Moin,

on 19/12/14 18:44, Ufo wrote:
Das Freifunk Netz in Gadow existiert nach wie vor. Im Laufe der letzten
Jahre ist das auch in das Nachbardorf expandiert und wir haben so einige
Anfragen aus dem Umland beantwortet/ dort geholfen.
[...]

Neue Freifunk Interessierten aus der Umgebung würden wir natürlich wie
immer unterstützen!!

Gerne helfen wir auch beim Evaluieren und Finetuning der jeweils
bevorzugten Freifunk-Firmware. Wir empfehlen da nach wie vor Freifunk
Meshkit und richten Euch gerne auch neue Community Profile ein. Leider
sind etwaige VPN-Tunnel hier manuell einzurichten (Kommandozeile und
Webinterface notwendig)

Und hier stelle ich dann die Frage, warum Du Meshkit trotz dieser offensichtlichen Mängel favorisierst?

Ich hab' mir Freifunk zu Zeiten der WRT54G und später dann intensiver zu Zeiten der Fonera 2100 angesehen, dann also um 2006/2007 herum. Anfänglich ging Ad-Hoc IIRC nur alternativ zu AP, naja, nette Idee ;) Mit der Fonera ging IIRC Ad-Hoc parallel zum AP (zumindest mit einer SSID), ich weiß effektiv nur noch, wie unsäglich lahm die Box beim Flashen war (./ap51-flash oder sowas?) und wie sehr ich mich geärgert hatte, jedesmal, wenn ich nach der OpenWRT-Konfig per lahmen WebUI noch eben schnell was konfigurierte, was nicht mit der Firewall paßte -- und wieder die serielle dran und recovern ;) Seinerzeit habe ich IIRC eher die Opennet-FW genommen und lokal angepaßt, als die von Sven-Ola ...

Anyway, fast-forward nach Mitte 2014. Als wir in GT mit Freifunk starten wollten, habe ich mir u. a. Gluon angesehen, und ich war von Stand weg davon angetan. Die Installation (initialer Versuch mit Paderborner FW) lief flott und nachvollziehbar, am Ende mußte ich einen String per Mail verschicken (VPN-Schlüssel) und ein paar Stunden später hatte den auch ein Mensch auch schon eingetragen und somit aktiviert. Sache von einem späten Nachmittag. So muß das laufen, imho.

Noch weiter vor, Q4 2014. Nach mehreren entnervten Anläufen auch in Berlin, in der Freifunk-Diaspora meiner Wohung am Mauerpark, einen Knoten installieren zu wollen (immer wurde ich gebremst durch "jetzt mußt Du da und da dies und das machen, die Daten dann hier eintragen"), neuer, entschiedener Anlauf mit der neuen Berliner FW. Ja, fast schick: angenehmes Web-UI, logische Heranführung, doch dann: "hier mußt Du mangels Knoten um Dich rum jetzt 'nen VPN-Key beantragen. Das geht über diese Mailadresse" (sinngemäß). WTF, seriously? Naja, vielleicht ist's ja automatisiert, also Anfrage abgeschickt. Ja, cool. Anfrage hängt beim Listenmoderator, denn ich bin kein Listenteilnehmer. C-Rohr, und Wasser Marsch! Sowas ist wirklich uncool, und, nunja, auch nachdem ich mich auf der Liste dann eingetragen hatte und die Anfrage nochmal gestellt, es passierte tagelang: nix. Nach zwei Tagen haben ich den 841 wieder auf FFGT-FW geflasht und nach <30 Minuten gab's wieder Freifunk in der Bude -- trotz neuem Key für die HW. (Blogpost und erneute Nachfrage auf der Liste später, und ich hatte meinen precioussss Sssssschlüssssssssel, heute ist der Knoten im Berliner Freifunk aktiv. Allerdings mit "bln.freifunk.net", da mir nicht klar wurde, ob es eine einheitliche SSID gibt oder nicht. Und ich dachte mal, ich hätte Ahnung :()

Ernsthaft, so gewinne ich keine Teilnehmer. (Und daß die VPN-Schlüssel-Vergabe über eine deutschlandweite Mailingliste angefragt wird, auf der man besser vorher Mitglied wird ... Ich find's schräg.)

So. Nun weiß ich nicht, wieviel "Meshkit" in der aktuellen Berliner FW steckt. Aber jene krankt aus meiner Sicht an mindestens zwei Stellen, will man meine Tante Kunigunde oder Nachbar Meier -- also Otto Normalverbraucher -- ansprechen:

- OLSR-Basis bedingt IPv4-Zuweisung upfront, und dieser Netzbereich ist fest. (Immerhin, bei der aktuellen Berliner FW wird diese Zuweisung maschinell erledigt.) Unsere Gluon-Knoten nehmen soviel Clients an, bis sie platzen: IPv4 (und public IPv6) wird vom jeweiligen Gateway vergeben, die Knoten sind eigentlich nur Antenne-in-das-batman_adv-Mesh-Adapter. Ich muß nicht raten, ob 8 oder 129 Clients sich an dem Knoten jemals wohl anmelden wollen würden ... - Ohne WiFi in der Gegend braucht man einen VPN-Schlüssel. Dies ist ein manueller Prozeß, damit ist die Installation z. B. um 2:30 mehr so eine Sackgasse. Und den Knoten muß man eigentlich so halbfertig mit der offenen Eingabemaske stehen lassen, bis man dermaleinst die VPN-Daten erhält. Gluon hingegen ermöglicht prinzipiell die automatische Datenübermittlung, d. h. während der Knoten rebootet vom Config- in den Wirkmodus, können die Gateways schon entsprechend konfiguriert werden, den neuen Knoten reinzulassen.

Nicht falsch verstehen, ich möchte hier keinen Glaubenskrieg vom Zaun brechen, dazu fehlt mir jegliches Grundwissen zu "Meshkit". Aber eine OLSR-Basis erscheint mir, vergleichen mit batman_adv, die Sackgasse der letzten Woche zu sein. (Oh, ich liebe OLSR; ich nutze es seit Jahren, um Routen über meine VPN-Tunnel auszutauschen, inkl. dynamischem Failover.) Heute würde ich OLSR eher zwischen Communities sehen, oder im Backbone meines Netzes, aber "an der Front" hat es imho nix mehr verloren. (Ich gehe mich dann mal eingraben für die Antworten ;))

Freifunk Gluon Testfirmware (Freiburg) liegt unter
http://vpnb.leipzig.freifunk.net:8004/gluon-gluon/images/
Hier sind die VPN-Tunnel auch recht komfortable einzurichten, auch wenn
sie maximal 10 MBit/s liefern.

Hmm, woher kommt das? Ist das eine/die fastd-Limitierung? v16 mit salsa2012+umac unterstützt Ihr schon? Ich hab' schon 30/9 MBit/sec (an VDSL50) gesehen mit Gluon in unserem Netz, aber ja, nicht mit +gmac.

Leider verwenden wir in beiden Fällen die aktuelle, 2014er Versionen von
batman-adv.

Wir sind (für GT) noch bei 2013, mal gucken, wie weit die aktuelle Work-in-Progress-Gluon-Version Anfang 2015 ist; neue VMs für batman_adv 2014 sind weniger das Problem.

Soweit, so gut; mit den beiden Knoten in Waren/Müritz hast Du demnach nichts zu tun? Das Netz in Röbel wird wohl Gluon-basiert starten, denn damit kann ich die Kisten auch via Einzelhändler an den Mann oder die Frau bringen (praktizieren wir hier seit ein paar Monaten). Grob 5 Klicks zuhause, und der Knoten ist funktional aufgesetzt ;) (Auch die "Netmon-Variante" ist möglich: Knoten konfiguriert sich durch und Nutzer claimt ihn für eigenen Namen usw.)

******

auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen "kritische Masse auf dem Land
erreichen":
Da helfen m.E. keine Freifunk-Webseiten, Newsgroups (oder retro-style:
neue mailinglisten, facebook-gruppen oder webforen, usw)!

Naja, im hiesigen Kaff (sorry; der noch-immer-nur-knapp-nicht-Großstadt) hat die facebook-Seite, befeuert durch einen gut vernetzten Einheimischen, sicher seinen Teil zum Wachstum von 0 auf 150 aktive Knoten in ~6 Monaten beigetragen.

Genauso würde ich aber auch dem Streamlinig des Installations-/Setupprozesses auf wenige Klicks seinen Anteil am Erfolg zubilligen. Und die Abholstelle beim Einzelhändler in der Innenstadt half/hilft auch; pre-flashed Knoten vor Ort kaufen zu können ist unsere Alternative zu den Hackspaces, mit denen Andere das Problem lösen, Knoten an Privatpersonen abzugeben.

Aber generell gebe ich Dir Recht:

Da sollte man lieber Freifunk Netze aufbauen und etablieren. Kontakte
und Hilfe braucht man vor allem innerhalb vom jeweiligen Dorf: also zum
Bürgermeister, zur Kirche, zu einem Elektriker und zu und mit den Nachbarn!

Yepp, das deckt sich mit unseren Erfahrungen.

Für Röbel/Müritz ist das so geplant (Netz aufbauen, Präsenz zeigen -- und Klinken putzen), aber ich habe da derzeit nur den einen Interessenten. Sprich, so 2 bis zwölf weitere, lokal vernetzte, Aktivisten rund um die Müritz könnten nicht schaden ;)

omg, es gibt auch noch
https://www.facebook.com/pages/Freifunk-Mecklenburgische-Seenplatte/630127450365099?sk=timeline
http://www.freifunk-seenplatte.de/
hat da jemand Kontakte?

Fände ich auch spannend; http://www.freifunk-seenplatte.de/ sieht nach Totgeburt aus, Freifunk-Mecklenburgische-Seenplatte hat zumindest noch im Juni gezuckt ...
-kai

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