Liebe FreiFunk freunde,

es ist ja merkwuerdig ruhig zu diesem thema geworden. ich will es etwas praezisieren.

Wir arbeiten fuer, vielleicht, eine telekommunikation in der form eines InterNet, "the Inter-connection of (local) networks", oder ein Netz der Netze. Weil es heute in der telekommunikation keine netzstruktur gibt, kann es auch kein InterNet geben.

Das InterNet selbst sind nur die verbindungen. Ein transportsystem digitaler daten in packet form. Daten sind neben den transportinformationen: Text, Grafik und digitalisierte sprache.

Wir haben es also mit 2 voellig verschiedenen aufgaben zu tun. Die verbindungen innerhalb des netzes und der zugang zum netz.

Die verbindungen im netz sind grundsaetzlich punkt-zu-punkt (P2P) verbindungen. Die knoten des netzes verbinden sich mit ihren nachbarknoten.

Der zugang kann sowohl als P2P (1:1) oder raum-zu-punkt (n:1) erfolgen.

Bei den knotenverbindungen brauchen wir eine P2P verbindung, die tatsaechlich die abgestrahlte energie moeglichst vollstaendig auf den empfaenger fokussiert. Das ist aber mit der dipol-theorie und den Hertz'schen transversalwellen nicht moeglich. So senden wir heute den groessten teil der energie in den kosmos und andere koennen relativ einfach mithoeren. Aber wir erzeugen eine vermuellung der umgebung.

Das ist das konkrete praktische problem heute. Wenn uns das gelingt, hoch energie-effizente datenuebertragung auch ueber grosse distanzen entstehen zu lassen, haben die menschen auch in Latein Amerika und Afrika kein problem mehr, ihren teil des globalen systems der telekommunikation selbst zu gestalten.

Das ziel fuer mich ist ja, den privaten und staatlichen sektor komplett aus der telekommunikation rauszuschmeissen. Das geht dann, wenn wir etwas Neues schaffen, das das Alte ueberfluessig macht.

Die frage von Sascha zeigt ja genau in diese richtung. Und auch im Wissenschaftsladen von Dortmund wird wohl etwas darueber nachgedacht.

FreiFunk basiert auf den lokalen gruppen. Jede lokale instanz kann als lokales netz agieren. Innerhalb sind sie frei. Sie koennen jede form der adresszuordnung verwenden. Jede form der routing algorithmen, die sie fuer sich selbst als guenstig erklaeren. Nur ausserhalb, also zwischen den knoten, muessen wir uns auf eine einheitliche methode verstaendigen.

Dafuer schlage ich vor, die geografische position des knoten als IP adresse zu verwenden. Das macht uns komplett unabhaengig von irgendwelchen mafiosen instanzen. Basierend auf der 128 bit adresse, geteilt in 64 bit globale und lokale adresse, haben wir kein problem, selbst jeden tuergriff oder jede steckdose zu einem netz-geraet zu verwandeln, wenn wir dies fuer vernuenftig erklaeren. Insofern brauchen wir auch keine diskussion um IoT. Es existiert potentiell.

Unter der vorraussetzung, dass wir autonome lokale netze anstreben, heisst dies, alle notwendigen server-resourcen im lokalen netz aufzusetzen. Damit verschieben wir die client-server interaktionen in das lokale netzwerk und holen uns nur die daten, wenn wir sie brauchen.

Das gilt auch fuer das gesamte DNS system. Wichtig ist, dass wir auf der cTLD aufsetzen und in der textualen adress-abbildung die kaskade kommune, region, de-region anwenden. Dann werden alle DNS abfragen immer dort behandelt, wo der server sitzt.

Das sind grundsaetzliche gedanken. Die konkreten realisierungen loesen wir im globalen netz fuer freie technologie, weil die anforderungen auch global gelten.

mit lieben gruessen, willi
Asuncion, Paraguay


Am 1/7/2017 um 17:30 schrieb willi uebelherr:

Lieber Sascha,

Jens meint wohl WLAN talk. Die diskussionsliste fuer FreiFunk. Deswegen habe ich diese liste adressiert und FreiFunk news nur im CC angegeben.

Lieber Jens,

Sascha formuliert eine grundsaetzliche frage, die ja gewissermassen erstmal unabhaengig von konkreten implementierungen ist. Wie dann das generelle konstrukt realisiert wird, ist ja immer der zweite teil.

Thema ist das, was wir "Community Networks" oder "kommunale netze" nennen. Lokale netze, die sich dann, irgendwann und irgendwie, miteinander verbinden. Das gleiche kann ja schon innerhalb des lokalen raums realisiert werden. Aber es zeigt deutlich in richtung eigener strukturen in der telekommunikation.

Eure sprache ist ja immer etwas merkwuerdig, weil ihr euch wohl daran gewoehnt habt, sich mit englischen plattitueden zufrieden zu geben. Ich bin ja nicht gegen die verwendung von englischen termen, wenn wir in globalen raeumen denken.

Die freiFunk listen sind notwendig der raum, wo die allgemeinen fragen diskutiert werden. Es ist die liste aller lokalen listen, blogs und foren. Und es ist klar, dass hier nur die prinzipiellen konzept gedanken diskutiert werden koennen. Aber gerade diese sind die vorraussetzung, um die konkreten schritte einzuleiten.

mit gruessen, willi
Asuncion, Paraguay


Am 1/7/2017 um 12:27 schrieb jens:
vorweg - hier is wlanNews und weniger Diskussion,
zu Einstieg für dich was du in ein Forum deiner Wahl tragen kannst
folgende Notes noch

je nach Hardware brauchste da nichtmal so viel kram

jedes openwrt/lede fähige Gerät kann in der Regel mehrere Modes und APs
gleichzeitig aufmachen, oft unter der Einschränkung das der Kanal gleich
ist,
sollte also alles auf einem Kanal stattfinden könntest du mit einem
TPLink841 bspw. (oder einem (!) entsprechenden Stick)
a) dich mit wifi zu deiner fritzbox verbinden
b) 2-3 accesspoints mit und ohne Passwort aufmachen
c) ad-hoc mode zum meshen mit Freifunk einschalten

auf dem Gerät selbst könntest du die jeweilgen Interfaces bspw bridgen.

Da hängt aber dann auch immer noch massiv mehr Geschichte und
Fallstricke dahinter.
Je nachdem wo du wohnst würd ich in einen ChaosComputerClub Erfa oder
Freifunk Gruppe in deiner Nähe gehen - die könnten dir spontan sicher
mehr erzählen.



On 01.07.2017 16:52, Sascha Mester wrote:
Hallo ;)
Auch wenn das wahrscheinlich kein Konstrukt mit praktischem Nutzen
darstellen wird, aber da ich2 Router und 2 Raspberry Pi's habe, kam
mir grad folgender Gedanke:
Da ich generell (auch mit Umsetzungen meiner Ideen in die Tat) etwas
über Netzwerke im Allgemeinen erfahren und lernen möchte: Was wäre
denn, wenn die beiden Router jeweils eigene WLAN-Netze aufspannen und
ein Pi mit 3 WLAN-Sticks ausgestattet würde?
Ein Stick würde sich dann zu meiner Fritze verbinden, der andere zu
dem Netgear-Router ist das, und mit dem dritten würde ein eigenes Netz
aufgespannt. Wer sich mit dem Netz verbindet, wäre dann prinzipiell
mit den WLAN-Netzen der beiden Router verbunden.
Wäre es möglich, dieses Gedankenspiel in die Praxis umzusetzen? Wenn
ja, mit welcher Software?
Sascha Mester


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