Hm ja schön, nur die Idee, daß es Leute gibt, die von außen bei einem Spiel 
zusehen, und aufpassen, daß die Regeln eingehalten werden, ist jetzt garnicht 
soooo neu. Sowas gibt es schon -  nennt sich "Schiedsrichter"... 
Irgendwie scheint das nicht mehr so ganz klar zu sein, der Witz beim Ultimate 
ist ja eigentlich (war es zumindest mal), daß wir keinen Schiedrichter 
brauchen, da jeder die Regeln kennt und dafür verantwortlich ist, daß sie 
eingehalten werden...

Schönen Abend noch!
Viele Grüße,
Tom

PS: Ja, das war jetzt ein ziemlich wenig reflektierter Kommentar, wie es sie 
nunmal leider über die Wurfpost geben kann. Un dabei st jetzt garnicht mehr der 
1. April...  

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Wurfpost [mailto:[email protected]]Im Auftrag
von Stefan Gollasch via Wurfpost
Gesendet: Donnerstag, 6. April 2017 20:06
An: [email protected]
Betreff: Re: [Wurfpost] Ist das Kunst oder kann das weg?


Lieber Johannes,

Ich habe meine Nachricht absichtlich am 1. April geschrieben, um keine neue 
Diskussion anzustossen, wenn es dafür kein Bedürfnis gibt.

Der Grundgedanke ist den Spirit durch etwas Lebendiges zu verkörpern, anstelle 
von Regeln die umgesetzt werden müssen.

In der Praxis sähe das so aus, dass man zunächst zehn Ultimate Spieler (m/w) 
bestimmt, die mit dem Spirit vertraut sind. Der Kreis würde sich dann 
eigenverantwortlich auf 20 - 30 engagierte, vorzugsweise aktive und kompetente 
Spieler erweitern. Die Aufnahme in den Kreis ist durch Berufung in den Kreis.

PRAXIS

Auf den meisten Turnieren wäre ein Teil des Kreises vorort, der sich 
mittags/abends zu einem Gedankenaustausch treffen kann. Während der Spiele wäre 
es so, dass wenn Mitglieder des Kreises an der Seitenlinie sind, diese um Rat 
gefragt werden können. Anfangs könnte man dies unterstützen indem die 
Mitglieder des Kreises zum Beispiel eine erkennbare Armbinde tragen, aber man 
kennt sich ja. Bei Bedarf kann der Kreis nach einem Spiel mit den Captains 
diskutieren und Auffälligkeiten ansprechen. Im Anschluss können die Captains 
Teammitgliedern mitteilen, dass eine Aktion von ihnen vom Spiritkreis 
angesprochen wurde. In manchen Fällen führt dies vielleicht schon zur 
Besserung. Das ist jetzt nur eine ganz kurze Erklärung, wie man die Arbeit 
strukturieren könnte. Die Idee ist, dass der Kreis viel dichter am Puls des 
Ultimate ist, beraten und vermitteln kann.

AUTORITÄT

Die Autorität ergibt sich aus der Kompetenz, nicht aus Statuten. Es wäre so 
dass man die Arbeit des Spiritkreises respektiert und schätzt, und wiederum der 
Spiritkreis diesen Respekt durch erfolgreiche Arbeit erwerben muss. Wenn man 
die richtigen Leute auswählt und diese die Sache ernst nehmen, ist die 
wichtigste Voraussetzung bereits erfüllt. Der Spiritkreis mischt sich nicht 
ein, sondern wird auf Anfrage aktiv. Gleichwohl kann er Trends diskutieren und 
Stellungnahmen zu Regeländerungen, deren Interpretation und dem Spielmodus 
abgeben.

ANRUFUNG

Wenn man so ein Instrument hätte, wäre der bezeichnete Fall bei der EUCR 
vielleicht anders gelaufen. Aber allein schon wenn Mitglieder des Kreises bei 
dem Spiel vorort gewesen wären, hätte der DFV im Nachgang um eine Stellungnahme 
bitten können. Wenn diese dann sagt, dass ein Spielabbruch berechtigt war, 
könnte der DFV guten Gewissens eine eindeutige Entscheidung treffen weil man 
glaubwürdige Zeugen vorort hatte, und nicht wie es gemacht wurde, sich auf 
keine Seite zu stellen, weil man keine Partei ergreifen will.

Ich kann mich an ein Spiel gegen ein Team aus New York erinnern, die 
absichtlich beim Marken dem Werfer mit Stollen auf die Füsse getreten sind. Als 
Verband kann man da praktisch nichts machen und auch als TD (Turnierdirektor) 
ist es schwer zur rechten Zeit vorort zu sein und die Seite einer Partei zu 
ergreifen. Wenn man aber Beobachter des Spiritkreises an der Linie hat und 
diese Verletzungen bejahen, kann der TD eingreifen. Wenn der TD besonnen ist, 
wird er eine Verwarnung aussprechen, dass er bei ähnlichen Vorkommnissen die 
Verantwortlichen disqualifiziert und diese damit unterbinden.

FAZIT

Im Grunde wäre der Spiritkreis eigenverantwortlich, unabhängig und im Dienst 
des Ultimate Sports. Vor allen Dingen ist es ein selbstorganisierendes Prinzip, 
das nichts kostet. Naturgemäß wärst Du der erste Kandidat für den Spiritkreis. 
Es versteht sich von selbst, dass die erfolgreichen Massnahmen, wie z. B. der 
Spirit Workshop, weitergeführt werden.

Ich hoffe es ist aus der kurzen Erklärung erkennbar, warum sich so ein Ansatz 
grundsätzlich von der bisherigen Verbandsarbeit unterscheidet. Es hört sich ein 
bischen wie Observer an, aber das ist ein anderes Kaliber welches 
Verpflichtungen für den Verband mit sich bringen würde.

Sportlicher Gruss!


On 05/04/17 16:25, Johannes Schöck wrote:
> Hallo Stefan,
> 
> ich kann deiner Äußerung über die Wurfpost nicht ganz folgen. Was hat denn 
> deiner Ansicht nach eine Instanz, die sich der Aufrechterhaltung und 
> Verbreitung 
> des Spirit of the Game im organisierten Ultimate Sport verschrieben hat, mit 
> der 
> Bewertung der Arbeit des Dachverbandes zu tun? Und dann auch noch von 
> außerhalb 
> dieser Organisation.
> Wer würde denn bestimmen wer diese "höchste Autorität" ist? Der am lautesten 
> schreit? In der Ultimate Abteilung des DFV darf jeder mitarbeiten und die 
> Mitgliederversammlung wählt die Komiteeleiter. Somit hat das Komitee eine 
> gewisse demokratische Legitimation durch die ganze Community. Die 
> engagiertesten 
> Spieler arbeiten schon jetzt im Komitee mit, denn es darf ja jeder 
> mitarbeiten 
> der möchte.
> 
> Du schreibst davon, dass das Komitee "allen Turnierausrichtern dienen" soll. 
> Tut 
> es das nicht in deinen Augen? Wer kümmert sich denn um das Erstellen von 
> Vorlagen und Leitfäden, hilft bei problematischen Vorfällen durch Vermittlung 
> und versucht der Community "guten Spirit" zu vermitteln? Soweit ich weiß in 
> Deutschland ausschließlich das Spirit of the Game Komitee des DFV.
> 
> Viele Grüße,
> Johannes
> Spirit of the Game Komitee
> 
> Am 2. April 2017 um 00:24:02 +02:00, hat Stefan Gollasch via Wurfpost 
> <[email protected]> geschrieben:
>> On 01/04/17 08:53, Mirko Macke via Wurfpost wrote:
>>
>>
>>     wer findet es [richtig], dass [] der DFV ein Spirit-Kommittee [hat]?
>>
>>
>> Vielleicht trifft das den Kern der Sache.
>>
>> Wäre es besser wenn das Spirit-Kommittee nicht ein Teil des DFV ist?
>>
>> Um eine unabhängige Perspektive auf die Arbeit des DFV zu gewährleisten, und 
>> allen Turnierausrichtern zu dienen. Sozusagen als höchste Authorität ohne 
>> legislative Befugnis, ein Kreis der engagiertesten Ultimate Spieler.
>> _______________________________________________
>> Wurfpost mailing list
>> [email protected]
>> https://list.uni-koblenz.de/mailman/listinfo/wurfpost
> 


_______________________________________________
Wurfpost mailing list
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