicht, anderen eine 
andere Sichtweise nahe zu bringen.

Viele erwarten bei Schulungen Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die man 
einfach auswendig lernen kann, weniger die Vermittlung einer 
umfassenderen Sichweise oder von allgemeinen Konzepten. Wenn die Leute 
dann auch noch unfreiwillig dabei sind, kann es sehr frustrierend 
sein...

Gruß,
Michael

-- 
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   / / / / /__/      Michael Höhne /
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