Bernd Kloss schrieb:

Ich bin kein Oracle-Mitarbeiter und versuche es einmal möglichst
sachlich darzustellen:

Oracle hat SUN, das seinerzeit unter einer länger andauernden
Ertragsschwäche litt, gekauft. Dabei hat es auch verschiedene
Freie-Software-Communities "geerbt", u.a. die OpenOffice.org-Community.

Da sich die Zusammenarbeit mit Oracle zunächst etwas schwierig
gestaltete (wobei auch die Zusammenarbeit mit SUN keineswegs immer
"eitel Sonnenschein" war) und die Nachrichten aus anderen Communities
auch nicht sehr ermutigend waren, wollte man eine Failover-Lösung für
den Fall, dass Oracle sein Engagement herunter fahren würde. Es gibt
Community-Mitglieder, die mit Leistungen rund um Openoffice.org ihren
Lebensunterhalt ganz oder teilweise verdienen. Außerdem ist eine Freie
Officesuite eine Leuchtturmprojekt Freier Software und sehr wichtig für
den Fortschritt Freier Software im professionellen Bereich

Man ergriff also die Initiative zur Gründung einer Foundation. Diese
machte man bereits im Vorgründungsstadium bekannt und veröffentlichte
zugleich eine Freie Officesuite namens LibreOffice, die von nicht
wenigen Leuten innerhalb, vor allem aber auch außerhalb der Community
als Fork angesehen wird. Gleichzeitig lud man Oracle ein, an der
Gründung der Foundation mitzuwirken.

Dabei gelang es jedoch nicht, Oracle die Sinnhaftigkeit einer Mitwirkung
für Oracle zu vermitteln, sodass Oracle dies höflich ablehnte und dem
Fork "alles Gute" wünschte. Gleichzeitig bekräftigte Oracle sein
Engagement für OpenOffice.org, verwies auf den Erfolg dieses Projektes
und lud zur (weiteren) Mitarbeit in diesem Projekt ein.

In dieser Situation zeichnete sich eine Spaltung der Community, zu der
eben auch Oracle und Oracle-Mitarbeiter gehören, ab. Es wurden dann, vor
allem auch von Community-Mitgliedern, die nicht bei Oracle beschäftigt
sind, Versuche unternommen, dies abzuwenden, die aber bislang noch nicht
von Erfolg gekrönt waren.

Das ist in etwa der Stand der Dinge.

OpenOffice.org 3.3 ist derzeit in der RC-Phase und wird demnächst
releast, wobei bei der deutschen Version der Umfang des Releases davon
abhängt, auf welchen Plattformen getestet wird. Für Debian-Pakete (.deb)
sieht es aber derzeit gut aus.

Da der Debian-Maintainer zu den Gründern der Foundation gehört, ist
davon auszugehen, dass demnächst die entsprechenden Pakete, die von
Debian herausgegeben werden, LibreOffice heißen werden. Für die
.deb-Pakete, die vom OpenOffice.org-Projekt herausgegeben werden, wird
sich insoweit nichts ändern.

Debianer kennen das schon (iceweasel) und werden wohl damit leben können.

Gruß
Michael


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